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HAG Modellbahnen GmbH Stans

Den Entscheid, die Firma HAG Modellbahnen zu übernehmen und den Produktionsstandort nach Nidwalden zu verlegen, hat Heinz Urech nie bereut. Damit rettete der Chef der Polytrona AG ein Schweizer Traditionsunternehmen. Seit Oktober 2012 werden nun die H0-Eisenbahnmodelle in Stans in reiner Handarbeit hergestellt.

Dass Stans seit gut zwei Jahren bei den Liebhabern von Modelleisenbahnen zum Inbegriff für Qualität und Innovation geworden ist, liegt an jenem ehemaligen Ostschweizer Unternehmen, dessen Produkte noch für echte Schweizer Handwerkskunst stehen: Die Rede ist von HAG Modellbahnen. Ein Name, der bei Modelleisenbahnfreaks unweigerlich für leuchtende Augen sorgt. Dass das traditionsreiche Unternehmen heute nicht mehr in Mörschwil, sondern in Stans zu Hause ist, finden einige zwar schade, auf der anderen Seite konnten mit diesem Umzug das grosse Know-how und das Unternehmen selber gerettet werden. Und der Mann, der dies alles erst ermöglicht hat, heisst Heinz Urech, seines Zeichens Geschäftsführer der Polytrona AG in Stansstad, wo sich der Kreis denn auch wieder schliesst. Denn eigentlich reiste Heinz Urech für die Herstellung einer neuen Leiterplatte, das Kerngeschäft der Polytrona AG, zu den Modelleisenbahnbauern nach Mörschwil. «Doch das Gespräch drehte sich sehr schnell um das bevorstehende Aus der HAG Modelleisenbahnen AG. Da ich selber eine sehr grosse Affinität zu Modelleisenbahnen habe, war mir schnell klar: Dieses grosse Know-how dürfen wir nicht einfach so aus der Hand geben.» Im Oktober 2012 wurde der Produktionsstandort nach Stans in die Oberstmühle verlegt – ein Entscheid, den Heinz Urech bis heute nicht bereut.

Fingerspitzengefühl

In den Wagenparks der Modelleisenbähnler stehen sogenannte H0-Modelle (ausgesprochen «Ha-Null»). Dabei steht die Bezeichnung H0 für das Grössenverhältnis 1:87 zwischen Modell und Vorbild. Die Originallokomotive ist denn auch das Mass aller Dinge. Daran haben sich auch Geschäftsführer Heinz Urech und seine Mitarbeitenden in Stans zu halten. Nicht genug damit, dass das Gehäuse massstabgetreu sein und dem Original wie ein Ei dem andern gleichen muss. Selbst kleinste Details wie der Stromabnehmer, im Fachjargon «Pantograph» genannt, oder die Scheibenwischer müssen haargenau stimmen. Eine HAG-Lokomotive besteht je nach Modell aus rund 180 bis 200 Einzelteilen. Zwischen vier und acht Stunden dauert das Zusammensetzen einer Lokomotive. «Und zwar in reiner Handarbeit», präzisiert Heinz Urech.

«Swiss made» als Label

Handgemacht, detailgetreu, Schweizer Qualität: Darauf fahren die Modelleisenbahnfans auf der ganzen Welt ab, auch wenn bei HAG Modellbahnen in Stans ausschliesslich Fahrzeuge nachgebaut werden, die nur auf Schweizer Schienen verkehren. «Swiss made» ist für Heinz Urech nicht nur ein Label oder Gütezeichen, «sondern gleichzeitig auch Verpflichtung. Von den Einzelteilen bis hin zur Verpackung achten wir darauf, dass alles auch tatsächlich in der Schweiz hergestellt wird.» Geschäftsführer Heinz Urech ist zu Recht stolz darauf, dass in der Zwischenzeit einige Unternehmen in Nidwalden vom Zuzug der HAG Modellbahnen GmbH ganz direkt profitieren können, indem sie als Zulieferer rekrutiert wurden. Und dass sich bei der Zusammenarbeit mit der Polytrona AG und der HAG Modellbahnen GmbH Synergien ergeben, hat sich bereits in der kurzen Zeit, seit HAG-Modelleisenbahnen in Nidwalden gebaut werden, bewahrheitet.

Umrüsten von Modellen

Was HAG-Modelleisenbahnen einzigartig macht, ist die Tatsache, dass die Modelle sowohl auf modern gesteuerten digitalen wie auch auf analogen Anlagen fahren können. «Und wir rüsten ältere Modelle um. Dies wird von den Modelleisenbähnlern besonders geschätzt», weiss Heinz Urech. Während der Verkauf der HAG-Modelleisenbahnen ausschliesslich über den Fachhandel erfolgt, können Modellbahnen für Umbauten direkt zugestellt werden. (bc.)

www.hag.ch

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