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AWG-Weintalk mit Nicole Theiler und Beat Felder vom Luzerner Rebbaukommissariat: «Lange sprach man nur vom Weingut Heidegg, dann vom Weingut Ottiger. Heute haben wir über 10 Toppbetriebe, die sich abheben.» Bild: zvg
«Weinwunder Luzern»
Der Rebbau im Kanton Luzern hat sich in den letzten 30 Jahren zu einer respektierten Grösse entwickelt – Luzerner Winzer sind in vielen Punkten führend. Das wurde an einer AWG-Veranstaltung bei der Weinmanufaktur Brunner in Eich aufgezeigt.
Der Verein AWG - «Aktiv in Wirtschaft und Gesellschaft» - legte bei der jüngsten Veranstaltung den Fokus auf das «Weinwunder Luzern». Von einem Wunder sprach AWG-Präsident Josef Wyss mit gutem Grund: «Haben vor 20 Jahren noch alle über den Heidegger Staatswein geschnödet, räumen die Luzerner Winzer heute an Wettbewerben im grossen Stil ab.»
Anbaufläche verzehnfacht
Dies machten in einem Wein-Talk vier Branchenkenner bewusst: Beat Felder, bis vor kurzem Rebbaukommissär des Kantons Luzern, seine Nachfolgerin Nicole Theiler sowie die Winzerfamilie Mathias und Christina Brunner. In seinen 30 Jahren als Rebbaukommissär hat sich laut Felder die Fläche von 8 auf 100 Hektaren erhöht. Das entspricht einer Verzehnfachung.
Was sind die Gründe?
Ein Erfolgsfaktor ist lauf Felder das wärmere Klima, sozusagen die positive Seite der Klimaerwärmung. Ebenso entscheidend sei das geeignete vom Reussgletscher geprägte Terroir sowie der strukturierte Aufbau mit fähigen, motivierten Winzerinnen und Winzern. Positiv habe sich auch die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kanton ausgewirkt. «Lange sprach man nur vom Weingut Heidegg, dann vom Weingut Ottiger. Heute haben wir über 10 Toppbetriebe, die sich abheben.» Damit kam Nicole Theiler auch auf die Qualität zu sprechen: «Die Luzerner Betriebe produzieren Wein für den Verkauf und nicht Trauben für den Handel.»
Wo Luzern spitze ist
Im Vergleich mit allen Deutschschweizer Rebbaukantonen hat Luzern am meisten Lernende. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum sogar die traditionelle Westschweiz Weinhochburg staunend nach Luzern blickt. Der Anteil von pilzwiderstandsfähigen Sorten (sogenannte Piwi) liegt bei 50 Prozent (Durchschnitt 3 bis 4 Prozent) und ist somit führend. «Damit ist der Luzerner Weinbau nachhaltig und umweltschonend», so Felder.
Brunner ist Weltmeister!
Die Brunner Weinmanufaktur, bei der die AWG zu Gast war, ist mittlerweile ein Leuchtturm und der grösste Betrieb der Luzerner Rebbaubranche. Der Betrieb von Mathias und Cristina Brunner hat am meisten Mitarbeitende, Lernende und aufgrund seiner Lage und Infrastruktur am meisten Besucherinnen und Besucher, die sich für die Branche interessieren. Und, die Brunner Weinmanufaktur ist sehr erfolgreich. Sie räumt bei Wettbewerben regelmässig Preise ab. Soeben hat Brunner in einer internationalen Ausschreibung Gold geholt: beste Rotwein am Pinot Mondial, einer Sortenspezifischen Weinprämierung der Vinea in Sierre. Es ist kein AOC Luzern, sondern ein Schweizer Landwein, daher stammen die Trauben für diesen gelungenen Wein nicht oder nicht nur aus dem Kanton Luzern. (pd.)