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Von Adligenswil aus wird die ganze Schweiz befragt

Ob Finanzmarkt, Health Care oder Werbung ? das Adligenswiler Marktforschungsinstitut Demoscope ist in vielen Branchen zuhause. Im Auftrag seiner vielseitigen Kundschaft betreibt das Zentralschweizer Unternehmen Markt- und Meinungsforschung. Demoscope beschäftigt 70 Festangestellte und über 1000 Befragerinnen und Befrager, welche pro Jahr mehr als 500 000 Interviews durchführen. Jährlich werden über 750 Studien erstellt. Im April 2011 blickt das Unternehmen auf 50 Jahre erfolgreiche Marktforschung zurück.

Die Erfolgsgeschichte begann 1961 in einer Luzerner Wohnung. Von Dr. Werner Wyss als Firma Scope gegründet, erhielt das Ein-Mann-Unternehmen den ersten Auftrag vom Zentralverband Schweizer Milchproduzenten. Die Markteinführung des Tetrapaks war geplant. Aufgabe von Scope war es, die Wirkung der grafischen Gestaltung auf den Kartonbeuteln zu erfragen.

Heute beschäftigt Demoscope am Hauptsitz in Adligenswil 65 Festangestellte und knapp 300 freie Mitarbeitende. Weitere 5 Festangestellte sowie über 200 freie Mitarbeitende sind an den Aussenstandorten Genf und Winterthur für die Demoscope-Gruppe tätig. Verteilt über die gesamte Schweiz sind zudem etwa 500 Personen im Bedarfsfall für persönliche Befragungen im Auftrag der Demoscope im Einsatz.
«Wir beschäftigen Mitarbeitende mit psychologischer und ökonomischer Ausbildung, Statistiker sowie Personen mit kaufmännischem Background in der Planung und Beratung. Die Befragerinnen und Befrager kommen aus allen möglichen Berufssparten und verfügen über hohe kommunikative Fähigkeiten», erklärt Roland Huber, geschäftsleitender Partner von Demoscope.

Die Kundschaft des Adligenswiler Unternehmens ist vielfältig, wie Roland Huber ausführt: «Unsere Mandanten sind in allen möglichen Branchen tätig. Der Grossteil unserer Kunden sind Medien, Verlagshäuser, öffentliche Ämter, Städte, Banken und Versicherungen.»

Von der Feldarbeit bis zur Auswertung

Jährlich werden bei Demoscope über 500 000 Interviews durchgeführt. «Wir verfügen über die Ressourcen, um die ganze Breite der Markt- und Meinungsforschung abzudecken, und bieten massgeschneiderte, lösungsorientierte Forschung für jedes Budget an», erklärt Roland Huber. Das Aufgleisen der Aufträge, die Feldarbeit und die Auswertung und umsetzungsorientierte Beratung gehören zum Aufgabengebiet von Demoscope. «Für uns ist die Arbeit nach der Erarbeitung der für den Auftraggeber relevanten Entscheidungsgrundlagen noch nicht getan. Wir beraten auch bei der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse», so Huber.

Neue Technologien erschliessen grössere Möglichkeiten

Als grosse Herausforderung für die Marktforschung sieht Roland Huber den Wandel der Gesellschaft: «Seit der Gründungszeit Anfang der 60er-Jahre hat sich die Gesellschaft und damit verbunden auch das Umfeld für die Dienstleistung ?Marktforschung? stark gewandelt. Freuten sich damals noch viele Personen, sich persönlich zu einem bestimmten Thema äussern zu dürfen, so empfinden heute viele nur schon die Kontaktaufnahme als unangenehm.»

Diesbezüglich kommen den Marktforschungsspezialisten die neuen technologischen Entwicklungen zugute. Die schwere Erreichbarkeit von Personen, ein stetig steigender Anteil an Mobilfunknutzern und nicht publizierten Festnetzanschlüssen verlangen nach neuen Befragungsmethoden. «Insbesondere junge Menschen sind heute am einfachsten über das Mobiltelefon erreichbar. Wir erhalten mit Befragungen via das Mobiltelefon gute Rückmeldungsergebnisse», so Roland Huber.
Um auf dem neusten Stand der Technologie zu sein, werden bei Demoscope Investitionen in eine neue Software-Plattform getätigt. Die auskunftsbereiten Personen können selber wählen, ob sie gleich am Telefon oder die Fragen zu einem späteren Zeitpunkt via Computer oder mobil via Handy beantworten wollen.

Marktforschung als Wirtschaftsfaktor

Schlussendlich kommt Marktforschung den Konsumenten zugute, wie Roland Huber erklärt: «Das Ziel der Markt- und Meinungsforschung ist es, Erkenntnisse über die Einstellungen und Bedürfnisse der Bevölkerung zu gewinnen; dies sowohl im Interesse der öffentlichen Hand als auch der Wirtschaft und der Medien. Durch die Teilnahme an Befragungen kann die Bevölkerung zum Beispiel aktiv die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen beeinflussen, eigene Vorstellungen und Ideen einbringen. Gute Markt- und Meinungsforschung trägt durch die gesteigerte Transparenz auch aktiv zur politischen Sensibilisierung und Meinungsbildung bei. Ob auf lokaler oder nationaler Ebene, der Einbezug der Bevölkerung dient vielen Entscheidungsträgern als wertvolle Orientierungshilfe und trägt immer wieder nachhaltig zur Lösungsfindung bei», so der Geschäftsleiter von Demoscope weiter.

Auf Erfolgskurs

Demoscope versteht sich als Brückenbauer zwischen den Konsumenten und der Wirtschaft sowie zwischen der Bevölkerung und der Politik. «Es ist eine spannende Aufgabe, die Erwartungen, Bedürfnisse und Wünsche der in der Schweiz lebenden Menschen ?abzuholen?. Je besser dies gelingt, desto besser gelingt es der Wirtschaft und Politik, sich darauf auszurichten», sagt Roland Huber.

2010 konnte Demoscope mit dem Gewinn eines Grossauftrages des Bundesamtes für Statistik einen Erfolg feiern. «Der Auftrag wurde uns für die kommenden sieben Jahre zugesprochen. Wir werden 2011 zehn Vollzeitstellen schaffen können», erklärt der Geschäftsleiter stolz. Auch die Umsatzzahlen des Zentralschweizer Unternehmens sprechen für sich: Der Jahresumsatz betrug 2010 rund 13 Millionen Franken ? Tendenz steigend.

Heute werden viele Befragungen via Mobiltelefon durchgeführt.

www.demoscope.ch

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