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Unternehmen

  • Bionische Windsurffinne, gemeinsam entwickelt von der Hochschule Luzern - Technik & Architektur und den Unternemen Evosolutions und Choco Fins

Bionik Zentrum Luzern

Lotuseffekt, Filtrationsmechanismen oder Walflossen – die Natur steckt voller Ideen, welche sich die Technik zunutze machen kann. Das 2012 gegründete Bionik Zentrum Luzern hat diesen Trend erkannt und hilft Unternehmen bei der Realisierung marktfähiger Produkte, welchen eine Lösung aus der Natur zugrunde liegt. Das Angebot wird von Zentralschweizer Unternehmen zunehmend genutzt.

Die Struktur der Blattoberfläche der Lotuspflanze ermöglicht ihr die makellose Reinigung ihrer Blätter bei Regenfall. Der so genannte «Lotuseffekt» wird bei der Entwicklung von schmutzabweisenden Farben, Fenstergläsern und Textilien eingesetzt. Ein Beispiel dafür also, wie sich die Wirtschaft die Funktionen der Natur zunutze machen kann. Bei der Umsetzung solcher Projekte steht das Luzerner Bionik Zentrum zur Verfügung – und dies erfolgreich, wie Daniel Portmann, Leiter der Geschäftsstelle, erklärt: «Nach rund anderthalb Jahren stellen wir fest, dass das Thema bei den Unternehmen in der Zentralschweiz auf grosse Resonanz stösst. Die Nachfrage nach Erstberatungen und Firmenworkshops nimmt zu und auch die Weiterbildungskurse, welche von der Hochschule Luzern – Technik & Architektur angeboten werden, sind gut besucht.»

Das Thema Bionik steckt in der Schweiz noch in den Kinderschuhen. Dies im Gegensatz zu anderen Ländern wie beispielsweise Japan oder Deutschland, wo bionische Methoden für die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren systematisch eingesetzt werden. Der Anstoss, dies zu ändern, kam von ITZ InnovationsTransfer Zentralschweiz. Nach der Beratung eines Zentralschweizer Unternehmens wurde das Bedürfnis nach umfassenderen Lösungen deutlich. «Nach der Konstituierung einer breiten Trägerschaft, unter anderem mit Beteiligung der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, der MCCS Micro Center Central-Switzerland AG, der Industrie- und Handelskammer und der Wirtschaftsförderung konnte das Bionik Zentrum Luzern im November 2012 seine Arbeit aufnehmen», sagt Daniel Portmann.

Zentralschweizer Unternehmen profitieren

Als erster Firmenkunde des Bionik Zentrums Luzern nutzte ein Entwicklungsteam der V-Zug AG bionische Methoden für die Ideengenerierung. «Als Vorbild für ein neues Filtrationsprinzip dienten aus der Natur abgeleitete Filtrationsmechanismen. Die Resultate der Detailrecherche waren derart erfolgversprechend, dass das entdeckte Filtrationsprinzip umgehend patentiert wurde. Das bisher wichtigste Projekt, welches nationale Ausstrahlung erlangte, beinhaltete die Entwicklung einer neuartigen Windsurf-Finne nach dem Vorbild der Brustflossen des Buckelwals. Mit dieser Finne wird einerseits der Fahrkomfort verbessert und andererseits die Wahrscheinlichkeit von so genannten «Spin-outs» reduziert. Diese Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, der Firma evosolution Luzern und der Firma Choco Fins, dem Weltmarktführer im Bereich der Surf-Finnen. Die Buckelwal-Finne ist seit rund einem Jahr auf dem Markt erhältlich», so Daniel Portmann.

Von der Idee bis zum marktfähigen Produkt

ITZ InnovationsTransfer Zentralschweiz führt die Geschäftsstelle des Zentrums und koordiniert dessen Aktivitäten. Interessierte Firmen erhalten Erstberatungen, welche von zwei Mitarbeitern des Bionik Zentrums Luzern durchgeführt werden. Weiter im Angebot stehen Firmenworkshops. Bei der konkreten Umsetzung bionischer Lösungen wird in interdisziplinären Teams gearbeitet. Diese bestehen aus Entwicklern, Ingenieuren der Unternehmung selber und aus Experten, vorwiegend aus den Bereichen Biologie und Physik, welche als Partner eng mit dem Bionik Zentrum Luzern zusammenarbeiten. Von der ersten Idee bis zur konkreten Umsetzung eines Projektes, aus welchem dann marktfähige Produkte entstehen, ist es ein langer Weg. Meist beinhaltet die Adaption der genialen Lösungen aus der Natur umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.

Ein umfassendes Netzwerk mit Bionik-Spezialisten ist für die Luzerner Fachstelle wichtig, wie Daniel Portmann erklärt: «Ein wichtiger Aspekt ist die nationale und internationale Vernetzung mit Akteuren, welche sich mit Bionik befassen. Da sind wir gut unterwegs und konnten insbesondere mit deutschen Institutionen gute Beziehungen aufbauen. Generell sind wir überzeugt, dass bionische Methoden bei der Entwicklung von neuen oder verbesserten Produkten und Verfahren für die Zentralschweizer Firmen eine immer wichtigere Rolle spielen werden.» (nj.)

www.bionikluzern.ch

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