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Die Verpackungskünstler aus Nebikon

Dank der TV-Werbung wissen wir: Leerdammer-Käse hat eine wiederverschliessbare Verpackung. Hinter dieser und anderen Innovationen steht die Pavag Folien AG aus Nebikon. Das Unternehmen stellt flexible Verpackungen aus verschiedenen Kunststoffen her und liefert sie an die Lebensmittel-, Pharma- und Medizinaltechnikindustrie. Über 90 Prozent der Produkte exportiert die Firma ins Ausland.

«Mit unseren Verpackungslösungen könnten wir zweimal die ganze Weltkugel einwickeln», sagt Erich Steiner, CEO der Pavag Folien AG. Umgerechnet sind dies 90 Millionen Quadratmeter oder 8000 Tonnen. Das Unternehmen aus Nebikon stellt flexible Verpackungen aus verschiedenen Kunststoffen her und konzentriert sich damit auf eine Nischenproduktion im hochwertigen Bereich. Und der Vergleich mit dem Einpacken des Globus stimmt – denn das Unternehmen ist ein weltweiter Player in diesem Markt, der jährlich um fünf Prozent wächst: Rund 92 Prozent der Produktionsmenge werden von Nebikon aus exportiert – Hauptabnehmerin ist die EU (vor allem die Benelux-Staaten). Aber auch nach Russland oder Übersee werden die Verpackungsfolien geliefert. Zielmarkt ist primär die Lebensmittelindustrie. «In der Schweiz sind insbesondere die Umhüllungen von Rapelli-Salami oder Leerdammer-Käse bekannt. Die Verpackung des Letzteren war ein Meilenstein in der Entwicklung, da sie wiederverschliessbar ist – wir besitzen das Patent dafür», erklärt Erich Steiner und ergänzt: «Das Verlängern der Haltbarkeit von Lebensmitteln ist unsere Stärke. Dank der hohen Sauerstoffbarriere unserer Verpackungen ist zum Beispiel Fleisch zwei Wochen anstatt eine haltbar.» Abnehmer in der Schweiz sind die grossen Einzelhandelsunternehmen wie Migros, Coop, Aldi und Lidl. Daneben produziert die Pavag Folien AG aber auch Verpackungsfolien für Güter der Pharma- und Medizinaltechnikindustrie.

Vierstufiger Produktionsprozess

Das Unternehmen stellt die Mehrschichtfolien in vier Arbeitsschritten her. «Zuerst wird durch eine spezielle Verfahrenstechnik – die Extrusion – die sogenannte ‹Blasfolie› hergestellt und danach zur Barrierefolie weiterentwickelt. Anschliessend bedrucken wir diese Folie, wobei wir zehn Farben zur Auswahl haben. Danach kaschieren wir die Verpackung mit anderen Kunststoffen, das heisst, wir kombinieren verschiedene Trägermaterialien zu einer Verbundfolie. Zum Schluss bringen wir auf unseren Rollenschneidern die Folien in die vom Kunden gewünschten Formate.»

Zentrale Lage in Europa

Der Sitz und die Produktionsstätte der Pavag Folien AG befinden sich bereits seit 65 Jahren in Nebikon. Dies soll auch so bleiben. «Nebikon ist mitten in Europa – diese zentrale Lage ist ein grosser Vorteil für die Distribution der Produkte. Zudem können wir in der Zentralschweiz qualifizierte Mitarbeitende rekrutieren, beispielsweise Kunststofftechnologen, Maschinenoperateure oder Verkaufsprofis», unterstreicht Erich Steiner. Derzeit beschäftigt die Pavag Folien AG hundert Mitarbeitende.

«Downgauging» und Ökologie als Themen der Zukunft

Als Trends macht Erich Steiner gleich mehrere Themen aus. «Wir wollen im Sektor Lebensmittel – speziell beim Convenience Food – weiter wachsen. Zudem sind wir in den Bereichen Ökologie und ‹Downgauging›, also dem Abdünnen der Verbundschichten, aktiv. So produzieren wir weniger Abfall, indem wir die Verpackungsfolien dünner machen. Und oft reichen schon zwei Lagen anstatt drei – das Motto der Zukunft lautet ‹Weniger ist mehr›. Des Weiteren halten wir den Umweltaspekt hoch, indem unsere Rohstoffe zu 100 Prozent rezyklierbar sind.» (chw.)

www.pavag.ch

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