AKOMAG ROICOM
DAS WIRTSCHAFTSPORTAL DE ZENTRALSCHWEIZ

Fokus

  • Foto: Roger Landolt, Luzern

Unterstützung für Zentralschweizer Unternehmen

Während des Lockdowns waren Zentralschweizer Wirtschaftsförderungen wichtige Anlaufstellen für Unternehmen und deren Anliegen – und sie sind es weiterhin. Daneben gewinnen Projekte wie Neuansiedlungen von Unternehmen, Unternehmensentwicklungsprojekte und weitere an Gewicht. Die Krise kann sogar Chance sein, wie eine Umfrage bei den sechs Zentralschweizer Wirtschaftsförderungen ergab.

Die Wirtschaftsförderung Luzern hat während des Lockdowns Luzerner Unternehmen beratend unterstützt. Auf der Website wurden die relevanten Informationen für die Wirtschaft laufend aktualisiert und hilfreiche Unterstützungsmöglichkeiten für die Firmen gebündelt zusammengefasst. Mit regelmässigen Newsletters und Mitteilungen auf den sozialen Medien wurden die Firmen über aktuelle Themen informiert. «Wir konnten vielen Firmen zeitnah und unkompliziert weiterhelfen», sagt Ivan Buck, Direktor der Wirtschaftsförderung Luzern. «Geschätzt wird auch die kostenlose juristische Beratung, welche wir zusammen mit dem Luzerner Anwaltsverband aufbauen konnten», so Buck. Die Wirtschaftsförderung Luzern hat die Anliegen der Wirtschaft in dieser Zeit konsequent bei der Regierung und Verwaltung eingebracht.

In Nidwalden gingen unzählige Anträge für Kurzarbeit ein. «Im Kanton Nidwalden haben rund 1000 Firmen infolge COVID-19 Kurzarbeit angemeldet, über 8'000 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Dies entspricht mehr als einem Drittel aller Arbeitsplätze im Kanton Nidwalden. Die Arbeitslosenquote stieg von 0,9 % im Februar 2020 auf 1,6 % im April 2020. Die Bewältigung dieser Situation ist für den Kanton Nidwalden natürlich mit grossen Herausforderungen verbunden», erklärt Sandra Waser von der Wirtschaftsförderung Nidwalden.
Nidwaldner Kleinunternehmen, welche sich aufgrund der Corona-Krise in einer finanziellen Notsituation befinden, können zuhanden des COVID-19-Fonds ein Gesuch für einen einmaligen, nicht rückzahlungspflichtigen Beitrag in der Höhe von 10'000 Franken stellen.

Innovative Projekte sind gefragt

Im Kanton Obwalden sind die wirtschaftlichen Auswirkungen je nach Branche sehr unterschiedlich. Felix Fischbacher, Geschäftsführer von Standort Promotion in Obwalden: «Besonders stark betroffen waren und sind der Tourismus und das tourismusnahe Gewerbe. Die Industrie- und Technologiefirmen erleben die Auftragslage deutlich volatiler als im Vorjahr, mit zum Teil grossen Schwankungen». Generell kann aber festgestellt werden, dass sich die Obwaldner Unternehmen agil bewegen und das Beste aus der schwierigen Situation machen. «Ein Beispiel dafür ist Engelberg, wo sich die Tourismuspartner in Rekordzeit mit einer viel beachteten Kampagne ins nationale und internationale Rampenlicht gerückt haben, in dem sie für das medizinische Personal 1000 Wochen Ferienwochen verlosten. Dabei konnte eine hohe Aufmerksamkeit für die Destination erzeugt werden», sagt Felix Fischbacher.

Stefan Büeler, Leiter Abteilung Wirtschaft und Tourismus des Kantons Uri, freut sich, dass die Gründungszahlen von neuen Unternehmen in den ersten Monaten des Jahres ein positives Bild ergeben. «Der Kanton Uri profitiert von innovativen und solid aufgestellten Unternehmen. Die wirtschaftliche Aufbruchstimmung durch die touristische Entwicklung in Andermatt oder die grossen Investitionen im Urner Talboden werden bei der Bewältigung der Krise hilfreich sein», sagt er.

Neuansiedlungen weiterhin wichtig

Die Zentralschweiz ist attraktiver Firmenstandort, was die Zahlen der Firmenansiedlungen zeigen. Im vergangenen Jahr waren es 61 Firmenansiedlungen, die von der Kontaktstelle Wirtschaft in Zug begleitet wurden. In Schwyz wurden 24 Firmen aktiv begleitet, in Luzern 21 (und 33 Unternehmensentwicklungsprojekte), zehn in Uri. In Nidwalden waren es 26 Neuansiedlungen, in Obwalden insgesamt 61 Firmenzuzüge.
In der Krise positiv stimmen lässt die Tatsache, dass die Zentralschweizer Wirtschaftsförderungen auch im laufenden Jahr bereits zahlreiche neue Ansiedlungsprojekte verzeichnen können. In Schwyz ist das Nettowachstum bei den Unternehmen gar gleich hoch wie im Jahr 2019 zum selben Zeitpunkt. Das Amt für Wirtschaft des Kantons Schwyz startet Ende Juni ein Impulsprogramm, um die Wirtschaft anzukurbeln. «Der Kantonsrat hat dafür mit 85 zu 5 Stimmen 2.5 Millionen Franken gesprochen», betont Urs Durrer.
Weitere Projekte sind im Gange – im Kanton Uri unter anderem die Bestandespflege der Unternehmen, die Tourismusförderung und die Neue Regionalpolitik. Wichtig bleiben überall auch Unternehmensentwicklungsprojekte.
Die Herausforderungen für die Zentralschweiz bleiben jedoch bestehen. «Für die Zukunft sind wir verhalten zuversichtlich, die Krise wird aber längerfristig nicht ausgestanden sein», sagt Felix Fischbacher.

Dass der Krise auch positives abgewonnen werden kann, zeigt sich im Kanton Zug. «Die Wirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt sind so mannigfaltig, dass auch der Weg aus der Krise demenentsprechend komplex ist», gibt Silvia Thalmann-Gut, Regierungsrätin des Kantons Zug, zu bedenken. Und dass jede Krise auch Chancen birgt: «Aus den Erkenntnissen der Coronakrise werden zukunftsweisende Innovationen, Investitionen und Aktivitäten hervorgehen. Das gilt für technische Innovationen wie Digitalisierung, medizinisch-pharmazeutische Produkte und Prozesse, für eine ganzheitliche Krisenvorsorge sowie für politische und soziale Neuerungen. Aufgrund der starken Verfassung der Zuger Wirtschaft vor der Krise sind wir zuversichtlich, dass wir die Coronakrise gemeinsam bewältigen können», erklärt sie. (nj./pd.)

www.steuern-nw.ch/standort-nidwalden/nidwalden

www.luzern-business.ch

www.iow.ch/de/home/

www.ur.ch/unterinstanzen/903

www.sz.ch/wirtschaftsfoerderung

www.zg.ch/behoerden/volkswirtschaftsdirektion/kontaktstelle-wirtschaft#einstieg_block_1

zurück zur Übersicht