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Ervocom AG, Wangen SZ

Ob bei der Bahn, bei Rettungsdiensten, der Polizei oder der Feuerwehr – die Leitzentrale ist das «Nervenzentrum». Um die internen Prozessabläufe bei diesen Institutionen zu optimieren, hat das Telekom-Engineering-Unternehmen Ervocom im schwyzerischen Wangen den «Intelligent Communication Soft Switch» entwickelt. Zudem rüstet das Unternehmen beispielsweise die Kantonspolizei Schwyz und Luzern mit Ortungssystemen für die Einsatzkräfte aus.

Der «Intelligent Communication Soft Switch» agiert als polyvalente Brücke zwischen unterschiedlichen Funksystemen, traditioneller Telefonie und VoIP-basierter Telekommunikation. «Mit dieser Plattform sind bei einem Einsatz von Rettungskräften die Koordinationsstelle und das Kommando stets auf dem neusten Informationsstand», sagt Erich Vogt, Geschäftsführer der Ervocom AG in Wangen. Es kann beispielsweise nachverfolgt werden, wie viele Rettungskräfte alarmiert wurden sowie wie viele dem Notruf tatsächlich folgen und zum Einsatzort fahren konnten. «Dank Visualisierungen auf dem Monitor weiss der Koordinator zudem genau, wo sich die Fahrzeuge und die Einsatzkräfte befinden», erklärt Erich Vogt. Werden am Einsatzort zusätzliche Informationen benötigt, können diese dem Einsatzleiter vor Ort übermittelt werden: bei einem Brand zum Beispiel die Pläne eines Gebäudes oder die Umgebungspläne mit der exakten Lage der Hydranten.

ITZ fördert die Innovationskraft der Zentralschweizer KMU

Unterstützung bei der Entwicklung des «Intelligent Communication Soft Switch» erhielten die Ingenieure von Ervocom durch InnovationsTransfer Zentralschweiz (ITZ) und durch Peter Höpli, Geschäftsführer des Technologiezentrums Linth. ITZ setzt in Kooperation mit der jeweiligen kantonalen Wirtschaftsförderung Coachs ein, um die Innovationskraft der Zentralschweizer KMU zu stärken. «Wir koordinieren die Coachs und bilden sie aus», betont Willy Küchler, Geschäftsführer ITZ in Horw. So stand Peter Höpli dem Entwicklungsteam als erfahrener Projektmanager und Marketingexperte zur Seite. Dies mit Erfolg, denn 2012 fand die Markteinführung statt. Die ersten Systeme wurden bei Bahnhöfen des Bahnunternehmens Regionalverkehr Bern Solothurn (RBS) und bei Dispatcher-Arbeitsplätzen auf dem Euroairport Basel Mulhouse Freiburg eingesetzt. «Derzeit wird der ‹Intelligent Communication Soft Switch› von verschiedenen Feuerwehren und Sicherheitsorganisationen der Schweiz getestet. Die Beschaffung findet wahrscheinlich 2014 statt», bemerkt Erich Vogt.

Bessere Einsatzkoordination dank Ortungssystemen

Des Weiteren rüstet Ervocom beispielsweise die Kantonspolizei Schwyz und Luzern mit Ortungssystemen für die Einsatzkräfte aus. «Mit den integrierten Personen-Trackern kann jeder Polizist geortet werden. Auf der Grossanzeige in der Einsatzzentrale sind somit alle Fahrzeuge und Personen ersichtlich. Damit können die Einsätze der Polizeikorps vor Ort besser koordiniert werden», erklärt Erich Vogt.

Zugfunksystem für die türkische Bahn

Der bisher grösste Auftrag mit einem Volumen von 800 000 Franken war die Lieferung von 180 Stück des «Train Radio System» für die neuen Züge der Bahnlinie Marmaray in Istanbul. Diese Erfindung besteht aus einem Funksystem im Zug: Alle Informationen werden über Funk auf ein Display eines Bediengerätes im Führerstand übermittelt. Mittels Direktwahl der jeweiligen Zugnummer können der Lokführer, das Zugpersonal und die Leitzentralen auf den Bahnhöfen sowohl miteinander kommunizieren als auch direkte Sprachdurchsagen im Zug durchführen. Zudem können die Leitstellen Mitteilungen direkt auf die Anzeigen des Passagier-Informationssystems bringen – dies über einen offenen Datenverkehr via «On-board»-Computer. Das «Train Radio System» beinhaltet auch verschiedene Notruffunktionen.

Die Ervocom AG ist 2001 aus dem Geschäftsbereich Communications Systems der Ervotronic AG entstanden. Das Unternehmen entwickelt und produziert zu 95 Prozent in der Schweiz. Es beschäftigt 16 Mitarbeitende.

www.ervocom.ch

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