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tig-design, Einsiedeln

Sie lieben berufliche Herausforderungen. Und die haben die beiden Einsiedler Reto Kälin und Marco Steinauer derzeit mehr als genug. Was als Hobby anfing, ist längst ein Vollzeitjob geworden, und ihre Edelstahlmanufaktur ist gefragter denn je. Zurzeit arbeiten die beiden gelernten Spengler an einem besonderen Objekt: Sie restaurieren die Madonna des bekannten Marien-Brunnens von Einsiedeln.

Obwohl ein Grossteil der Werke, welche die Edelstahlmanufaktur von Reto Kälin und Marco Steinauer verlassen, Skulpturen sind, bezeichnen sich die beiden Einsiedler nicht als Künstler. «Designer und Konstrukteure ist da schon treffender», gibt Reto Kälin zu verstehen. tic-design nennen die beiden ihr im Jahre 2002 gegründetes Label, das in Unterägeri in der Haustechnikfirma Hannes Iten AG integriert ist. Die drei Buchstaben tic stehen dabei für Technik, Innovation sowie Gestaltung in Chromstahl. Warum es gerade Chromstahl sein muss, umschreibt Reto Kälin wie folgt: «Das Material ist enorm zäh und widerstandsfähig. Es hat eine einzigartige Farbe und Eleganz.» Dass sich Chromstahl nicht einfach so verarbeiten lässt, mussten Kälin und Steinauer schon des Öfteren erfahren. «Da kann es schon mal vorkommen», erzählt Reto Kälin, «dass man nach 150 Stunden Arbeit an einem Objekt einen Fehlgriff macht und schon ist die ganze Arbeit für die Katze. Dann gibt es nur eines: Die Arbeit beginnt von vorne.»

Qualität und Funktionalität

Der 42-jährige Reto Kälin und der fünf Jahre jüngere Marco Steinauer kennen sich seit ihrer Ausbildung zum Spengler. War die Skulpturenkonstruktion anfänglich noch ein reines Hobby mit der Umsetzung von Ideen für den Eigengebrauch oder Bekannte, entwickelte sich diese Tätigkeit immer mehr zum Vollzeitjob. Während Reto Kälin der künstlerische Kopf des Duos und für die Ideen und das Design zuständig ist, übernimmt der ehemalige Skispringer Marco Steinauer den handwerklichen Part und schweisst die verschiedenen Teile zusammen. Eine Arbeit, die er schon während seiner Aktivzeit als Spitzenskispringer immer wieder zum Ausgleich ausübte. Bis eine Skulptur das Atelier verlassen kann, ist viel Handarbeit angesagt. Heute entwerfen und konstruieren die beiden Chromstahlspezialisten nebst Skulpturen auch Brunnenanlagen, Gartenmöbel, Grabschmuck oder auch Kerzenständer und Vasen. «Der Reiz liegt darin, auch scheinbar Unmögliches auszuprobieren.» Die Form ist dabei das eine. Weit grösseren Wert legen Reto Kälin und Marco Steinauer auf die Qualität «und natürlich auch Funktionalität, was bei einer Brunnenanlage beispielsweise zwingend ist», ergänzt Reto Kälin.

Ungewöhnliche Aufträge

Für Reto Kälin und Marco Steinauer ist jeder Auftrag immer wieder eine neue Herausforderung. Gegenwärtig restaurieren die beiden die Marienstatue, welche auf dem berühmten Marienbrunnen auf dem Klosterplatz in Einsiedeln steht. «Nebst viel Handarbeit kommen auch alte Handwerkstechniken zur Anwendung.» Im Auftrag eines Kunden konstruieren sie eine Libelle mit einer Spannweite von 1,6 Metern. Der Reiz liegt darin, das Aussergewöhnliche möglich zu machen. So wie damals, als sie für einen leidenschaftlichen Fischer einen Fischreiher mit einem goldenen Egli im Schnabel als Geburtstagsgeschenk konstruieren durften. Und die kupfrigen Drachenköpfe an den Dachrinnen des Klosters Einsiedeln tragen ebenfalls die Handschrift von Reto Kälin und Marco Steinauer. Die Tatsache, dass ihre Arbeiten immer mehr kopiert werden, ist für sie die Bestätigung, dass der Entscheid zur Gründung der Edelstahlmanufaktur richtig war. (bc.)

www.tig-design.ch
www.w-iten-sanitaer.ch

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