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Impression der Fussverkehrswoche 2022 in Emmen. Bild: zVg
Zufussgehen gestärkt
Nach vier Jahren «clever unterwegs im Fussverkehr» zieht die Albert Koechlin Stiftung eine positive Bilanz: In Zusammenarbeit mit 14 Innerschweizer Gemeinden stellten vielseitige Aktionswochen das Zufussgehen ins Zentrum. Über 4000 «clever unterwegs»-Trolleys motivieren seither zum lokalen Einkaufen.
2021 startete die Albert Koechlin Stiftung (AKS) ihr Mobilitäts-Engagement «clever unterwegs» – mit einer ersten Fussverkehrswoche in Horw. Unter dem Motto «clever unterwegs» gibt es nach wie vor verschiedene Angebote, aktuell etwa die bewährte Reallabor-Ausschreibung.
Trolleys zum Einkaufen – und zum Entsorgen
Ein Schwerpunkt des Programms «clever unterwegs im Fussverkehr» war das lokale Einkaufen zu Fuss. Im Rahmen der Aktionswochen erhielt die Bevölkerung an den jeweiligen Standorten die Möglichkeit, hochwertige, lokal produzierte Einkaufstrolleys zu einem attraktiven Preis zu erwerben. Inzwischen sind über 4000 dieser «clever unterwegs»-Trolleys im Umlauf. «Eine Umfrage unter den Käufer:innen ergab, dass die Trolleys rege genutzt werden», sagt AKS-Projektleiter Andreas Merz: «Mehrheitlich zum Einkaufen, aber beispielsweise auch zum Entsorgen. Was mich besonders freut: Ein Drittel der Teilnehmer:innen gab an, dank der Trolleys vermehrt zu Fuss zu gehen – und zwei Drittel kaufen dadurch vermehrt lokal ein.»
2500 Meinungen zum Fussverkehr
Zu den Fussverkehrswochen gehörten in allen beteiligten Gemeinden auch generelle Umfragen bei der Bevölkerung: zur Attraktivität und allfälligen «Stolpersteinen» beim Zufussgehen. Ein Drittel der insgesamt über 2500 Teilnehmenden gab an, üblicherweise zu Fuss einzukaufen, gefolgt von Einkaufsfahrten mit dem Velo oder dem Auto. In ländlicher gelegenen Orten wie Schüpfheim, Willisau oder Schwyz dominierte auch unter Personen, die gerne zu Fuss unterwegs sind, das Einkaufen mit dem Auto. In urbaneren Orten wie Emmen oder Luzern war der Anteil der Personen, die mit dem Auto einkaufen, deutlich kleiner.
1500 Hinweise zu Handlungsansätzen
Sichtbares Zentrum der Fussverkehrswochen war jeweils eine Ausstellung mit Informationen rund ums Zufussgehen. Hinzu kamen spielerische Aktionen wie Urban Golf oder «Walk to Work»-Mitmachaktionen. In Zusammenarbeit mit Pro Senectute waren vielerorts Senior:innen eingeladen, ihre Bedürfnisse an die Fussverkehrs-Infrastruktur im Rahmen eines Quartierrundgangs den Gemeinden zurückzumelden.
Zusammen mit den Antworten aus den öffentlichen Umfragen gingen somit über 1500 konkrete Hinweise von Fussgänger:innen an die beteiligten Gemeinden ein. Abgeschlossen wurden die Fussverkehrsaktionen jeweils mit einem Fachrundgang: Mitarbeitende der Verwaltung, politische Entscheidungsträger:innen sowie Mobilitäts-Fachpersonen besprachen die Erkenntnisse und diskutierten mögliche Lösungsansätze.
Auch die Rückmeldungen der Standort-Verantwortlichen seien sehr positiv gewesen, so Projektleiter Andreas Merz: «Einige waren von der regen Teilnahme der Bevölkerung gar überrascht – etwa von den langen Schlangen, die sich teilweise bei den Trolley-Aktionen bildeten. Im Rückblick lässt sich sicher sagen, dass ‹clever unterwegs im Fussverkehr› geholfen hat, Anliegen rund ums Zufussgehen in allen Innerschweizer Kantonen zu stärken.» (pd.)