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Kernser Edelpilze GmbH, Kerns

Als sich Sepp Häcki 1996 entschloss, seinen Schweinezuchtbetrieb in eine Pilzproduktion umzufunktionieren, brauchte dies einigen Mut. Doch der Mut zum Risiko und viel Experimentierfreudigkeit haben sich bezahlt gemacht. Heute werden wöchentlich rund 3500 Kilogramm Edelpilze wie Shiitake, Kräuterseitlinge, Shimeji und Nameko in der Pilzzucht in Kerns produziert, geerntet und vertrieben. Und nun sorgt die Kernser Edelpilze GmbH mit der Eigenentwicklung einer vollautomatischen Substratanlage für Furore.

Seit geraumer Zeit kann die Kernser Edelpilze GmbH wöchentlich renommierte Pilzexperten aus aller Welt in ihrem innovativen Unternehmen begrüssen. Das besondere Interesse der Gäste gilt dabei der neuen, selbst entwickelten und vollautomatischen Substratanlage. Kein Wunder, haben doch selbst renommierte Universitätsprofessoren Häcki versichert, eine vollautomatische Substratanlage für asiatische Pilzsorten würde nie und nimmer funktionieren. Doch die Eigenentwicklung läuft und garantiert dem Obwaldner Unternehmer seither ein Substrat von kontinuierlicher und stabiler Qualität. «Bei uns in Kerns steht die weltweit erste vollautomatische Substratproduktionsanlage, mit der man das Pilzsubstrat für asiatische Speisepilze abbeuteln kann.» Eine weitere Anlage ist laut Sepp Häcki in der Endmontage und soll noch vor diesem Herbst nach Malaysia ausgeliefert werden. Vier weitere Anlagen sind bestellt und werden bis Mitte 2015 unter anderem nach Amerika und Australien ausgeliefert.

Der lange Weg zum Erfolg

Sepp Häcki macht sich nichts vor und bleibt trotz diesem Erfolg mit beiden Füssen fest auf dem Boden. In die Entwicklung der vollautomatischen Substratanlage hat er über zwei Millionen Franken investiert. «Das ist für einen Familienbetrieb sehr viel Geld, von dem jetzt einiges wieder zurückfliessen soll.» Sepp Häcki ist ein Perfektionist, und dem Zufall überlässt er schon gar nichts. Er will genau wissen, was wie und wieso funktioniert. So hat er sich das grosse Know-how in der asiatischen Pilzzucht angeeignet. Denn auf ihn als Pilzproduzenten hatte 1996 niemand gewartet, als er sich entschied, seinen Schweinezuchtbetrieb in eine Pilzproduktion umzufunktionieren. «Der Weg von einigen spriessenden Pilzköpfen bis zur wirtschaftlichen Produktion war extrem schwierig», erinnert sich Sepp Häcki und spricht gar von einem «Risikoentscheid, exotische Pilze wie Shiitake zu produzieren». Aus den anfänglich rund 30 Kilogramm geernteten Pilzen wöchentlich sind es in der Zwischenzeit gegen 3500 Kilogramm geworden, vorwiegend Shiitake und Kräuterseitlinge, welche in Kerns produziert, geerntet und von hier aus vertrieben werden. Bis allerdings die ersten Pilze geerntet werden können, braucht es etwas Geduld. «Die Zeitspanne von der Substratproduktion bis zur Ernte dauert rund ein halbes Jahr», verrät Sepp Häcki. Als Nährboden für die Pilze dienen dabei Schweizer Sägemehl und diverse Energieträger wie Weizen, Raps, Zuckerrübe usw., welche in der neuen Substratanlage vollautomatisch entkeimt, gekühlt und abgebeutelt werden. Das genaue Mischverhältnis ist ein weiteres grosses Betriebsgeheimnis der Kernser Edelpilze GmbH.

Steigende Nachfrage

«Die Produktion von Pilzen ist ein Siebentagejob», erklärt Sepp Häcki. Denn das Raumklima und die Luftfeuchtigkeit in den Produktionsräumen müssen stimmen und je nach Aussentemperatur neu reguliert werden. Neun Hundertprozentstellen hat Sepp Häcki in den letzten Jahren in seinem Familienbetrieb geschaffen, denn die Edelpilze aus Kerns sind gefragt. Sie zählen heute zu den besten und edelsten Europas, und Sepp Häcki muss seine Produkte nicht mehr wie zu Beginn von Haus zu Haus an die Konsumenten bringen. «Einige kaufen die Pilze direkt bei uns. Doch der Grossteil unserer Pilze wird über den Engroshandel vermarktet.» Alle Pilze der Kernser Edelpilze GmbH sind Bio-Knospe-zertifiziert und garantieren somit ein reines Schweizer Bio-Produkt.

www.kernser-edelpilze.ch

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