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Kunst & Kultur

«TELLER – über den Rand hinaus schauen»

Vom 5. bis 27. September 2020 stellen Tino und Brigitte Steinemann in der Sust in Stansstad aus. Das Künstlerpaar, das zum «Who is Who» in der Zentralschweiz gehört, zeigen Aquarell- und Acrylbilder sowie eine grosse Anzahl von Keramik-Stücken.

Auf den ersten Blick haben Tino und Brigitte Steinemann bei ihrem künstlerischen Schaffen nur wenige Berührungspunkte. Der gebürtige Urner Tino Steinemann studierte zu Beginn der Siebzigerjahre an der Kunstgewerbeschule in Luzern und machte sich als erfolgreicher Grafiker und Maler einen Namen, die in Weggis geborene Luzernerin Brigitte Steinemann-Ries liess sich zur Dekorateurin ausbilden und lernte anschliessend in Bern die Geheimnisse des Keramik-Kunsthandwerks kennen. In ihrem langen Künstlerleben hat sie ihre fantasievollen Figuren und originellen Gefässe nicht nur in vielen Ländern gezeigt, sondern ihr Wissen auch an interessierte Nachwuchs-Töpferinnen weitergegeben. Bei allen Unterschieden stellt das Künstlerpaar seit über einem halben Jahrhundert alle zwei bis drei Jahre gemeinsam aus. Um ihre vielseitigen Fähigkeiten und unterschiedlichen Werke zu einem grossen Ganzen zu bündeln, einigen sie sich jedes Mal auf ein gemeinsames Thema.

Der Teller hört nicht beim Rand auf
Brigitte Steinemann zeigt in Stansstad eine Auswahl ihrer reichhaltigen Töpferproduktion aus verschieden Schaffensphasen, optisch dominiert von zahlreichen Tellern. So darf die „Culinamyde“, eine Pyramide aus elf übereinander gelegten Tellern, nicht fehlen. Einmal mehr ist das Dachgeschoss der krönende Abschluss einer Ausstellung: Auf einem langen, schmalen Tisch, der auf beiden Seiten von grossformatigen Landschaftsbildern von Tino Steinemann flankiert wird, liegen um die hundert Keramikteller von verschiedener Grösse, fantasievoll in der Technik der freien Malerei bearbeitet. Solche Werke sind natürlich Unikate, denn sie sind in keiner Weise reproduzierbar. Für die Betrachtung der feinen Zeichnungen, der häufig kleinen Details muss sich die Besucherin genügend Zeit nehmen. Die Mühe lohnt sich, denn wenn man eine Geschichte einmal verstanden hat, kann sie leicht über den Tellerrand hinaus weitergesponnen werden.

Über den Tellerrand hinauszoomen
Der vielschichtige, humorvolle Ausstellungstitel lässt Platz für Interpretationen. Tino Steinemann brachte die Figur seines Landsmanns Wilhelm Tell ins Spiel, weil 2020 die Tellaufführung in Altdorf geplant war. TELLER – SCHILLER – der Raddampfer „Wilhelm Tell“ am Schweizerhofquai in Luzern – die Empfehlung, mit dem Dampfschiff zur Sust nach Stansstad zu fahren: Das alles sind Assoziationen, die weit über den Tellerrand hinausführen. Sie werden von der Malerei von Tino Steinemann aufgenommen und in Aquarellen und Acrylbildern verarbeitet. Das Hauptthema sind Innerschweizer Berglandschaften, die in der Serie der „Fernrohrbilder“ – inspiriert vom virtuellen Blick durch das Objektiv –, kreisrunde Konturen aufweisen. Um die Tiefenwirkung und die Plastizität der Malerei zu verstärken, arbeitet der Künstler auf der Bildoberfläche häufig mit der Rakel, einer umfunktionierten Maurerkelle.

Die Kunstausstellung von Tino und Brigitte Steinemann in der Sust Stansstad findet vom 5. bis am 27. September 2020 statt. Geöffnet ist sie an Samstagen, 14.00 - 17.00 Uhr und an Sonntagen, 11.00 - 17.00 Uhr. Am 5. September findet keine Vernissage statt. (pd./red.)

www.stansstad.ch

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