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Kreativ, spielerisch und nachhaltig: der Verein Erlebnisschule Luzern bei einem Kindergartenausflug im vergangenen Jahr, unterstützt vom Ökofonds von ewl. Bild: ewl und Stiftung Fokus Familie (Marc Wenger)
Natürlich vernetzt
Im Versorgungsgebiet von ewl ist es selbstverständlich, Naturstrom aus 100 Prozent erneuerbarer Energie zu beziehen – und damit aktiv zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen. Und dank des Ökofonds von ewl entstehen zusätzliche Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen.
Für jede Kilowattstunde Strom, die im Kleinwasserkraftwerk Mühlenplatz produziert wird, leistet ewl energie wasser luzern einen Beitrag an einen Ökofonds. «Dieser Beitrag fliesst direkt in ökologische Projekte, mit denen wir die Natur in und um Luzern gezielt fördern», erklärt Anita Siegel, Produktmanagerin bei ewl. Denn jedes Kraftwerk greift in die Natur ein – ein Eingriff, der möglichst kompensiert werden sollte. Aber wie funktioniert das bei ewl genau?
Der Ökofonds finanziert unter anderem Massnahmen zur Renaturierung und ökologischen Aufwertung. Unterstützt und begleitet wird der Ökofonds von Organisationen wie Pro Natura, dem WWF und dem Schweizerischen Konsumentenforum. «Ziel des Fonds ist es, Lebensräume für gefährdete Tiere und Pflanzen zu erhalten und neue zu schaffen», sagt Siegel.
Die folgenden Beispiele zeigen die Bandbreite der unterstützten Projekte und wie vielseitig der Beitrag des Ökofonds für Umwelt und Biodiversität wirkt. So half der Ökofonds etwa mit, eine Biberrampe beim Kleinwasserkraftwerk Mühlenplatz zu bauen. Die Biberrampe ermöglicht dem Biber das sichere Überqueren des Reusswehrs – ein kleiner Eingriff mit grosser Wirkung für seine Wanderung flussaufwärts. Auch Fische haben wieder eine Möglichkeit zum Passieren des Kraftwerks erhalten: Eine Fischtreppe am Kleinwasserkraftwerk Mühlenplatz sorgt dafür, dass die Fische neben dem Kraftwerk aufsteigen können.
Doch der Ökofonds beteiligt sich nicht nur im Wasser. Am Luzerner Alpenquai werten die vom Fonds mitfinanzierten Brutinseln die Umgebung ökologisch auf. Das schafft bessere Bedingungen für brütende Wasservögel. Am Einlauf des Krienbachs an der Reuss unterstützte der Ökofonds ein Schattennetz, das sich über das Wasser spannt. Es sorgt in heissen Sommern für kühlere Zonen und bietet den Fischen Schutz vor Raubvögeln.
An anderen Orten entstanden gezielt neue Lebensräume: In Neuenkirch fördert ein angelegter Weiher in Lipperüti die ökologische Aufwertung der Umgebung. Der Weiher schafft ein Biotop für Amphibien und Libellen. In der Reuss brachte ein vom Ökofonds mitfinanziertes Projekt gezielt Kiesbänke ein – etwa beim Naturhistorischen Museum, beim Nölliturm und bei der Fluhmühle. Dort finden Seeforellen und Äschen neue Laichplätze. Auch im Bereich Umweltbildung unterstützte der Ökofonds jüngst ein Projekt: Gemeinsam mit dem Verein Erlebnisschule Luzern ermöglichte er einen Kindergartenausflug zum Thema «Land Art». So erlebten Kinder die Natur mit allen Sinnen – kreativ, spielerisch und nachhaltig. «Der Ökofonds von ewl sorgt dafür, dass Energiegewinnung und Naturschutz Hand in Hand gehen – direkt vor unserer Haustür», sagt Siegel.
Entfaltung der Naturkraft
Auf diese Weise produziert das Wasserkraftwerk Mühlenplatz zertifizierten Strom. Es handelt sich dabei um «ökologisch» produzierte Energie. «Für jede Kilowattstunde Strom, die im Wasserkraftwerk Mühlenplatz produziert wird, zahlt ewl 0,7 Rappen in einen eigenen Ökofonds ein», erklärt Anita Siegel. Dieser Fonds ermöglicht die beschriebene Finanzierung von Renaturierungs- und Aufwertungsmassnahmen. Zusätzlich fliesst für jede verkaufte Kilowattstunde «naturemade star»- Strom ein weiterer Beitrag von 0,7 Rappen in den Fonds. Dieser Teil geht über den für Kraft- werke üblichen Beitrag hinaus.
«Mit den Mitteln setzt ewl gezielt Projekte um, die eine sparsame und wirkungsvolle Energienutzung fördern und gleichzeitig die Natur schützen», sagt Siegel. Das Gütesiegel «nature-made star» steht dabei für eine besonders um- weltschonende Energieproduktion. Es bürgt für die Einhaltung strenger und umfassender ökologischer Vorgaben, die bei der Produktion eingehalten werden müssen. «Das ist wichtig, weil die immer stärkere Nutzung von erneuerbaren Quellen auch Auswirkungen auf die Lebensräume und -bedingungen und somit auf die Artenvielfalt haben kann», sagt Siegel.
Die gesamte Energie, die mit «naturemade star» zertifiziert werden kann, stammt aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen wie Wasser, Sonne, Wind und Biomasse (Grüngut, Holz, landwirtschaftliches Biogas, Klärgas, Pflanzenöl). Das zweite Gütesiegel, das Label «naturemade», steht für Energie aus erneuerbaren Energiequellen. Zertifiziert sind vorwiegend Schweizer Grosswasserkraftwerke und Kehrichtverbrennungsanlagen. (pd.)
Zertifizierte Anlagen von ewl
Kleinwasserkraftwerk Mühlenplatz («naturemade star»)
Alle Photovoltaikanlagen («naturemade star»)
Trinkwasserkraftwerk Stollen («naturemade star»)
Windkraftwerke («naturemade star»)
Wasserkraftwerk Thorenberg («naturemade»)
Kraftwerk Obermatt («naturemade»)