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Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal

Der Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal, der das Kompetenzzentrum für das Alter «Chrüzmatt» in Hitzkirch betreibt, geht in der Altersbetreuung neue Wege: Mit dem generationendurchmischten Sozialraumquartier «Stöcklimatt» wird eine Alternative zu den gängigen Alters-und Pflegeheimen geplant. Ziel: Die Betagten sollen so lange wie möglich in ihren eignen vier Wänden leben können. Damit sollen Pflegekosten und Steuern gespart werden.

Die Prognosen der Luzerner Demoskopen und Statistiker von LUSTAT sind eindeutig: Die Bevölkerung wächst zunehmend. Auch werden die Menschen immer älter. Das bereitet dem Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal Sorgen. Gegenwärtig bietet die «Chrüzmatt» in ihren drei Gebäuden 97 stationäre Betten und 16 Alterswohnungen an. Es braucht aber in Zukunft mehr. Bis 2030 müssen zusätzlich 54 Betten geschaffen werden, bis 2040 deren 147. Kommt hinzu, dass der Regierungsrat im September 2016 beschlossen hat, die Bettenzahl im Kanton Luzern zu reduzieren. Konkret heisst das: bis ins Jahr 2025 sind für das Seetal 506 Pflegeplätze geplant. Davon sind bereits deren 458 bewilligt (Stand März 2018). Kantonsweit sind gesamthaft 5'410 Betten geplant 5’179 sind bereits bewilligt. Nach heutigem Kenntnisstand darf demnach davon ausgegangen werden, dass weitere Pflegeplätze nur im Ausnahmefall bewilligt werden.

Pflegekosten und Steuern sparen

Der Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal hat deshalb beschlossen, die «Chrüzmatt» nicht auszubauen. Vielmehr wird ein neuer Weg verfolgt: Mit dem Projekt «Stöcklimatt» entsteht ein Wohnquartier, das Generationen vereint. Alt und Jung finden sich in einer übersichtlich gebauten Anlage mit vielfältigen Gebäuden und Infrastrukturen. Es ist ein Mehrgenerationenquartier, wo ältere Menschen individuell wohnen und leben. Falls sie Hilfe brauchen, ist alles über die «Chrüzmatt», die gleich daneben liegt, abgedeckt. Auch Spitex-Dienste stehen zur Verfügung. Vorgesehen sind in der neuen «Stöcklimatt» 70 Prozent Alterswohnen, 20 Prozent Familienwohnen und 10 Prozent Wohnen für Alleinstehende.

Lebensqualität über Gemeinsinn steigern

Im Kern handelt es sich um ein Sozialraumquartier, wie es bereits in urbanen Gebieten erfolgreich umgesetzt wird. Was den ländlichen Raum betrifft, ist das Konzept ein Novum. Das Modell für die Sozialraumentwicklung im ländlichen Raum wird in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern im Detail erarbeitet.

Die «Stöcklimatt» erfüllt zwei wichtige Kriterien für die Zukunft. Erstens entspricht das Modell dem Bedürfnis unserer Gesellschaft nach einem langen Leben in den eigenen vier Wänden. Zweitens werden massiv Pflegekosten gespart, was den Verbandsgemeinden und damit den Steuerzahlenden zugute kommt. In der «Stöcklimatt» wird gute Nachbarschaft gelebt. Ältere Bewohnerinnen und Bewohner helfen beispielsweise jungen Familien bei der Kinderbetreuung. Im Gegenzug können die Seniorinnen und Senioren auf die Hilfe der Jüngeren zählen. Beispielsweise beim Einkaufen, Kochen oder einfach dann, wenn es nötig ist. Auch stehen eine Kindertagesstätte und Begegnungsräume zur Verfügung.

Studie dokumentiert Machbarkeit

Das renommierte Büro für Bauökonomie, Luzern/Basel, hat eine Machbarkeitsstudie erstellt, welche aufzeigt, dass das gewünschte Raumprogramm und die maximale Ausnützung der Parzelle ohne Einschränkungen umgesetzt werden können. Die unterschiedlichen Gebäudetypologien sind gemäss der Bauökonomen realisierbar.

Aufgrund dieser Machbarkeitsstudie (Volumenstudie) werden nun die mutmasslichen Baukosten für die «Stöcklimatt» errechnet, bzw. überprüft. Im Zuge der Machbarkeitsstudie wird auch ein Finanzierungsmodell entwickelt. Ziel ist es, die Verbandsgemeinden finanziell möglichst nicht zu belasten.

Die Trägerschaft

Hinter dem Konzept «Stöcklimatt» steht der 1982 gegründete Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal. Mit dem Kompetenzzentrum für das Alter, der «Chrüzmatt», betreibt der Verband bereits erfolgreich ein Alterswohnheim in Hitzkirch. Dem Gemeindeverband Chrüzmatt Hitzkirchertal sind fünf Gemeinden mit insgesamt 8931 Einwohnerinnen und Einwohnern angeschlossen, nämlich: Aesch, Altwis, Ermensee, Hitzkirch (inklusive Hämikon, Müswangen, Gelfingen, Sulz und Retschwil) und Schongau.

Die «Stöcklimatt» wird über eine noch zu gründende Aktiengesellschaft realisiert. Aktionäre sind die fünf Verbandsgemeinden.

Mit «Echoraum» und über Homepage Bevölkerung einbinden

Das Projekt «Stöcklimatt» ist in seiner Konzeption von allen politischen Gremien der Verbandsgemeinden genehmigt worden. In einem weiteren Schritt werden über das Instrumentarium «Echoraum», welcher im ersten Quartal 2019 in Hitzkirch stattfinden wird, und zu dem alle Bürgerinnen und Bürger der fünf Verbandsgemeinden eingeladen sind, die Meinungen und Bedürfnisse der Bevölkerung eingeholt und evaluiert. Auf diesen Zeitpunkt hin liegen auch die Kosten, bzw. das Konzept zur Finanzierung vor.

Über die Homepage www.stoecklimatt-hitzkirch.ch besteht bereits heute die Möglichkeit, das Projekt zu kommentieren. Mit einem Erklärungsvideo, welches über die Homepage abrufbar ist, werden Idee und Konzept der «Stöcklimatt» kurz und verständlich erklärt.

Ab Januar 2019 läuft ein Gestaltungsplan-Wettbewerb, welcher dem Projekt Konturen gibt und der im Juni 2019 abgeschlossen sein wird.

Renommierte Stiftung unterstützt Projekt

Unterstützung erfährt das Sozialraumprojekt «Stöcklimatt» auch durch die renommierte Walder Stiftung. Zweck der Stiftung ist es, die Lebensqualität alter Menschen zu erhalten, bzw. zu erhöhen. Konkret fördert die Walder Stiftung Vorhaben, die eine qualitativ hochstehende Wohnraumumgebung schaffen, ungeachtet der Lebenssituation und der gesundheitlichen und geistigen Verfassung der Bewohnerinnen und Bewohner. Leitthemen sind die Integration sowie das Verhältnis der Generationen untereinander. (jo.)

www.stoecklimatt-hitzkirch.ch

 

 

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