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  • Transport bis zur Haustüre. vbl will neue Möglichkeiten testen.

vbl verbindet

Die Verkehrsbetriebe Luzern AG (vbl) transportieren mit ihren 31 Buslinien täglich rund 150‘000 Fahrgäste in der Stadt und Agglomeration Luzern. Das öV-Angebot wird vom Verkehrsverbund Luzern (VVL) bestellt. Für die Zukunft werden neue Mobilitätsformen gesucht.

Heute ist «Mobility as a Service» (MaaS) in aller Munde. Darunter versteht man die Integration von und der Zugang zu verschiedenen Mobilitätsdienstleistungen wie öV, Carsharing, Taxi, etc. Die Mobilitätstrends zeigen klar in Richtung Teilen (Sharing), einer Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit (7x24), vermehrter Digitalisierung und Multimodalität (Kombination verschiedener Verkehrsmittel), um einen Fahrwunsch von A nach B zu erfüllen. Bei vbl ist man überzeugt, dass sich die öV-Branche aktiv einbringen muss und Ideen und Konzepte in Richtung MaaS mitentwickeln soll. «Ansonsten wird das klassische öV-Angebot aufgrund der sich verändernden Bedürfnisse und neuen Mobilitätsmöglichkeiten zunehmend substituiert», ist Daniel Walker, Leiter Angebot bei vbl, überzeugt.

Erschliessung der letzten Meile

Die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung in der Mobilitätsbranche ermöglichen den direkten Zugang zum Endkunden, dem Fahrgast. Mit den niedrigeren Markteintrittsbarrieren wird die Erschliessung von weniger stark frequentierten Orten abseits der Hauptstrassen oder öV-Linien, die sogenannte letzte Meile, immer interessanter. Die letzte Meile bezeichnet im Verkehrswesen den letzten Abschnitt einer Transportkette, der (noch) nicht durch den öffentlichen Verkehr abgedeckt ist. Es ist die letzte Etappe, welche die Tür-zu-Tür-Beförderung sicherstellt.

So möchte Frau Müller mit ihrer Tochter vom Wesemlin, Ruflisbergstrasse zum Toni’s Zoo nach Rothenburg fahren. «öV Plus» schlägt eine öV-Verbindung mit zusätzlichen Fusswegverbindungen vor (siehe Abb. 1). Sind die Hürden des Umsteigens oder auch der Fusswegverbindungen (vor allembei schlechtem Wetter) zu gross, bevorzugen viele Personen das eigene Auto, auch wenn sie noch so öV-affin eingestellt sind. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, kommen alternative Mobilitätsdienste, wie On-Demand-Angebote (Rufbus-Systeme), Carsharing oder Bikesharing ins Spiel. Diese bieten zusätzlichen Transportdienst von Haustür zur nächsten Haltestelle und sind insgesamt nachhaltig, effizient und umweltschonend.

Versuchsbetrieb

Ein mögliches Angebot wäre eine flächendeckende Erschliessung anstelle einer öV-Linie mit fixer Route und Haltestellen. Mit kleineren Fahrzeugen statt nicht voll ausgelasteten Bussen wären die Kosten tiefer und die Kundinnen und Kunden profitierten von einem Transport bis praktisch zur Haustür. Dank digitaler Lösungen, einfacher «Bestellung» und der Integration in das bestehende öV-System wäre das Angebot einfach und verständlich.

Bei vbl würde man sich sehr freuen, wenn in einem Gebiet ein entsprechender Versuchsbetrieb durchgeführt werden könnte. Nur so kann eine Marktchance beziehungsweise die Akzeptanz bei Kundinnen und Kunden erfahren werden. Für vbl ist klar: Ein Alleingang ist nicht möglich. Auch für einen Versuchsbetrieb sind Partnerschaften unentbehrlich, so beispielsweise mit dem VVL, interessierten Gemeinden oder sonstigen Kapitalgebern. Daniel Walker ist optimistisch: «Wir sind zuversichtlich, dass wir nächstens einen solchen Versuchsbetrieb durchführen können.» (red.)

www.vbl.ch

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