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Energielieferant Vierwaldstättersee

Luzern. Im Winter heizen. Im Sommer kühlen. ewl energie wasser luzern baut im Grossraum Luzern ihr Fernwärme-Angebot aus. Die Energie stammt dabei aus dem Vierwaldstättersee. Diese Art der Energiegewinnung ist ökologisch bedenkenlos und hat auch keine negativen Auswirkungen auf die Fischerei.

Die Wassertemperatur in den Tiefen des Vierwaldstättersees beträgt das ganze Jahr über konstant fünf bis sechs Grad. Es ist also eigentlich eiskalt. Daraus will man Wärme gewinnen? «Ja das geht. Sehr gut sogar», sagt Stephan Marty. Er ist CEO von ewl energie wasser luzern. Er hat ehrgeizige Pläne, wenn es um die Nutzung von See-Energie geht. Ende 2016 hat ewl die Energiezentrale Inseliquai von den SBB und der Post erworben. Mit dieser Anlage werden der Bahnhof, das Post- und Universitätsgebäude, die Gewerbeschule sowie das KKL Luzern und das Hotel Radisson mit Wärme und Kälte aus dem See versorgt. Für Stephan Marty ist dies erst der Auftakt zu einem umspannenden Fernwärmenetz rund um das Luzerner Seebecken.

Wasser aus der Horwer Bucht

In einer nächsten Phase sollen Kriens und Horw mit See-Energie erschlossen werden. Ins Blickfeld rücken danach das Gebiet Tribschen in der Stadt Luzern, die Kleinstadt und schliesslich das rechte Seeufer. Das Areal Schweighof soll bereits für die Heizperiode 2019/2020 ans Netz gehen. «Das ist ehrgeizig, aber realistisch», ist Stephan Marty überzeugt.

Langfristiges Projekt

Überstürzt gehandelt wird jedoch nicht. Stephan Marty rechnet mit einem Zeithorizont von sicherlich 25 Jahren für die Realisierung dieser See-Energie-Projekte. Grosse Stolpersteine sind keine in Sicht. «Ökologische Bedenken sind unbegründet», sagt er. «Es gibt genügend Studien, die zeigen, dass diese Art der Energiegewinnung keine negativen Auswirkungen auf die Fauna und Flora sowie die Fischerei hat. Zwar wird sechs Grad kaltes Wasser dem See entnommen und rund zwei bis drei Grad kälter wieder eingeleitet. Aber das ist eine minime Differenz.» 

So funktioniert die See-Wärme beziehungsweise -Kälte: Eine Wasserpumpe fördert das Seewasser in eine Energiezentrale. Dort wird mittels Wärmetauscher die Wärme an ein separates Energienetz übergeben. Das in den See zurück fliessende Wasser ist ökologisch unbedenklich. Mittels einer Wärmepumpe wird das Seewasser auf das notwendige Temperaturniveau angehoben und in die Haushalte verteilt. Die derart gewonnene Energie ist äusserst umweltfreundlich und preiswert. (pf.)

www.ewl-luzern.ch

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