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Unternehmen

Stöckli Swiss Sports AG, Wolhusen

Wäre es damals in den späten 1960er-Jahren nach dem Kopf der helvetischen Skibranche gegangen, hätte Beni Stöckli jr. an der Verleihung des Swiss Award erst gar nicht den ersten Preis in der Kategorie «Wirtschaft» in Empfang nehmen können. Denn sowohl sein Grossvater wie auch sein Vater schwammen lange Zeit gegen den Strom und mussten einiges einstecken. Der Durchhaltewille hat sich gelohnt: Heute zählt die Stöckli Swiss Sports AG zu den grössten Sportartikelhändlern der Schweiz.

Als Beni Stöckli jr. an der Verleihung des Swiss Award in der Kategorie «Wirtschaft» einen Applaus für seine Eltern Beni und Rita Stöckli einforderte, tat er dies aus gutem Grunde. Denn nur zu gut weiss der 44-jährige Unternehmer, wie hart seine Eltern und sein Grossvater für die heutige Anerkennung kämpfen mussten. Denn eigentlich müsste Stöckli wie alle anderen ehemaligen Schweizer Skifabrikanten wie Authier, Schwendener oder Attenhofer von der Bildfläche verschwunden sein. Wäre da nicht jener Tag im Jahre 1967 gewesen, als Firmengründer Josef Stöckli die Nase von den Händlern gestrichen voll hatte und in Kauf nahm, dass er und sein Unternehmen fortan während Jahren als schwarzes Schaf der Skibranche abgestempelt wurden.

Ohne Zwischenhandel

Es war ein mutiger Entscheid von Josef Stöckli, seine Skier nur noch im Direktverkauf anzubieten. Denn das Geschäftsmodell, heute von verschiedenen Branchen mehrfach kopiert, schien angesichts des allgegenwärtigen Kartells der Skiindustrie zum Scheitern verurteilt. Die Sportartikelhändler mieden den Skibauer aus Wolhusen wie der Teufel das Weihwasser; dafür war die Akzeptanz bei den Endverbrauchern umso grösser. Die Fangemeinde der Stöcklifahrer vermehrte sich von Winter zu Winter. Die Bewunderung für den Skibauer stieg mit den Verkaufszahlen deutlich. Er – Stöckli – blieb aber immer noch das schwarze Schaf der Branche. Denn das, was im Normalfall im Zwischenhandel liegen blieb, gab Josef Stöckli direkt seinen Kunden weiter. Dass es nur Vorteile hatte, dass er sich nicht mehr mit Händlern herumschlagen musste, wollte ihm branchenintern lange niemand abkaufen.

Einer der grössten Sportartikelhändler

Man versuchte immer wieder, dem Unternehmen aus Wolhusen Steine in den Weg zu legen. Ein Kapitel für sich bleibt der lange Kampf um die Aufnahme in den «Swiss Ski Pool». Beni Stöckli – er hatte 1982 die Geschicke des Betriebes als CEO und Verwaltungsratspräsident übernommen – verfolgte konsequent und zielorientiert seine Strategie, das Unternehmen auf ein solides Fundament abzustützen. Wer bei Stöckli den Laden betritt, kann seit 1980 alles erstehen, was mit Outdoor-Aktivitäten in Verbindung gebracht werden kann. Heute zählt die Stöckli Swiss Sports AG zu den grössten Sportartikelhändlern der Schweiz mit zehn eigenen Filialen sowie fünf Miet- und Servicecenter. Der Umsatz der Gruppe mit ihren 250 Mitarbeitenden beläuft sich auf rund 60 Millionen Franken. Jährlich werden 50 000 Paar Skier im eigenen Werk in Malters produziert. Davon sind rund 40 Prozent für den Export in über 30 Länder bestimmt. Wie gut die Swiss-made-Skier sind, hat Tina Maze im letzten Winter demonstriert. Nebst WM- und Olympiamedaillen kann Stöckli nun auch den Gesamtweltcup-Sieg bei den Frauen an sein Palmarès heften. Doch damit nicht genug: Unter der Firmenleitung von Beni Stöckli jr. hat sich das Unternehmen weiterentwickelt. Neue Betätigungsfelder wie die Produktion von eigenen Bikes und E-Bikes sind dazugekommen. Weitere Innovationen werden hinzukommen. Das einstige schwarze Schaf der Branche ist heute längst ein Vorzeigeunternehmen und der Swiss Award in der Kategorie «Wirtschaft» die, wenn auch etwas verspätete, schon längst fällige Anerkennung. (bc.)

www.stoeckli.ch

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