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Hergiswiler Unternehmen macht weltweit mobil

Das Hergiswiler Unternehmen Railtec Systems GmbH fährt mehrgleisig: Die auf Software und Systemintegration für Schienenfahrzeuge spezialisierte Firma, die 23 Mitarbeitende beschäftigt, modernisierte unter anderem acht Zahnradlokomotiven der Zentralbahn-Flotte und war an der Entwicklung deren Spatz-Pendelzügen massgeblich beteiligt. Aber auch auf dem Internationalen Markt ist das Nidwaldner Unternehmen erfolgreich.

Die Railtec Systems GmbH wurde 2004 von Lorenz Trachsel und Pascal Tritten gegründet. Den Grundstein für die Firmengründung legte eine Diplomarbeit an der Hochschule für Technik und Informatik Biel. Entwickelt wurde «IdoSys» (Intelligentes Dolmetschersystem), ein System zur Steuerung von technisch komplett unterschiedlichen Triebfahrzeugen. Die erfolgsversprechende Idee wurde weiterverfolgt und nach der Diplomarbeit in die Marktreife geführt. Das eigens für die zb Zentralbahn AG entwickelte System kommt bei den Brünigschnellzügen sowie den Talpendelzügen zum Einsatz. Das Projekt ist gemäss Geschäftsführer Lorenz Trachsel noch nicht abgeschlossen: «In diesem Jahr wurden bzw. werden nochmals 6 Steuerwagen mit dem System «Idosys» ausgerüstet.»

Erster Grossauftrag 2008

An der InnoTrans 2008 in Berlin unterzeichneten die Railtec Systems GmbH und die ÖBB den Vertrag zur Lieferung von 119 Fernsteuerrechnern sowie Displays und der Softwareentwicklung für die Modernisierung der Lokomotiven vom Typ LR 1044. Der Auftrag umfasste ein Volumen von rund 2 Millionen Euro. Das Zentralschweizer Unternehmen hatte sich bei der Auftragsgewinnung gegen eine Vielzahl von Konkurrenten durchgesetzt. Auch dieses Jahr wird die Firma Railtec Systems GmbH wieder an der InnoTrans in Berlin vertreten sein.

Von Hergiswil aus in alle Welt

Doch nicht nur in der Zentralschweiz und Österreich sind Züge in Betrieb, an deren Entwicklung die Railtec Systems GmbH mitgewirkt hat. «Wir haben an Zügen in der ganzen Schweiz, in Italien, Frankreich, Ungarn, Algerien, Spanien, Polen, Brasilien, Belgien, Holland, Finnland und Norwegen mitgearbeitet», erklärt Lorenz Trachsel.

Das Unternehmen bietet eine Reihe von Dienstleistungen rund um das Schienenfahrzeug an. So wird zum Beispiel die Elektronik und Software hochmoderner Vakuum WC-Kabinen bei der Railtec Systems GmbH entwickelt.

Das nächste innovative Projekt ist bereits aufgegleist: In Zusammenarbeit mit einem Partnerunternehmen wird eine Steuerung und Software entwickelt, welche das störende «Kurvenkreischen» von Schienenfahrzeugen massgeblich verringern wird. Erste Prototypen sind bereits in Betrieb.

Um der steigenden Mitarbeiterzahl weiterhin ein attraktives Arbeitsumfeld bieten zu können, zog die Railtec Systems GmbH von der Sonnenbergstrasse 21 in die ehemaligen Büroräumlichkeiten der GfK Switzerland AG an der Sonnenbergstrasse 19 in Hergiswil. Die neuen Büros bieten auch Platz für die im Juni 2010 von Railtec gegründete Tochterfirma Ortics GmbH. Diese ist im Bereich der Personeninformation und Kundeninformation, Visualisierung, Videoüberwachung und Werbung tätig. Der Bereich der Fahrgastinformationssysteme für Schienenfahrzeuge wird nun komplett von der Ortics GmbH abgedeckt. Bei der Ortics GmbH sind drei Personen tätig.

Die Entwicklung der Railtec Systems GmbH sowie der Ortics GmbH sieht Lorenz Trachsel positiv: «Da wir in einem Bereich tätig sind, wo in regelmässigen ? jedoch grossen Abständen ? Fahrzeuge modernisiert werden müssen, sind wir überzeugt, dass dieser Markt definitiv eine sehr gute Zukunft hat. Weltweit nimmt der öffentliche Verkehr zu, dies bedeutet, dass auch immer Revisionen und Modernisierungen notwendig sein werden.»

www.railtec-systems.ch

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