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Kunst & Kultur

Kunsthaus Zug untersucht Kunstgeschichte des Humors

Das Kunsthaus Zug schickt die Besuchenden in Siebenmeilenstiefeln durch die Kunstgeschichte des Humors und geht dabei zurück bis zu den Griechen. „Komödie des Daseins“ ist eine grosse Sonderausstellung, wie es sie zu diesem Thema noch nie gab.

Das Kunsthaus Zug schickt seine Besucher durch eine Kunstgeschichte des Humors. Groteske, Karneval und Comic, Slapstic und Satire: Seit sieben Jahren erforscht eine Arbeitsgruppe aus dem Haus mit Studierenden und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Wechselbeziehungen von Kunst und Humor und geht zurück bis zu den Griechen. Die Kunstgeschichte des Humors führt zum Strassentheater und an die Fasnacht. Zum Humor, der provoziert und zu dem, der unterhält. Zum Protest, zur Auflehnung. Geschlechterbeziehungen und gesellschaftliche Unterdrückung, Auseinandersetzung mit dem Körper und mit dem Tod sind Konstanten durch Räume und Zeiten. Die gezeigten Werke wollen die Betrachtenden zum Lachen bringen. Der Ort von Bildung und Kontemplation soll mit der flüsternden Stille brechen. Fragt sich bloss noch, wer wo lachen wird, wann, wie, worüber und warum? So gerät die Ausstellung zum Experiment über das Besucherverhalten im Museum und zur Selbstkritik an seiner eigenen Autorität.

Antike bis Gegenwart

Von der Antike bis zur Gegenwart fragt die Ausstellung demnach in über 300 Arbeiten – es sind dies Leihgaben aus Häusern der Schweiz und Europas und Werke aus der eigenen Sammlung – was es im Museum denn eigentlich überhaupt zu lachen gibt. Im derben und wilden Treiben, in politischen Karikaturen von Daumier über Heartfield bis Chapatte oder am Beispiel von Mona Lisa-Parodien: Gemeinsam ist allen Arbeiten das Brechen des künstlerischen Pathos, so auch in der spielerischen und selbstironischen Lust der neueren Autoren am clownesken Spiel. Es ist eine Versuchsanordnung mit antiken Vasen, Flugblättern, Zeitschriften, Gemälden, Skulpturen und Videos. Hier bleibt das Lachen im Halse stecken, da wird gekichert und gescherzt über erbaulichen oder dreisten Humor von Bruegel d. Ä. oder Goya, Ensor oder Klee, über Daumier oder Heartfield, Duchamp, Oppenheim oder Warhol, Signer oder Cattelan. Manchmal stehen Situationskomik und Schrecken, Lust und Scham, Freude und Entsetzen nebeneinander, dicht an dicht. Nietzsches Frage ist aktuell: „Inmitten einer düsteren und über die Maassen verantwortlichen Sache seine Heiterkeit aufrecht erhalten ist nichts Kleines von Kunststück: und doch, was wäre nöthiger als Heiterkeit?“

Die Ausstellung wurde von Matthias Haldemann kuratiert. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine wissenschaftliche Publikation. Verschiedene Veranstaltungen, etwa Filmvorführungen und Interventionen von lokalen Kabarettisten, werden das Programm abrunden.

Nähere Angaben dazu sind im Programmflyer und auf www.kunsthauszug.ch zu erfahren.
Die Ausstellung wird am Samstag, 22. September, 17 Uhr im Pfarreisaal St. Michael, Kirchenstrasse 17, Zug, eröffnet. Es sprechen Reto Fetz, Präsident Zuger Kunstgesellschaft; Regierungsrat Stephan Schleiss, Vorsteher der Direktion für Bildung und Kultur Kanton Zug; Matthias Haldemann, Direktor/Kurator; Stefan Zweifel, Übersetzer, Literaturkritiker.

www.kunsthauszug.ch 

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