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Stiftung Brändi, Kriens

Die Stiftung Brändi ist eine privatrechtliche Stiftung und professionelle Non-Profit-Organisation. Sie bietet Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnplätze für Menschen mit einer Behinderung an. Neben dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ist die Stiftung Brändi mit dem strikten Sparkurs des Kantons Luzern konfrontiert.

80 Prozent der Aufträge erhält die Stiftung Brändi von Stammkunden, mit denen seit vielen Jahren eine partnerschaftliche Zusammenarbeit besteht. «Für die ersten zwei Quartale war die Auftragslage befriedigend», erklärt Pirmin Willi, Direktor der Stiftung Brändi. Der aktuelle Auftragsbestand sei aber sehr herausfordernd: «Wir benötigen ein gewisses Volumen an Arbeit, da wir niemanden entlassen oder in Kurzarbeit schicken können.» Laut Willi spürt das Brändi die Aufhebung der Eurokurs-Untergrenze: «Viele unserer Kunden exportieren in den EU-Raum. Geht es ihnen schlechter, spüren wir das auch.» Im Endeffekt bedeutet dies: Bei anhaltender schwieriger Wirtschaftsentwicklung sinkt der Eigenfinanzierungsgrad der Stiftung, was in der Folge eine erhöhte Leistungsabgeltung vom Kanton bedeuten würde. Am meisten betroffen sei der Geschäftsbereich Industrie, in dem die meisten Leute beschäftigt sind.

Weitere Dienstleistungen bietet die Stiftung Brändi in den Bereichen Facility-Management, kaufmännische Dienstleistungen und Detailhandel an. «Wir arbeiten für 14 verschiedene Branchen und können sogar ganze Produktionsketten übernehmen.» Willi sieht die Stiftung Brändi daher als optimale Alternative zur Abwanderung ins Ausland. «Unser Akquisitionsgebiet ist das deutschsprachige Europa. Ähnlich aufgestellte Institutionen aus anderen Regionen sind für uns Mitbewerber wie alle anderen Anbieter auf dem Markt auch», betont Willi. Mit vielen arbeite man jedoch im Wirtschafts- und Sozialmarkt zusammen.

Verbindliches Engagement des Kantons gefordert

Nicht nur die wirtschaftliche Lage, sondern auch der finanzpolitische Kurs des Kantons Luzern stellt die Stiftung Brändi vor eine Herausforderung: «Die Integration von Menschen mit einer Behinderung ist keine leichte Aufgabe. Sie lässt sich mit gelebter Solidarität und finanzieller Unterstützung bewältigen. Hierzu braucht es aber ein verbindliches Engagement aller und besonders auch des Kantons.» Für Willi ist es wichtig, die Stiftung Brändi nicht als reinen Produktionsbetrieb zu sehen: «Wir bieten neben fast 1100 Arbeits- und Ausbildungsplätzen auch 335 Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen an. Die Integration von Menschen mit einer Behinderung in die Gesellschaft dient nicht nur den Betroffenen, sie ist eine Verpflichtung. Und sie zeitigt einen ganz erheblichen volkswirtschaftlichen Nutzen.»

Die Stiftung Brändi

Mit insgesamt 1800 Beschäftigten und einem Gesamtertrag von CHF 85,6 Mio. gehört die Stiftung Brändi zu den grössten Unternehmen im Kanton Luzern. Sie steht auf Rang 11 des Rankings der «Neuen Luzerner Zeitung». Mit 16 Unternehmen ist die Stiftung Brändi an neuen Standorten vertreten: Horw, Kriens, Luzern, Littau, Willisau, Sursee, Hochdorf und Baldegg. Im Auftrag des Kantons Luzern und der Invalidenversicherung (IV) bietet sie Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnplätze für Menschen mit Behinderungen an. In den produzierenden Unternehmen sind permanent über 150 Lernende in Ausbildung. Der Eigenfinanzierungsgrad beträgt über 49 Prozent. (ph.)

www.braendi.ch

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