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Michelsamt – neue Marke nimmt Fahrt auf

Unter dem Label «Michelsamt» werden regionale landwirtschaftliche Produkte aus dem Raum Beromünster vermarktet. Produzenten profitieren dank neuer Vertriebskanäle von Umsatzsteigerungen.

2010 entstand der erste Entwurf einer gemeinsamen Marke im Michelsamt. Die Idee: Landwirtschaftliche Produzenten, Verarbeiter und Händler sollen Hand in Hand arbeiten, damit die Wertschöpfung in der Region bleibt. Kleine Produzenten profitieren damit von den Vorteilen einer professionell geführten Marke. Ein weiteres Ziel ist die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Anfang November 2015 machte das Label «Michelsamt» einen entscheidenden Schritt nach vorn: Coop führt seither seine Produkte in rund 100 Verkaufsstellen der Zentralschweiz und des Kantons Aargau. Das Projekt wird vom regionalen Gewerbe, dem Kanton Luzern und dem Bund unterstützt.

Mitglieder profitieren vom Erfolg der Marke

Christina Bachmann-Roth, Mitinitiantin, war beeindruckt, wie viele Bauern vor rund zwei Jahren von Beginn weg mitmachen wollten. «Immerhin hat unsere Idee Pioniercharakter. Ich kenne keine vergleichbaren Vereine mit ähnlichen Strukturen oder Vertragswerken in der Zentralschweiz.» Die Vorteile für Mitglieder, in der Regel Gewerbetreibende und Landwirte, seien vielfältig. Bachmann-Roth erklärt: «Mitglieder profitieren von professionellen Verkaufsplattformen wie unserem E-Shop. Zudem erhalten sie neue Distributionsmöglichkeiten für ihre Produkte (Beispiel Coop). Und nicht zuletzt führen das einheitliche Markendesign und unsere professionellen PR-Aktivitäten zu einem steigenden Bekanntheitsgrad.» Dies alles trägt laut Bachmann-Roth zu einer positiven Umsatzentwicklung bei den Mitgliedern bei.

Strenge Richtlinien

«Michelsamt»-Primärprodukte werden naturnah, ökologisch und tiergerecht produziert. Der Verein «Wertschöpfungsgemeinschaft Michelsamt» hat strenge Produktionsrichtlinien für seine Mitglieder verfasst. Beispielsweise dürfen Rohstoffe nicht mehr als 10 Kilometer vom historischen Dorfkern Beromünster entfernt angebaut werden, und die Produktionsstandorte liegen in den Gemeinden Beromünster und Rickenbach. Weitere Auflagen gibt es zur tiergerechten Haltung, zum Hofdüngereinsatz und zur Kraftfutterherkunft . So wird sogar das Tierfutter regional produziert. Der Verein überprüft diese Vorgaben regelmässig. Für Christina Bachmann-Roth sind die strengen Regeln wichtig: «Damit die Marke glaubwürdig ist und akzeptiert wird, dürfen wir nichts versprechen was wir nicht halten können. Dazu gehören Richtlinien und Kontrollen.»

Lokale Produkte im Trend

«Die Nachfrage nach regional produzierten Produkten ist relativ hoch», erklärt Bachmann-Roth und ergänzt: «Die Produkte müssen aber gut erreichbar sein – in einer Distributionskette oder online.» Zudem stellt sie fest, dass sich zwar viele Konsumenten vornehmen, lokal produzierte Produkte einzukaufen, sich im Laden dann aber doch oft für das günstigere Industrieprodukt entscheiden. «Hier sind wir gefordert, Kunden zu unterhalten und ihnen den Mehrwert unserer Produkte aufzuzeigen», so Bachmann-Roth. Im Moment vermarktet das «Michelsamt»-Label vorwiegend Käse- und Milchprodukte. In Zukunft soll diese Palette laufend erweitert werden. Bachmann-Roth sieht Potenzial für Honig, Fleisch und Backwaren. (ph.)

www.michelsamt.ch

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