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Unternehmen

FAES AG, Wollerau

Die FAES AG mit Sitz in Wollerau ist einer der grössten industriellen Schweizer Dienstleister im Maschinenbau. Im Auftrag von Technologieunternehmen stellt FAES Präzisionsteile, Baugruppen und ganze Maschinen her.

Mit zwei Standorten in der Schweiz sowie Tochtergesellschaften in Tschechien und den USA gehört die FAES AG mit Hauptsitz in Wollerau zu den grösseren industriellen Dienstleistern in der Schweiz. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Serienfertigung von Präzisionsteilen, mechatronischen Baugruppen und ganzen Maschinen. FAES exportiert 48 Prozent seiner Produkte direkt. Der Exportanteil erhöht sich jedoch auf fast 90 Prozent, wenn man diejenigen Schweizer Kunden mitzählt, die ebenfalls im Export tätig sind. Kein Wunder, bestätigt Matthias Weibel, CFO von FAES: «Der starke Schweizer Franken ist eine Herausforderung für uns. Nach dem Ende der Euro-Kursuntergrenze forderten viele unserer Kunden hohe Preisnachlässe.» Glücklicherweise kennt die FAES AG aber dank Investitionen in moderne Produktionsmittel und durchgängig vernetzte Systeme ihre Kostenstrukturen sehr genau.

Start-up-Feeling in der Old Economy

Die Themen «Industrie 4.0» und «Smart Factory» beschäftigen Industrieunternehmen landauf, landab. Frischer Wind weht durch alte Fabrikhallen. «Mir gefällt das Start-up-Feeling, das so den Weg in die Old Economy gefunden hat.» Matthias Weibel ist nicht nur von den neuen Maschinen und der höheren Effizienz in der eigenen Präzisionsteilefertigung begeistert. «Es ist die ganze Werthaltung, die sich verändert hat. Wir sprechen heute von vernetzten, dezentralen Strukturen und dezentralem Arbeiten. Vor zehn Jahren war alles noch viel statischer.» Es scheint, dass die New Economy beim Traditionsunternehmen, das 1912 von Jakob Faes gegründet wurde, angekommen ist.

Präzisionsteilefertigung: von Insellösungen zur Smart Factory

Früher dominierten bei FAES hardwarelastige Insellösungen, und in der Teilefertigung arbeitete fast jede Maschine mit ihrem eigenen System. Bei Produktumstellungen mussten Programme aufwändig geändert, Maschinen und Teile umgerüstet sowie Arbeitsabläufe mühsam angepasst werden. In der Folge investierte FAES in neue, «smarte» CNC-Bearbeitungszentren und ergänzte die bestehenden 5-Achsen-Zentren mit RFID-Funkchips. Mit diesen Maschinen sind bei FAES heute Umstellungen und Neuprogrammierungen kein Problem mehr; ausserdem lassen sich mehrere Aufträge parallel ansteuern und in Echtzeit auswerten. Dies war der erste Schritt hin zur Smart Factory bei FAES. «Dank integrierter Systeme, die gegenseitig vernetzt sind und miteinander kommunizieren, gibt es die Brüche von früher zwischen einzelnen Maschinen und Systemen nicht mehr», erklärt Fertigungsleiter Daniel Beeler.

Investitionen erhöhen Produktivität

Bei FAES wird mit den erhobenen Daten intensiv gearbeitet, sie werden für die kontinuierliche Verbesserung der Prozesssicherheit und zur Steigerung der Effizienz in der Produktion herangezogen. So können beispielsweise Wartungsarbeiten besser geplant und damit Stillstandszeiten reduziert werden, wodurch wiederum eine höhere Auslastung möglich ist. Fertigungsleiter Daniel Beeler kennt die konkreten Produktivitätszahlen, der Fortschritt ist gross: «Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir mit nur fünf Prozent mehr Produktivstunden den Ausstoss um über 15 Prozent erhöhen.» Dazu hat, neben der verbesserten Prozesse, mit Sicherheit auch ein neues Hochleistungs-Drehzentrum mit Handling-Roboter viel beigetragen, das letztes Jahr angeschafft wurde und auf das bei FAES alle besonders stolz sind. (ph.)

www.faes.com

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