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Unternehmen

Hurschler Forst AG, Grafenort

Holzschläge in schwierigem Gelände, aber auch Lawinen- und Hangverbauungen sind das Kerngeschäft der Hurschler Forst AG in Grafenort. Auch wenn das Unternehmen selber keine Lehrlinge ausbildet, vermittelt Geschäftsführer Walter Hurschler das über Jahre erworbene Know-how zum Thema «Verbauungen» an die Zentralschweizer Forstwartlehrlinge.

Draussen in der freien Natur, da ist Walter Hurschler in seinem Element. Auch wenn er seit 1984 zusammen mit seinem Bruder Josef Hurschler die Hurschler Forst AG mit Sitz in Grafenort führt, so trifft man den gelernten Forstwart mehr auf den Baustellen als im Büro an. Fünf ausgebildete Forstwarte beschäftigt das Unternehmen. «Und die müssen in erster Linie gebirgstauglich und körperlich robust sein», gibt Walter Hurschler zu verstehen. Denn dort, wo er und seine Mitarbeiter arbeiten, ist meistens unwegsames und nicht selten sehr steiles Gelände. Die Gebirgsholzerei oder auch schwierige Holzschläge sind eine der Kernkompetenzen der Hurschler Forst AG. «In den 1990er-Jahren sind mit dem Bau von Lawinen- und Bachverbauungen zwei weitere Arbeitsfelder hinzugekommen, wo nebst Fachkompetenz auch das Gespür für die Natur eine entscheidende Rolle spielt.»

Wissen an Lehrlinge vermitteln

Trotz modernster Technik weiss Walter Hurschler, dass gerade beim naturnahen Verbau eines Baches auch mal die Ingenieurkunst an ihre Grenzen stösst. «Oftmals muss man vor Ort entscheiden, wie ein Holzkasten gesetzt werden muss. In solchen Fällen hilft die Erfahrung weit mehr als ein Plan», so Walter Hurschler. Und genau dieses Wissen gibt er in Baukursen an die angehenden Forstwarte weiter, welche das zweite Lehrjahr besuchen. Dass er dabei auch mal Tipps und Tricks vermittelt, die in keinem Lehrbuch stehen, ist für den Unternehmer aus Grafenort eine Selbstverständlichkeit. Als «Nachwuchsförderung» bezeichnet der ehemalige Spitzensportler (nordische Kombination) diese Unterrichtsstunden. «Wenn man es den jungen Leuten nicht zeigt, wie dies oder jenes funktioniert, wie sollen sie es dann lernen?», fragt er sich. Dass eben gerade das Unkonventionelle oftmals eine patente Lösung ist, hat er selber schon mehrmals erfahren. «Holz», sagt Walter Hurschler, «ist eben ein vielseitig einsetzbarer Werkstoff, der sich dem Gelände anpasst und nicht umgekehrt.»

Schutz vor Lawinen

Walter Hurschler beschäftigt sich seit Jahren mit Naturgefahren. Und da er wie nur ganz wenige ein Gelände «lesen» kann, ist sein Rat bei der Planung und später auch beim Bau von Lawinenverbauungen gefragt. Nebst vielen kleineren Lawinenverbauungen hat er die grossen Schutzwerke Rigidal in Engelberg und jenes in Lungern realisiert. Das Vordringen des Menschen in alpine Gebiete macht solche zum Teil sehr grossflächigen Werke notwendig. «Eine Lawinenverbauung muss in erster Linie ein Abgleiten von Lawinen verhindern und Infrastrukturen wie Siedlungen oder Verkehrswege schützen.» Idealerweise werden solche Massnahmen im Verbund mit Schutzwaldungen getroffen. Und die wiederum erfüllen ihre Funktion nur dann, wenn sie laut Walter Hurschler auch gepflegt werden. Und da ist er froh, wenn er auf Partner wie den Forstbetrieb der Bürgergemeinde Engelberg zurückgreifen kann. (bc.)

www.forst-engelberg.ch

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