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  • Foto Ben Huggler, Scheitlin Syfrig Architekten, Luzern

Hotel Seeburg vor Quantensprung

Das Luzerner Hotel Seeburg, dessen Entstehung ins Jahr 1835 zurückgeht, ist das älteste Hotel am Vierwaldstättersee, das noch in Betrieb ist. Das Viersternehaus steht vor einem Quantensprung ? wenn es konzeptionell und baulich verändert werden kann. Allein, das bestimmt die Politik, die darüber entscheidet, ob das geplante Hochhaus realisiert werden kann. Als Gegenleistung würde die historische Anlage mit dem denkmalgeschützten «Jesuitenhof» umfassend saniert und der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Der politische Prozess dazu hat mit dem Mitwirkungsverfahren begonnen.

Für Thomas Schärer (45), Direktor des Hotels Seeburg und Verwaltungsrat der Seeburg Hotel AG, steht fest: «Wir müssen den bestehenden Bau, der aus den 60er-Jahren stammt, durch einen Neubau ersetzen, wollen wir als Betrieb weiterexistieren. Zurzeit beschäftigen wir 75 Mitarbeitende.» Und Martin Koller (55), Rechtsanwalt und Verwaltungsrat der Seeburg Hotel AG, doppelt nach: «Die Besitzerin des Hotels Seeburg, die Luzerner Familie Schärer, will, dass auch in Zukunft das Hotel betrieben werden kann und der Charme der Anlage erhalten bleibt. Diese soll von einer breiten Bevölkerung zur Erholung genutzt werden können.»

Hochhaus bauen ? Anlage sanieren

Das «Ensemble Seeburg» ist ab dem Jahre 1729 in mehreren Etappen entstanden und hat sich im Laufe der Zeit zu einem harmonischen Ganzen entwickelt. Die Gartenanlage am Seeufer und der «Jesuitenhof» sind von historischer Bedeutung und Zeugen eines wertvollen Stückes Luzerner Baugeschichte. Die Luzerner Denkmalpflege bezeichnet das Gebiet denn auch als besonders schützenswert. Es steht einer breiten Bevölkerung über das Hotel Seeburg zur Verfügung. Besonders im Sommer entwickelt dieser Uferteil am Luzerner Seebecken seinen unverkennbaren Reiz. Interessant ist auch die Tatsache, dass das Hotel Seeburg das älteste Hotel am Ufer des Vierwaldstättersees ist; seine Entstehung geht ins Jahr 1835 zurück!

Schritt für Schritt ans Ziel

Indes, der Zahn der Zeit hat dem Hotel und der Anlage gar arg zugesetzt. Deshalb soll in einem ersten Schritt die direkt am See gelegene Gartenanlage renoviert werden. Die Besitzerin hat deshalb Landschaftsarchitekten mit der Planung für eine Sanierung und Renovation der Uferanlage beauftragt.

In einem zweiten Schritt sollen die Anlagen des «Jesuitenhofs» saniert werden, während das Hotel Seeburg durch einen Ersatzneubau heutigen Anforderungen angepasst wird. 70 Zimmer auf hohem Standard sind im neuen Hotel notwendig, um Rentabilität zu erzielen. In Ergänzung dazu soll Raum für Wohnen mit Hotelservice geschaffen werden, um die Finanzierung sicherzustellen. Hotelwohnen ist mehr als ein Trend ? es ist ein bereits erprobtes Geschäftsmodell, das bezüglich Tourismus wie auch Ansiedlung neue Perspektiven eröffnet. Erfolgreiches Beispiel für dieses Konzept ist das Hotel Castel in Zuoz.

Für die Projekte der Hotel Seeburg AG rechnen die Planer mit Kosten von insgesamt rund 50 bis 60 Millionen Franken. Für den Ersatzbau des Hotels sind es rund 30 Millionen, für die Sanierung der Gartenanlage und den «Jesuitenhof» rund 10 Millionen Franken. Für bisherige Projekte hat die Besitzerin rund 20 Millionen Franken in die Seeburg-Anlage investiert.

Wertschöpfung für die Tourismusdestination Luzern

Von einem Neubau profitiert auch die Stadt Luzern als Tourismusdestination. Die Bevölkerung wiederum erhält einen besseren Zugang zu einer der schönsten Anlagen der Stadt, ohne dies über Steuergelder finanzieren zu müssen. Mit dem Zuzug neuer Bewohner, die in der Seeburg eine Heimat finden, eröffnen sich auch fiskalische Perspektiven. Zudem werden durch das Projekt neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Initianten rechnen mit total rund 100 Arbeitsplätzen.

Geplant ist eine Aufstockung auf 44 Meter. Dies ist durchaus möglich, weil der Fels hinter dem Grundstück mit dem benachbarten Wald eine Hintergrundhöhe von über 60 Metern erreicht. Da passt das neue Gebäude perfekt in die Umgebung. Der geplante Ersatzbau wirft auch keinen Schatten auf die Liegenschaften im Salzfass.

Mit der Planung beauftragt ist das Architekturbüro Scheitlin Syfrig Architekten, Luzern. Als Experte steht der Berner Architekt Rolf Mühlethaler zur Seite. Er ist auf historische Bauten, die unter Denkmalschutz stehen, spezialisiert.

www.hotelseeburg.ch
www.scheitlin-syfrig.ch
www.rolf-muehlethaler.ch

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