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Kopf der Woche

Sylvia Egli von Matt, maz, Luzern

Das maz, die Schweizer Journalistenschule, seit 1984 erfolgreich am Markt (zuerst in Kastanienbaum, seit 2003 in Luzern), denkt an einen Domizilwechsel. Warum? Weil der Kanton Luzern den Unterstützungsbeitrag von 50 000 Franken gestrichen hat und so auch Wertschätzung einer renommierten Institution gegenüber vermissen lässt. maz-Direktorin Sylvia Egli von Matt ist im Auge des Hurrikans.

Eigentlich wäre alles so einfach. Das maz, die Schweizer Journalistenschule, eine Institution mit internationaler Ausstrahlung, sorgt für Qualität im Journalismus, ist zentral und optimal gelegen, ist unabdingbarer Teil des Campus Luzern, finanziert sich zu einem übergrossen Teil selbst – und ist eigentlich ein Glücksfall für Stadt und Kanton Luzern.

Das sehen nicht alle so. Vor allem jene nicht, die politisch via Kantonsparlament am Drücker sind und in einer Hauruckübung den Unterstützungsbeitrag von 50 000 Franken gestrichen haben. Dem kann man auch geringe Wertschätzung sagen. Jedenfalls sieht das der maz-Stiftungsrat so, und er zeigt sich plötzlich offen gegenüber Avancen anderer Städte und Regionen, die einen solchen «Trüffel» gerne bei sich hätten. Irgendwie ist nun also das Buffet eröffnet, es liegen süsse Offerten vor – und in Luzern, genauer im Kanton, fängt es gewissen an zu dämmern. Bei der Stadt ist die Befindlichkeit schon lange klar: Das maz gehört zu Luzern.

Das sieht auch ein Unterstützungskomitee so, das unter dem Namen «Nicht ohne maz» eifrig Unterschriften sammelt. Es werden im Endstadium wohl gegen 1000 sein, die dem Aufruf des prominent besetzten Komitees folgen werden.

Mittendrin – und das ist ja da, wo Medienschaffende eigentlich sind –, also im Auge des Hurrikans, befindet sich die Direktorin, Sylvia Egli von Matt. Sie führt die Schweizer Journalistenschule seit 1998 mit hoher Kompetenz, viel Umsicht, einer ausgeprägten strategischen «DNA» und mit viel diplomatischem Geschick. Denn die Anforderungen, die heute an den Journalismus gestellt werden, sind hoch: Das Programm muss stimmen; es muss vor allem aktuell sein in einer Zeit, die Echtzeit ist. Es braucht auch kompetente Dozentinnen und Dozenten, die gefunden werden müssen. Sylvia Egli von Matt ist es gelungen, das maz optimal zu positionieren. Der Erfolg gibt ihr recht.

Sylvia Egli von Matt hat den Journalismus von der Pieke auf erlernt. Nach dem Studium (lic. phil. I, Universität Zürich) arbeitete sie für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften als freie Journalistin BR mit Schwerpunkten Politik und Gesellschaft. Darauf folgte die Tätigkeit als Zentralschweizer Korrespondentin mit Schwerpunkt Politik beim «Tages-Anzeiger». Seit 1992 ist sie beim maz tätig – zuerst als Studienleiterin Diplomausbildung und danach als erste Leiterin des Nachdiplomstudiums Journalismus, bevor sie 1998 die Leitung der Schweizer Journalistenschule übernahm. 1999 folgte ein Studienaufenthalt in den USA.

www.maz.ch

www.nicht-ohne-maz.ch

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