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Mediendienst

  • Bernhard Schuler und Michael Kempf inspizieren die Turbine der Maschinengruppe 1 im KW Isenthal.

Urner Know-how

301 Millionen Kilowattstunden nachhaltigen CO2-freien Strom produzierten die Kraftwerke von EWA-energieUri und Partnern im vergangenen Jahr. Das reichte für die Versorgung von rund 67'000 Haushalten. Die Basis dafür sind die Wasserkraftwerke.

Seit Mitte Januar 2021 steht ein Teil der Maschinen des Kraftwerks Isenthal im Bolzbach in Seedorf still. Das Winterhalbjahr wird bei EWA-energieUri jeweils genutzt, um die jährlichen Instandhaltungsarbeiten an den Maschinengruppen der Kraftwerke durchzuführen. «Im Winter ist das Wasserangebot in den Bä- chen und Flüssen geringer» erklärt Armin Schuler, Leiter Betrieb Kraftwerke bei EWA-energieUri. «In einigen unserer Kraftwerke ist dann jeweils nur eine kleine, sogenannte Wintermaschine im Einsatz. Wir nutzen diese Zeit, um an den grösseren Maschinengruppen die Instandhaltungsarbeiten durchzuführen.»

Sehr hohe Anlagenverfügbarkeit
Im Kraftwerk Isenthal inspiziert Bernhard Schuler die Becher der offengelegten Pelton-Turbine von Ma- schine 1. Für die Instandhaltung werden die Maschinen so weit demontiert, dass alle betriebsrelevanten Teile einsichtig werden. Die Turbine ist im Betrieb hohen Belastungen ausgesetzt. Über 20'000 Mal pro Minute schlägt der Wasserstrahl mit rund 32 Bar Wasserdruck auf die Turbinenbecher. Im Wasser enthaltene feine Sandpartikel hinterlassen selbst auf dem harten Stahl ihre Spuren. Bernhard Schuler gehört zum Team Betrieb Kraftwerke von EWA-energieUri, das dafür sorgt, dass in den Kraftwerken alles perfekt läuft, an 365 Tagen, rund um die Uhr. «Wir erreichten im vergangenen Geschäftsjahr eine sehr hohe Anlagenverfügbarkeit von 99,1 Prozent» erklärt Armin Schuler. Das heisst, dass die Kraftwerke bis auf die jährlichen Instandhaltungsarbeiten immer zuverlässig Strom produzierten.»

Kantonaler Versorgungsauftrag
Die hohe Zuverlässigkeit der Kraftwerksanlagen von EWA-energieUri ist die Basis für eine sichere Ener- gieversorgung. «Im Kraftwerk Isenthal sind wir dafür an einem historischen Ort» erklärt Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung von EWA-energieUri. «Die Isenthaler-Konzession von 1989 beauftragt EWA-energieUri, den Kanton Uri stets ausreichend und sicher mit elektrischer Energie zu versorgen. Die- sen Auftrag haben wir 1989 vom Urner Volk erhalten und er ist sogar in unseren Gesellschaftsstatuten festgeschrieben.» Das Kraftwerk Isenthal ist seit 1955 in Betrieb und nutzt das Wasser des Isenthaler- bachs. 2009 wurde das Kraftwerk umfassend erneuert, um den Betrieb auch auf lange Sicht zu gewährleisten. «Fast 9 Millionen Franken wurden in diese Erneuerung investiert» führt Werner Jauch aus. «Da- bei haben wir auch eine zweite Maschinengruppe eingebaut und die Gesamtproduktion gesteigert. Wir investieren nicht nur in neue Kraftwerke, sondern auch in bestehende Anlagen. Wir halten sie so auf dem neusten Stand der Technik, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten». Der Kraftwerksbetrieb von EWA-energieUri ist weitgehend digitalisiert: Alle Kraftwerke werden in Echtzeit durch die Leitstelle in Alt- dorf zentral überwacht und gesteuert. Das erhöht die Sicherheit und die Produktivität der Kraftwerke.

Know-how von EWA-energieUri ist schweizweit gefragt
Die Investitionen von EWA-energieUri in bestehende und neue Kraftwerke stärken nicht nur die lokale, einheimische Stromproduktion, sondern haben auch einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen für Uri: «Wir betreiben als Urner Unternehmen die Kraftwerke selber, dadurch bleibt die Wertschöpfung im Kanton», führt Werner Jauch aus. «Den erzeugten Strom bewirtschaften wir auch selber, dies an 365 Tagen rund um die Uhr dank der eigenen Leitstelle. Das sorgt zusammen mit den Wasserzinsen, Steuern und weiteren Abgaben für zusätzliche Wertschöpfung zu Gunsten des Kantons Uri, der Korporation Uri und der Gemeinden.» Und schliesslich wirkt sich unser Kraftwerksgeschäft auch sehr positiv auf die Arbeitsplätze in Uri aus und schafft neue Geschäftsmöglichkeiten über den Kanton Uri hinaus. «Aktuell betreuen wir 21 Kraftwerke mit insgesamt 35 Maschinengruppen» erklärt Werner Jauch. «Zu unseren eigenen kommen weitere Kraftwerke von anderen Energieversorgern dazu. Wir haben auch Kunden ausserhalb des Kantons Uri, beispielsweise im Kanton Schwyz das EW Höfe. Unser Know-how in der Planung, Pro- jektierung, Bau, Betrieb und Bewirtschaftung von Wasserkraftwerken sind schweizweit gefragt.»

Flexibel auf natürliche Gegebenheiten reagieren
Die Instandhaltung der 21 Kraftwerke mit ihren 35 Maschinengruppen erfordert eine gut durchdachte Pla- nung und Abstimmung mit den Partnern sowie Lieferanten. «Wir starten damit schon im Sommer» erklärt Armin Schuler. «Die eigentlichen Instandhaltungsarbeiten im Winter müssen bis Mitte März abgeschlossen sein. In der Schneeschmelze steht viel Wasser für die Stromproduktion zur Verfügung, dass wir nutzen können.» Manchmal kommt es aber auch anders als geplant: Ende Januar wurden die Arbeiten im Kraftwerk Isenthal unterbrochen und die Maschinen einsatzfähig gemacht. Warme Temperaturen mit viel Regen sorgten nach ergiebigen Schneefällen für ein unerwartet hohes Wasserangebot mitten im Winter. «Da müssen wir flexibel sein und auf die natürlichen Gegebenheiten reagieren» führt Armin Schuler aus. (pd.)

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