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Die Zentralschweizer Wirtschaft im Auge

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) unterhält Auguren an acht Standorten in der Schweiz, darunter in Luzern. Dort ist neu Gregor Bäurle für die Region Zentralschweiz zuständig. Thomas Jordan, der Präsident des SNB-Direktoriums, war bei der Inauguration dabei und nahm eine geld- und wirtschaftspolitische Lagebeurteilung vor.

Für Thomas Jordan, den Präsidenten des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, ist die Schweiz auf gutem Weg, muss aber die Risiken im Auge behalten. Vor führenden Wirtschaftsvertretern der Zentralschweiz nahm er unlängst in Meggen eine wirtschafts- und geldpolitische Lagebeurteilung vor. So hat sich die Schweiz von den Auswirkungen der Finanzkrise (inklusive Aufhebung des Frankenmindestkurses 2015) gut erholt. Er führt dies auf die guten Rahmenbedingungen zurück, «die erhalten bleiben sollten», wie er an die Adresse der Politik betonte. Auch seien die Schweizer Unternehmen äusserst flexibel, was sich am Beispiel der Erhöhung der Arbeitszeit gezeigt habe. «Ich werde im Ausland oft bewundernd auf die hohe Flexibilität unserer Wirtschaft angesprochen», bemerkte Thomas Jordan und ergänzte, die Geldpolitik der SNB werde unverändert beibehalten. Die Nationalbank bleibe bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv, wobei sie die gesamte Währungssituation berücksichtige. Aktuell sei der Franken wieder zu hoch bewertet. «Die Lage am Devisenmarkt zeigt sich weiterhin fragil. Der Negativzins bleibt ebenso notwendig wie Interventionen der SNB am Devisenmarkt», folgerte Thomas Jordan.

Gregor Bäurle folgt auf Walter Näf

Thomas Jordans Besuch in Meggen hatte auch eine Personalie als Grund. Ab dem 1. Oktober ist Gregor Bäurle (40) neuer Delegierter für Wirtschaftskontakte in der Region Zentralschweiz. Er übernimmt in dieser Funktion die Nachfolge von Walter Näf, der im Auftrag der SNB auf Anfang 2019 zur Schweizerischen Delegation bei der OECD in Paris wechselt. Walter Näf war während 14 Jahren in dieser Funktion tätig. Gregor Bäurle schloss das Studium der Volkswirtschaft an der Universität Bern, nach einem Forschungsaufenthalt in den USA, mit dem Doktorat ab. Es folgte eine Tätigkeit als Analyst im Bereich der Energiemärkte bei der CKW, Luzern. Seit 2010 ist der neue SNB-Delegierte für die Nationalbank als ökonomischer Berater in der Organisationseinheit «Konjunktur Schweiz» tätig. Zudem ist er Lehrbeauftragter an der Universität Bern.

Die Zentralschweizer Wirtschaft im Auge

Die Delegierten für regionale Wirtschaftskontakte repräsentieren die Nationalbank in den Regionen der Schweiz. Insgesamt sind es deren acht in Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, St. Gallen und Zürich. Sie haben einerseits die Aufgabe, Kontakte zu Firmen in ihrer Region zu halten und das Direktorium über die wirtschaftliche Entwicklung zu informieren; andererseits erläutern sie als Botschafter der Nationalbank deren Politik gegenüber ihren Ansprechpartnern in der Wirtschaft, lokalen Behörden, Verbänden und der Öffentlichkeit. Gregor Bäurle übernimmt im Falle der Zentralschweiz von seinem Vorgänger Walter Näf über 300 Adressen von Unternehmen und Institutionen. Pro Quartal waren das gut und gerne 30 Firmengespräche, die Näf geführt hat. Auf der Basis von schweizweit rund 250 Unternehmen entsteht so ein Bild über den Verlauf der Realwirtschaft in der Schweiz. Diese Konjunktureinschätzung dient dem SNB-Direktorium anlässlich seiner vierteljährlichen Lagebeurteilung – neben weiteren Informationen aus anderen Quellen – für geldpolitische Entscheide. Neben den regionalen Delegierten für Wirtschaftskontakte verfügt die Nationalbank auch über einen Stab von Beiräten. In der Zentralschweiz sind dies: Thomas Herbert, CEO der Magazine zum Globus AG (Vorsitzender); Norbert Patt, CEO der Bergbahnen Engelberg-Trübsee -Titlis AG; Adrian Steiner, VR und CEO der Thermoplan AG, sowie Alain Grossenbacher, VRP und CEO der Eberli Sarnen AG. (jo.)

Bild: Nationalbank-Power in Meggen: Walter Näf, Thomas Jordan, Gregor Bäurle (v.l.)

www.snb.ch

www.ckw.ch

 

 

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