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Kopf der Woche

Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans

Die Aufmerksamkeit war den Pilatus Flugzeugwerken sicher, als sie an der «European Business Aviation Conference and Exposition» (EBACE) in Genf den PC-24 vorstellten. Die treibende Kraft hinter dem ehrgeizigen Projekt: Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk.

Oscar J. Schwenk ist kein Mann, der lange um den heissen Brei herumredet. Viel lieber krempelt er die Ärmel hoch und packt an. Wortkarg gab er sich in jüngster Zeit nur dann, wenn es um den neuen Flieger aus dem Hause Pilatus ging, den PC-24. Dies aus gutem Grunde. Denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Keiner weiss das so gut wie Oscar J. Schwenk. Doch jetzt hat die Geheimniskrämerei ein Ende. Stolz präsentierte der Verwaltungsratspräsident der Pilatus Flugzeugwerke an der «European Business Aviation Conference and Exposition» (EBACE) in Genf den neuen Flieger «Made in Stans». Und wie schon beim PC-12 scheinen die Stanser Flugzeugentwickler den Nerv der Kunden getroffen zu haben. Beim PC-24 handelt es sich um den weltweit ersten Business-Jet, der serienmässig mit einem Frachttor ausgestattet ist und auch auf sehr kurzen Pisten starten und landen kann. «Der PC-24 ist eine komplette Neuentwicklung und – ganz wichtig – es ist kein ‹Me-too-Produkt›. Das heisst», so Oscar J. Schwenk, «es gibt keinen anderen Businessjet auf dem Markt, der die gleichen Fähigkeiten und Vorzüge hat wie unser neuer Jet. Wir zielen damit wieder auf eine Marktnische und ich bin überzeugt, dass wir darin erfolgreich sein werden.»

Kundenbefragung

Oscar J. Schwenk war schon in leitender Funktion dabei, als Pilatus den PC-12 entwickelte. Mit über 1200 verkauften Fliegern ist der PC-12 die Erfolgsgeschichte schlechthin. Und hier knüpfte Oscar J. Schwenk mit seinem Team an. «Vor mehr als zehn Jahren haben wir begonnen, unsere PC-12-Kunden zu fragen, was ihnen das nächste Pilatus Flugzeug bieten sollte. Die Antworten waren immer dieselben: grössere Distanzen schneller zurücklegen – ohne aber auf die bekannten Stärken des PC-12, wie zum Beispiel auf die Kurzstart- und Landeeigenschaften, verzichten zu müssen. Das war eine grosse Herausforderung für unser Entwicklungsteam. Umso stolzer sind wir, mit dem PC-24 heute genau dieses Flugzeug vorstellen zu können, welches die geforderten Fähigkeiten erfüllen kann.»

«Pilatus Spirit»

Daran, dass es den Pilatus Flugzeugwerken heute sehr gut geht, hat Oscar J. Schwenk einen wesentlichen Anteil. Er ist die treibende Kraft. Bei ihm stehen die Kunden stets im Mittelpunkt. «Der Aufbau eines guten Rufes dauert Jahre. Es braucht aber nur wenige Wochen, um ihn zu verlieren», sagt er. Aus diesem Grunde legt der Verwaltungsratspräsident grossen Wert auf den fast schon legendären «Pilatus Spirit». Im Management sind ihm jene Leute ein Gräuel, die häufig die Stelle wechseln. «Sie zetteln etwas an, gehen wieder und die Verantwortung müssen dann andere tragen.» Oscar J. Schwenk hat schon in jungen Jahren gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Das Gleiche verlangt er von seinen Mitarbeitenden. «Jedem Mitarbeiter muss klar sein, dass wenn es der Pilatus gut geht, es allen gut geht.» Der Verwaltungsratspräsident lebt dies Tag für Tag vor. Vermutlich sei er ein Selbstmotivator, der auch andere motivieren könne, das scheinbar Unmögliche in Betracht zu ziehen, sagt Oscar J. Schwenk über sich. Hinter den Erfolgen von Pilatus steht auf jeden Fall harte Arbeit. Und wenn Oscar J. Schwenk heute sagt: «Es ist mein Ziel gewesen, das Unternehmen dorthin zu bringen, wo es heute steht», dann kann wohl nur er ermessen, wie viel Energie er in die Erreichung dieses Zieles investiert hat. «Fest steht», sagt der Macher von den Pilatus Flugzeugwerken, «ohne mein intaktes familiäres Umfeld wäre wohl vieles nicht möglich gewesen.» (bc.)

www.pilatus-aircraft.com

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