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  • Kathrin Scherer, Mario Beckmann und Beat Amrein, Amrein AG, Rickenbach. Bild: Wirtschaftsförderung Luzern

Mehr aus Abfall machen

Die Amrein AG aus Rickenbach LU zeigt, wie Kreislaufwirtschaft heute funktioniert – mit einer hochmodernen Recyclinganlage. Das 1959 gegründete Familienunternehmen begann früh mit der Wiederverwertung mineralischer Bauabfälle.

Mit dem Inkrafttreten der VVEA-Verordnung 2016, welche die Entwässerung von Schlamm und strengere Standards für Bauabfall-Recycling verlangt, war für die Amrein AG klar: Eine neue, leistungsfähige Anlage musste her. Der ursprüngliche Plan – eine reine Schlammaufbereitung – wuchs schnell zur Vision einer Gesamtanlage, die auch stark verunreinigten Mischabbruch, Aushub und Schlamm in hochwertige Primär- und Sekundärrohstoffe verwandelt.

Technisch ist die Anlage ein Kraftpaket: Feststoffe werden automatisiert sortiert, Schlämme durchlaufen komplexe Filter- und Chemiestationen. Die Steuerung erfolgt digital. «Wir wollten nicht nur gesetzeskonform bauen, sondern eine Zukunftslösung schaffen», sagt Beat Amrein, Geschäftsführer in dritter Generation.

Dass diese Zukunft nun Realität ist, verdankt sich auch der gelungenen Vermittlung durch die Wirtschaftsförderung Luzern. Sie brachte das Unternehmen mit der Zimmermann-KMU- Stiftung zusammen. Diese sprach ein Darlehen von CHF 500’000, wodurch die Finanzierung – ohne private Investoren – sichergestellt werden konnte.

Im Mai 2025 ging die Anlage in Betrieb. Sie stärkt nicht nur die Ressourceneffizienz, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Amrein AG. Kathrin Scherer, Leiterin Unternehmensentwicklung bei der Wirtschaftsförderung Luzern, betont: «Solche Investitionen sind ein starkes Bekenntnis zum Standort und ein Motor für die regionale Entwicklung.»

Kapital für innovative Unternehmen
Die Zimmermann-KMU-Stiftung unterstützt Klein- und Mittelunternehmen mit Sitz im Kanton Luzern. Finanziert aus dem Nachlass des Ehepaars Hedy und Guido Zimmermann, vergibt sie Darlehen bis CHF 500’000 für Gesellschaften in der Start-, Wachstums- oder Investitionsphase. Förderfähig sind Unter- nehmen mit maximal 50 Vollzeitstellen, die vorzugsweise Investitionen in Sachanlagen tätigen und tragfähige Businesspläne vorweisen. Reine Immobilien- oder Holdinggesellschaften sowie Sanierungsfälle werden nicht unterstützt. Weiter können Branchen mit hohem Wettbewerbsdruck (z.B. Gastronomie) oder hohem Risiko (z.B. Softwareentwicklung) nicht vom Angebot der Zimmermann-KMU-Stiftung profitieren.

Die Stiftung arbeitet eng mit der Wirtschaftsförderung Luzern und dem Technopark Luzern zusammen. Diese prüfen die Anträge vor und unterstützen bei der Selektion. Mario Beckmann, Geschäftsführer der Stiftung, erklärt: «Uns überzeugten das Geschäftsmodell und der Innovationsgeist der Amrein AG – solche Vorhaben fördern wir sehr gerne.» (red.)

amrein-ag.ch

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