AKOMAG ROICOM
DAS WIRTSCHAFTSPORTAL DE ZENTRALSCHWEIZ

Unternehmen

Neuartige Stromspeicherung

Cham. Mit Methanol will die Silent-Power AG aus Cham den Schritt von Grosskraftwerken zu dezentralen Kraftwerken schaffen. Das Projekt ist zurzeit in der Testphase bei der Wasserwerke Zug AG – ab 2017 soll es losgehen.

Urs Weidmann gründete 2002 die Silent-Power AG. «Mein Ziel ist die Einführung eines neuartigen Stromspeichersystems. Denn wir haben nicht nur das Problem der Stromproduktionslücke, sondern auch ein Speicher- und Transportproblem.» Denn Strom wird in der Regel nicht dort produziert, wo er verbraucht wird, und nicht zu jenem Zeitpunkt, in dem er benötigt wird. Zudem ist für den Elektro-Ingenieur ETH Urs Weidmann schon lange klar: Atomkraftwerke werden aus Wirtschaftlichkeitsgründen durch dezentrale Minikraftwerke abgelöst.

Geräusch- und geruchlos

Silent-Power macht es möglich, Strom in Methanol und Methanol zurück in Strom umzuwandeln. Mit Strom, Wasser und CO2 wird in einem Syntheseverfahren M99-Methanol vollsynthetisch produziert. Sinnvoll, sprich CO2-neutral, ist die Produktion aber nur, wenn die Methanol-Synthese mit CO2 aus erneuerbaren Quellen oder aus der Luft abläuft.

Der M99 genannte Treibstoff kann gelagert und über die bestehenden Transportkanäle an die Verbraucher verteilt werden. Die Umwandlung des Methanols in Strom erfolgt über einen «Econimo-Wandler», ein Produkt von Silent-Power. Diese dezentralen Minikraftwerke besitzen eine geräuschlose Technik, daher der Name Silent-Power, und stossen keine giftigen oder geruchsbelästigenden Gase aus.

Wer sind die Kunden?

Zurzeit sind drei Pilotanlagen in Betrieb, die Strom für die Wasserwerke Zug AG liefern. Die Testphase läuft Ende 2016 ab. Zielkunden von Silent-Power sind Immobilienbesitzer und Stromversorger. «Wir helfen, den in Fotovoltaik- oder Windanlagen produzierten Strom im Falle von Wolkendurchgängen oder Windflauten durch unsere Kraftwerke zu stabilisieren», erklärt Urs Weidmann. «Das Silent-Power-Minikraftwerk ist bis heute das einzige, das innert Sekunden die volle Leistung abgeben kann.» Es übernimmt somit die Funktion des Netzstabilisators. «Die grösste Herausforderung des Projektes liegt darin, genügend Personal und Kapital zu finden, um das bereits Ende 2019 abzuschaltende Kraftwerk Mühleberg rechtzeitig ersetzen zu können», so Urs Weidmann.

Internationale Beachtung fand das Projekt bereits. Silent-Power gewann in der Kategorie «Best Environment Friendly Project» den «5th Asia Best CSR Practices Award 2015» und hat damit die ganze Konkurrenz aus Japan, China, Indien, Malaysia, Vietnam, Singapur und den Philippinen in den Schatten gestellt. (ph.)

http://www.silent-power.com/

zurück zur Übersicht