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Der «Türkenbund» des «Misli Sepp»

Wer mit der Bürgenstockbahn das Resort auf dem Bürgenberg besucht und sich in einem der Restaurants niederlässt, dem fällt eine Symbolik der besonderen Art auf: Der «Türkenbund», eine Lilienart, welche die Uniform des Bahnpersonals wie auch die Bekleidung der Restaurationsfachleute oder der Mitarbeitenden am Empfang ziert. Die Idee dazu stammt vom «Misli Sepp», der unterhalb des Resorts in Obbürgen(NW) Landwirtschaft betreibt.

Der «Misli Sepp» (50) heisst amtlich Sepp Amstutz. Zusammen mit seiner Frau Irene (50) führt er den Hof «Untermisli» in Obbürgen. Das Anwesen liegt ein paar Meter unterhalb des Bürgenstock Resorts, womit auch die Nähe «Mislis» zum Ressort erklärt wäre. Denn der Sepp, der hat ein gutes Stück «Bürgenstock» persönlich erfahren dürfen - als Nachbar quasi. Im Zuge der Realisation des Resorts war er an Veranstaltungen als exklusiver Bratkäse -Spezialist dabei. Es gab keine Veranstaltung, die am Schluss nicht mit einer tüchtigen Portion Bratkäse (übrigens einsame Klasse) gefeiert wurde.

Wie der «Türkenbund» Karriere macht

Sepps Markenzeichen ist nicht nur sein herrlich mundender Bratkäse, sondern auch sein Hemd, in naturgrüner Farbe gehalten und mit einer besonderen Blumenpracht verziert. Es handelt sich dabei um eine Lilie, «Türkenbund» genannt. Sie wächst im Gebiet des Felsenwegs am Bürgenberg, ist also ein Eigengewächs. Doch wie kommt der «Türkenbund» zur Resort-Ehre? «Immer, wenn ich meinem Bratkäse servierte, wurde ich nach der Blume an meinem Hemd gefragt - und auch bewundert,» schmunzelt der «Misli Sepp» und ergänzt: «Irgendwann wurde ich vom Resort-Entwickler Bruno Schöpfer angesprochen. «Er meinte, der 'Türkenbund' wäre doch ein geeignetes Sujet für die Bekleidung der Mitarbeitenden.»

Gesagt - getan. Das Sujet «Türkenbund» bestand den Elchtest in Sachen Design und wurde von einer Jury unter zwölf Vorschlägen - teilweise internationale Designer - als Sieger erkoren. Seitdem macht das Schmuckstück im Resort Karriere. Verantwortlich für die Produktion ist Josy Imboden, unmittelbare Nachbarin von Sepp und Irene Amstutz-Odermatt. Sie hat den Prototypen kreiert und sorgt dafür, dass die Produktion entsprechend läuft.

Familienbetrieb mit langer Tradition

Die Nähe zum Bürgenstock Resort gründet nicht nur auf der «Türkenbund»-Geschichte, sondern auch in vielfältigen Tätigkeiten. Während Sepp mit viel Elan in Teilzeit im Betriebsunterhalt des Resorts tätig ist, hilft Gattin Irene als Schneiderin mit, die Uniformen der Belegschaft in Stand zu halten. Hauptsächlich führen sie aber einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb mit Milchwirtschaft, Mastschweinen und Kleintieren. Der Hof ist mit dem Postauto gut erreichbar. Einmal angekommen, können schmackhafte Produkte wie Alpkäse, Würste, Eier oder Trockenfleisch frisch ab Hof gekauft werden. «Untermisli» ist ein Traditionsbetrieb, der auch zur Party lädt: In einer eigens eingerichteten «guten Stube» gelangen Gruppen in den Genuss all der Leckereien, die der Hof hergibt. Die Beliebtheit-Skala wird vom legendären «Misli»- Bratkäse angeführt.

Die Kühe sömmern auf der «Unterste Hütte» auf dem Niederbauen. Die Rinder verbringen den Sommer im «Unterstock» am Brisen. Die Alpabfahrt mit Schmuck ist in der Familie seit Generationen ein besonderes Ereignis. Seit über 45 Jahren wird dieser Brauch gepflegt. Das «Untermisli» ist übrigens auch Teil der Initiative «Natürlich Nidwalden». Und wie der Name sagt, handelt es sich um eine Organisation, die dafür sorgt, dass regionale Produkte an die Frau bzw. an den Mann bringt. Der «Türkenbund» ist ein aussergewöhnlicher Beitrag dazu. (jo.)

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