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  • Die Hochschule Luzern ist nicht nur ein Ort zum Lernen, sondern dient auch dem Networking und als Inspirationsquelle für neue Geschäftsideen. Bild: HSLU

Smarte Unterstützung

Die Hochschule Luzern begleitet ihre Studierenden und Alumni mit dem Programm «Smart-up». Ein besonderes Augenmerk liegt derzeit auf der Unterstützung von Gründerinnen.

Vom Baby-Brei über ein neues E-Bike bis zur Kapsel, die Sonnenenergie speichert: Das Gründerprogramm «Smart-up» der Hochschule Luzern ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 2014 wurden rund 1’200 Coachings mit Studierenden, Absolventinnen und Absolventen und vereinzelt auch Mitarbeitenden der Hochschule Luzern durchgeführt sowie über 220 Unternehmen unterstützt. «Wir vermitteln vor allem Kontakte zu Expertinnen und Investoren und organisieren Events, die dem Erfahrungsaustausch und dem Networking dienen. Darüber hinaus stellen wir bei Bedarf Büroräumlichkeiten zur Verfügung», sagt Hochschuldozent René Zeier, der das Programm zusammen mit Christian Hohmann leitet.

Was auffällt: Trotz steigender Tendenz sind Gründerinnern immer noch in der Minderheit. Das bestätigen auch schweizweite Zahlen. So wurde 2019 nur rund ein Viertel der über 44’000 neuen Firmen durch Frauen gegründet (Quelle: Datenanalyse des Instituts für Jungunternehmen). Valentina Fontana, Projektleiterin bei «Smart-up» sagt: «Für Frauen gestaltet sich die Suche nach Investoren oftmals schwieriger.»

Männerdominierte Gründerszene
Die Gründe dafür wurden im Rahmen des Forschungsprojekts «Funding Female Founders» der Hochschule Luzern genauer unter die Lupe genommen. Eine Erkenntnis: Schweizer Gründerinnen steigen mit dem Start ihres Unternehmens nach wie vor in eine Welt ein, deren Regeln von Männern gemacht sind. Die Folge: Es kommen, teils unbewusste Mechanismen ins Spiel, die zur Benachteiligung von Frauen im Finanzierungsprozess führen. So vernetzen sich Männer tendenziell leichter mit Männern und Frauen mit Frauen. «Eine Frau muss daher oft viel mehr Aufwand betreiben, um ihren Platz in dem männlich dominierten Netzwerk von Unternehmern, Investoren, Mentoren und Coaches zu finden», so Valentina Fontana. Zudem haben Frauen im Vergleich zu Männern die Tendenz, ihre Fähigkeiten und Ideen unterzubewerten. «Gerade bei einem Pitch führt dies oftmals zu negativen Investitionsentscheiden», so Fontana.

Um Studentinnen, die eine Unternehmensgründung in Erwägung ziehen, für derartige «Stolpersteine» zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, diese gekonnt zu umschiffen, hat das «Smart-up»-Team in diesem Frühling eine Veranstaltungsreihe speziell für Frauen lanciert (siehe Kasten). In Diskussionen, Vorträgen und Fragerunden mit erfolgreichen Gründerinnen und Fachexperten geht es um Themen wie Verhandlungsgeschick oder Finanzplanung. Fontana weiss: «Dieses spezifische Format kommt bei den Teilnehmerinnen sehr gut an. Der Austausch mit anderen Unternehmerinnen ist für sie eine wertvolle Inspirationsquelle.» (pd.)

www.hslu.ch/smart-up

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