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Kopf der Woche

Johannes Heeb, Geschäftsführer cewas, Willisau

Ohne Wasser kein Leben. Das wird im Wasserschloss Schweiz gerne vergessen. Der Luzerner Geograf Dr. Johannes Heeb (53) erinnert daran. Er ist Mitbegründer und Geschäftsführer von cewas, dem internationalen Kompetenzzentrum für Wassermanagement in Willisau. Namhafte nationale und internationale Experten sind beteiligt.

Duschen bis zum Abwinken. Zähneputzen bei laufendem Wasserhahn. Was geschieht mit dem Abwasser? Was, wenn kein Wasser fliesst? Wasser begleitet unser Leben. Schliesslich bestehen wir Menschen aus 65 bis 80 Prozent Wasser, mit zunehmendem Alter abnehmend (deshalb sollten ältere Menschen genügend trinken). Wasser heisst Leben. Wasser schürt Konflikte und hat Kriege ausgelöst. In der Schweiz sitzen wir auf der Sonnenseite – wir bewohnen die Attika im Wasserschloss. Das wird als selbstverständlich verstanden. Ist es aber nicht.
Das weiss vor allem der gelernte Luzerner Geograf Dr. Johannes Heeb (53). Er hat deshalb 2011 – zusammen mit nationalen und internationalen Experten von Weltruf – die cewas, das Kompetenzzentrum für Wassermanagement, in Willisau gegründet. Das Konzept besteht aus einem Reservoir an Angeboten und Dienstleistungen. Nämlich: Kreislaufwirtschaft und Ressourcenmanagement; nachhaltiges Wasser- und Abwassermanagement; Entwicklungszusammenarbeit; Geschäftsführung und Projektmanagement; Beratung von Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und NGOs sowie Stadt- und Regionalentwicklung.

Im Kern bietet cewas Hilfe zur Selbsthilfe: Qualifizierte Fachleute finden professionelle Unterstützung beim Aufbau ihrer Unternehmungen; bestehende Technologie- oder Serviceanbieter können sich mit den cewas-Start-ups vernetzen, sich an diesen beteiligen und somit neue, wertvolle Märkte erschliessen. Investoren wiederum können ihre Risiken merklich reduzieren, indem sie mögliche «Investitionsempfänger» durch cewas unterstützen lassen. Und Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen können bei cewas Mitarbeitende ausbilden lassen und sie auf diese Weise auf neue Kooperationen mit dem privaten Sektor vorbereiten.

Mit dem Geschäftsverlauf ist cewas-Firmengründer Johannes Heeb sehr zufrieden. «Ich bin positiv überrascht, wie gut das Programm läuft. Das belegen auch die Rückmeldungen von Start-ups, die wir begleitet haben», stellt der Entwickler der «Idee Tropenhaus» fest: Er brachte mit diesem Konzept die nachhaltige Produktion tropischer Früchte und Gewürze in die Schweiz. Beispiele dafür sind die Tropenhäuser in Wolhusen und Frutigen, wo Heeb im Verwaltungsrat die strategische Wasserlinie vorgibt.

Beim Lobbying für seine Idee kommt Johannes Heeb auch seine politische Karriere zugute: Von 1987 bis 1995 war er Mitglied der Luzerner Legislative, des Kantonsrats. Nach einem abgeschlossenen Geografiestudium, ergänzt durch ein Doktorat, bereiste er die Welt (von Bangladesh bis Vietnam), war in unzählige Projekte involviert und kann heute auf eine ellenlange Publikationsliste (zurück)blicken.

Mit seiner cewas reiht sich Johannes Heeb in die Liste jener Personen und Persönlichkeiten ein, die ohne Brimborium, dafür mit innerem Feuer, Wirtschaftsförderung und internationale Positionierung und Reputation vom Feinsten betreiben. Der Standort Willisau ist um eine Attraktion reicher. (jo.)

www.cewas.org

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