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  • Beat Bussmann, CEO und Inhaber der Opacc Software AG. Bild: Opacc Software AG

Generationenprojekte bei Opacc Software AG

Der Schweizer Software-Hersteller in Rothenburg stellt sich der Zukunft. Mit Nytron wird im Frühjahr 2024 – nach intensiver Entwicklung – eine komplett neue Benutzeroberfläche lanciert. Und: Beat Bussmann, Gründer, Inhaber und Software-Pionier, gleist seine Nachfolge auf. Er stellt sich aktuellen Fragen.

Es gibt nur wenige Schweizer Software-Hersteller. Viele Anbieter wurden verdrängt, übernommen oder sind sonst wie vom Markt verschwunden. Opacc ist bereits 35 Jahre im Geschäft und dies höchst erfolgreich. Was macht Opacc so einzigartig?
 
Opacc lanciert mit Nytron ein sehr grosses Projekt. Wie ist der aktuelle Stand?
Beat Bussmann: An Nytron arbeiten wir seit 2018. Ziel ist eine vollständig aktualisierte Benutzeroberfläche für Opacc ERP. Dabei sollen bewährte Konzepte erhalten, Design und User Experience aber komplett erneuert werden. Technisch gesehen geht es um die Neuimplementierung von 1,2 Millionen Zeilen Code. Dies ist soweit abgeschlossen, dass wir intern seit Mitte Oktober mit der Nytron-Technologie produktiv arbeiten. Bis zur Freigabe an die Kunden werden noch Fehler bereinigt, Pendenzen erledigt und Optimierungen vorgenommen. Die Freigabe erfolgt wie geplant am 31. März 2024.
 
Was erhoffen Sie sich von Nytron?
Seit 34 Jahren arbeiten wir daran, die Bedienung unseres ERP für die Anwender so einfach und verständlich wie möglich zu halten, ihnen aber gleichzeitig immer mehr Funktionalität zur Verfügung zu stellen. Diese zwei im Kern gegenläufige Ziele unter einen Hut zu bringen, ist eine grosse Herausforderung. Mit Nytron machen wir gerade in dieser Hinsicht nun den in der bisherigen Geschichte grössten Schritt. Wer mehr Funktionalität benötigt, hat sie stets direkt zur Verfügung, wer sie nicht benötigt, wird bei seiner Arbeit dennoch nicht abgelenkt. Für mich persönlich ist es gleichzeitig der Be- weis, dass die Trennung von Plattform und Anwendungen, wie wir es in der letzten Dekade vollzogen haben, unglaublich wertvoll ist. Denn nur so war es überhaupt möglich, einfach die Bedienungs-Schicht der ERP-Anwendung kom- plett zu erneuern. Dass wir dabei auch gleich auch noch die Update-Garantie gewährleisten können und sämtliche installations- und benutzerspezifischen Einstellungen übernehmen, ist aus meiner Sicht ein Meisterstück schweizerischer Ingenieurskunst.
 
Sie haben Ihre Nachfolge sorgfältig aufgegleist. Wer wird das Zepter übernehmen?
Opacc setzt auch in Zukunft auf Kontinuität. Dies sowohl bei der Eigentümerschaft wie auch bei der Unternehmensführung. Das kann ich schon heute verraten. Aber natürlich werden meine Kolleginnen und Kollegen noch vor der Öffentlichkeit erfahren, wie das genau aussehen wird und wer das Zepter übernehmen wird.

Wo sehen Sie für die neue Führung bzw. für Opacc die grössten Herausforderungen?
Enterprise-Software ist komplex und wird noch komplexer. Dies nicht nur bei der Entwicklung, sondern mindestens ebenso bei der Implementierung in einem Unternehmen.
Die allergrösste Herausforderung für die Kunden jedoch ist der erfolgreiche Betrieb der Enterprise-Anwendungen über eine lange Zeitdauer. Und genau hier sind wir sehr gut positioniert, denn sämtliche Disziplinen befinden sich bei uns unter einem Dach. Das ist gleichzeitig der grosse Unterschied zum Mitbewerber, der die verschiedenen Aufgaben über Kontinente oder gar über den Globus verteilt hat. Zudem verfügen wir über eine Software-Architektur, die Erweiterungen und Anpassungen an neue Anforderungen und Chancen jederzeit ermöglicht.
Diese Stärken haben einen sehr grossen Kundennutzen. Es geht also darum, diesen Stärken treu zu bleiben und sie konsequent für relevante Innovationen zu nutzen.
 
Werden Sie weiterhin auf der Opacc-Bühne stehen, zum Beispiel an der Opacc Connect?
Als interessierter Miteigentümer und Verwaltungsrat werde ich das Management auch in Zukunft unterstützen. Die Bühne überlasse ich in Zukunft aber gerne anderen.
 
Wie sehen Sie Ihr Lebenswerk in 10 Jahren?
Opacc soll für Kunden und Mitarbeitende eine Topadresse bleiben.
 
Welche Meilensteine haben Sie sich für den Ruhestand vorgenommen?
Der nächste Meilenstein ist die tragfähige Organisation der Unternehmensführung für die nächsten Dekaden. Erst wenn das gelungen ist, schaue ich weiter. (pd.)

www.opacc.ch

 

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