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Heizwerk Gotthard AG, Göschenen

Das nachwachsende Naturprodukt Holz erlebt momentan in verschiedener Hinsicht eine Renaissance. So auch in Göschenen, wo seit gut eineinhalb Jahren in der Heizzentrale der Heizwerk Gotthard AG Energie erzeugt wird. Neu ist diese Art der Energiegewinnung für Uri nicht. Das Know-how dazu wurde vom Schwesterunternehmen Heizwerk Uri AG in Schattdorf übernommen.

Rund fünf Jahre dauerte es von der Idee bis zu jenem Zeitpunkt, da das Heizwerk in Göschenen erstmals Energie produzieren konnte. Man habe da schon Überzeugungsarbeit leisten müssen, «bis das Projekt endlich spruchreif war», stellt Simon Zgraggen, Geschäftsführer der Heizwerk Gotthard AG, rückblickend fest. So galt es unter anderem die Bevölkerung von Göschenen davon zu überzeugen, dass solche Anlagen dank der heutigen Technologien keine Belastung für eine Gemeinde darstellen. Von Vorteil war auch, dass das junge Unternehmen mit der Heizwerk Uri AG mit Sitz in Schattdorf ein Schwesterunternehmen zur Seite hatte, das schon viel Erfahrung in Bezug auf die Nutzung von Holz zur Energiegewinnung hatte. «Im Oktober 2013 konnte erstmals vom Heizwerk in Göschenen Energie bezogen werden. Seither beläuft sich die durchschnittliche Jahresproduktion auf rund 20 000 Megawattstunden, Tendenz steigend», so Simon Zgraggen. Diese Leistung entspricht in etwa der Hälfte der möglichen Volllast. Nach dem Bau des Heizwerks in Göschenen sowie der Erstellung der Bergleitung nach Andermatt konzentriert sich die Heizwerk Gotthard AG nun auf die Erschliessungen und Netzverdichtungen in den beiden Gemeinden Göschenen und Andermatt. Gerade für Andermatt als Energiestadt spielt dieser neue Wärmeverbund eine wichtige Rolle.

Nachwachsender Energiespender

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt: «Den Wald haben wir vor der Haustür. Wenn wir ihn nutzen, steigt die regionale Wertschöpfung und die Abhängigkeit von aussen sinkt.» Für Geschäftsführer Simon Zgraggen liegt es deshalb auf der Hand, den einheimischen Rohstoff Holz für die Energiegewinnung einzusetzen. Kommt hinzu, dass Holz CO2-neutral ist und erst noch die Umwelt schont. Rund 90 Prozent des in der Göschener Heizzentrale für die Produktion von Wärme benötigten Holzes stammt momentan aus dem Kanton Tessin. «Langfristige Verträge sichern die Lieferung von über 70 Prozent des Energieholzes, das für den Betrieb benötigt wird. Den Rest beschafft die Heizwerk Gotthard AG auf dem freien Markt», gibt Simon Zgraggen zu verstehen. Angst, dass dem Unternehmen dereinst der Rohstoff ausgehen könnte, hat er keine. «Auch künftige Generationen werden immer genug Holz haben. In der Schweiz werden pro Jahr rund fünf Millionen Kubikmeter Holz geschlagen. Ohne Raubbau am Wald zu betreiben, könnte man nochmals die gleiche Menge Holz schlagen», versichert der Geschäftsführer der Heizwerk Gotthard AG, die ein Unternehmen der Zgraggen Energie Holding AG ist. Neben der Heizwerk Gotthard AG gehören auch die Oeko Energie AG sowie das Heizwerk Uri AG zur gleichen Holding-Gesellschaft. (bc.)

www.heizwerk-gotthard.ch

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