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Naturgefahren-Radar – ein smartes Analysetool für Alle

Naturgefahren kennen keine Zeiten und halten sich schon gar nicht an Bürostunden. In Zeiten, wo man über alles und jedes informiert zu sein scheint, ging allerdings der Umgang mit den Naturgewalten etwas in Vergessenheit. Der Naturgefahren-Radar der Zurich Versicherung ist ein gutes Mittel wenn es darum geht, Naturgefahren, egal ob im Sommer oder Winter, präventiv einzuschätzen.

Das Thema Naturgefahren wird gerne mal auf die Seite geschoben. In den letzten 20 Jahren ist auch nichts passiert, also ist auch morgen und übermorgen nicht mit einem Ereignis zu rechnen. Roland Betschart, Leiter Zurich Klimadialog, kennt diese Problematik und kann dies Herr und Frau Schweizer nicht einmal verübeln. Erst wenn wieder einmal etwas passiert wie der Bergsturz und Murgang in Bondo im Bergell in diesem Sommer, wird das Thema Naturgefahren auf einen Schlag wieder brandaktuell. Doch so schnell wie das Thema aktuell geworden ist, rückt die Problematik wieder in den Hintergrund. «Dabei», sagt Roland Betschart, «treffen die Auswirkungen des Klimawandels das Alpenland Schweiz auf verschieden Ebenen.»

Gletscher- und Permafrostschmelze, Schneerückgang bringen schwerwiegende Veränderungen im Wasserhaushalt und Landschaftsbild mit sich und extreme Wetterereignisse nehmen zu. «Nur ein schon starkes Gewitter führt vor Augen, welche Kräfte die Natur freisetzen und welche Schäden sie anrichten kann», so der Leiter Zurich Klimadialog. Auch wenn wie gerade jetzt in den Bergen genügend Schnee zum Ausüben verschiedenster Wintersportaktivitäten liegen, werden gemäss einer Studie der Universität Fribourg bis 2090 ca. 90 Prozent der Gletscher in den Zentralschweizer Alpen weggeschmolzen sein. «Die Zunahme der Naturgefahren im Kontext von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Konzentration von Sachwerten stellt die Schweizer Bevölkerung vor neue Herausforderungen», ist Roland Betschart überzeugt. 

Analysetool für Laien und Fachleute

Die Risiken von Naturgefahren einzuschätzen erfordert viel Fachwissen und Erfahrung. Kommt hinzu, dass für einen Grossteil der Wohnbevölkerung die vorhandenen Informationen nur schwer zugänglich und schwierig zu interpretieren sind. Aus diesem Grund hat die Zurich Schweiz vor zwei Jahren den Naturgefahren-Radar lanciert und diesen ständig aktualisiert. Auf der Online-Plattform www.zurich.ch/naturgefahren können Laien und Fachleute mit wenigen Mausklicks  bis auf die Hausnummer genau evaluieren, ob und von welchen Naturgefahren eine Immobilie bedroht ist. «Der Radar hilft», so Roland Betschart, «das Gefahrenpotenzial bei sich zu Hause oder in der Unternehmensliegenschaft zu erkennen und Massnahmen an die Hand zu nehmen um sich zu schützen.» Als Grundlage dienten den Machern des Radars die Gefahren- und Gefahrenhinweiskarten der Kantone sowie die Karten des Bundesamts für Umwelt (BAFU). In der Folge wurde das webbasierte Analyseinstrument mit Experten und Geologen der GEOTEST AG sowie der Unterstützung von Bund und Kantonen entwickelt. 

Ein einfacher Check reicht schon

Der Naturgefahren-Radar liefert den Benutzern erste Anhaltspunkte wie man sich schützen kann und bietet zusätzliche Informationen rund um Risiken und Gefahren von Naturereignissen. Ein einfacher und sinnvoller Check um zu verstehen, ob weitere Schritte nötig sind. Je nach Analyseresultat empfiehlt es sich, mit einem Fachmann eine vertiefte Einschätzung vor Ort zu machen. Egal, ob jemand ein Haus kaufen will, einen Neubau plant oder Renovationen anstehen: Eine Konsultation des Naturgefahren-Radars lohnt sich auf jeden Fall im Vorfeld. «Denn», so Roland Betschart, «vorausschauendes Handeln und der bewusste Umgang mit Naturgefahren liegen in der Verantwortung jedes Einzelnen.» Aus diesem Grund hat Zurich auch den Ratgeber «Naturgefahren in der Schweiz» publiziert, der praktische Informationen über Massnahmen zur Risikominderung enthält. (bc.)

www.zurich.ch/naturgefahren

 

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