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Nord Stream baut Pipeline durch die Ostsee

Die Zuger Firma Nord Stream AG erstellt eine der längsten Unterwasser-Pipelines der Welt. Die zwei Stränge verlaufen durch die Ostsee und transportieren Erdgas von Russland nach Europa. Ihr Betrieb wird vom Kontrollzentrum in Zug aus überwacht und gesteuert.

Die zwei Stränge der Pipeline führen 1224 Kilometer durch die Ostsee, vom russischen Wyborg bis nach Lubmin in Deutschland. Sie sind die kürzeste Verbindung zwischen den enormen Erdgasreserven in Russland und den Energiemärkten in der Europäischen Union. Der erste Leistungsstrang transportiert seit November 2011 Erdgas nach Europa. Die Verlegung des zweiten Strangs wurde im April 2012 beendet. Insgesamt wurden rund 200’000 Rohre verlegt. Jedes Rohr ist 12 Meter lang und wiegt im beschichteten Zustand rund 24 Tonnen. «Nun wird die zweite Leitung auf den Betrieb vorbereitet. Ende des Jahres wird sie als Teil des automatisierten Pipeline-Systems aktiviert», sagt Ulrich Lissek, Kommunikationsdirektor der Nord Stream AG.

Dass das Projekt angegangen und realisiert wurde, liegt im steigenden Bedarf der EU an Erdgasimporten begründet: Im Jahr 2030 wird Europa rund 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas mehr einführen müssen als heute. Wenn beide Stränge im letzten Quartal des Jahres 2012 in Betrieb genommen werden, kann Nord Stream über einen Zeitraum von mindestens 50 Jahren Unternehmen und Privathaushalte in Europa mit jährlich 55 Milliarden Kubikmetern Gas versorgen. Dies entspricht einem jährlichen Verbrauch von 26,5 Millionen Haushalten. Die Investitionskosten für das Pipeline-Projekt belaufen sich auf 7,4 Milliarden Euro.

In Zug gegründet

Die Nord Stream AG ist ein internationales Konsortium fünf grosser Energieunternehmen. Mit einer 51-Prozent-Beteiligung ist die russische OAO Gazprom Hauptaktionärin des Pipeline-Projekts. Die Nord Stream AG beschäftigt 160 Mitarbeitende aus 20 Ländern, davon 130 am Hauptsitz in Zug. Das Unternehmen wurde 2005 in Zug gegründet mit dem Zweck, die durch die Ostsee führende Erdgas-Pipeline zu planen, zu bauen und zu betreiben. «Die Wahl des Unternehmenssitzes war für uns nicht unkompliziert. Wir konnten die Zentrale aus Gründen der Neutralität weder in einem der Ostsee-Anrainerstaaten noch in einem der Herkunftsländer unserer Anteilseigner eröffnen. Die Attraktivität der Zentralschweiz spielte eine grosse Rolle, als es darum ging, die besten Köpfe aus aller Welt zusammenzuführen», erklärt Ulrich Lissek.

www.nord-stream.com

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