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Mediendienst

  • Ausschnitt des Theaters My Top Job mit den Schauspielern Gian Leander Bättig und Annina Polivka

Theater um die Berufswahl

Über 3'700 Schülerinnen und Schüler wurden seit 2015 durch Theaterleute beim Berufsfindungsprozess unterstützt. Das Projekt «MY TOP JOB», welches in der Innerschweiz durch die Albert Koechlin Stiftung in Zusammenarbeit mit den kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen und der Bezirksschule Schwyz erfolgreich umgesetzt wurde, wird per Ende 2020 planmässig beendet.

Die Berufswahl fällt in eine Lebensphase, in der Jugendliche auf der Suche nach ihrer Identität sind und sich an Vorbildern orientieren. Externe Einflüsse (Eltern, Lehrpersonen, Medien usw.) sowie eigene Vorurteile und Stereotypen prägen das Berufswahlverhalten. Erfahrungsgemäss erhalten Lehrbetriebe im Dienstleistungssektor mehr Bewerbungen als handwerklich-technische Berufe. Junge Männer interessieren sich stärker für technische Berufe, junge Frauen eher für Tätigkeiten, die mit Menschen und Beziehungen zu tun haben. Einige Branchen tun sich schwer, Nachwuchs zu rekrutieren.

MY TOP JOB trug zur vorurteilsfreien Berufswahl bei und unterstützte die Jugendlichen bei einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema Berufswahl. "Es zeigte mir, wie wichtig es ist, mich mit der Berufswahl gut auseinander zu setzen", fasst eine Schülerin aus Lungern die Zielsetzung des Projektes zusammen. Die Stereotypen und Vorurteile wurden hinterfragt. Kern des Projektes war das Theater «Zack und Zoé» und ein interaktiver Workshop. Beides fand in den Klassenzimmern der 1. und 2. Oberstufe statt. Seit 2015 nahmen in den Innerschweizer Kantonen (UR, SZ, NW, OW) über 213 Schulklassen mit rund 3’700 Jugendlichen am Projekt teil. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen und der Bezirksschule Schwyz umgesetzt.

Theater und Workshop in Schulklassen
Das Theaterstück wurde von drei Schauspielern aufgeführt. In ihren Rollen als „Zack Bosshard“ und „Zoé Hug“ wurden sie von der zuständigen Berufsberaterin „Frau Gygax“ begleitet. Zack & Zoé spielten zwei junge Erwachsene, die ihre Ausbildung bereits beendet hatten und sich zufällig begegneten. Es ging um Berufliches und Privates, um ihre Haltungen und Vorurteile zum jeweiligen Beruf des anderen. «Das Stück war humorvoll, kurzweilig und brachte die Themen jugendgerecht auf den Punkt», meint Sandro Enz, Lehrer an der Schule Kerns. Die Geschichte basierte auf einem wahren Ereignis, wie es sich im Kanton Uri zugetragen hatte.

Der anschliessende Workshop war interaktiv gestaltet. Die Theatercrew moderierte die Diskussion der Schülerinnen und Schüler und ermöglichte durch interaktive Spiele eine vertiefte Auseinandersetzung zum Thema. Lehrpersonen begleiteten ihre Klasse während der Veranstaltung und waren Teilnehmer des anschliessenden Workshops. Dadurch wurden eine weiterführende Diskussion in der Klasse und eine individuelle Unterstützung der Jugendlichen bei der Berufswahl gewährleistet.

Öffentliche Aufführung
Die Frage der Berufswahl wird stark von gesellschaftlichen Normen und Werten geprägt. Jeweils im Früh- ling und Herbst informierte eine öffentliche Aufführung die Lehrbetriebe, Eltern und Lehrpersonen über die Thematik. Als Bezugspersonen und Vorbilder der Jugendlichen nehmen sie nebst den gleichaltrigen Kolleginnen und Kollegen im Prozess der Berufswahl eine wichtige Stellung ein. Patrick Berwert, Lehrer in Sachseln äussert sich begeistert: «Das Projekt hat uns sehr gut gefallen und war genau zum richtigen Zeitpunkt, denn in wenigen Tagen findet bei uns der Berufswahlelternabend statt. Dieser ist dann der eigentliche Startschuss für die Eltern zur Berufswahl.»

Die öffentlichen Aufführungen wurden unter der Federführung der kantonalen Berufs-, Studien- und Lauf- bahnberatungen in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Gewerbeverband organisiert und durchgeführt. Die öffentliche Aufführung regte eine erste Kontaktaufnahme mit den Vertretern des lokalen Gewerbes an. (pd.)

www.aks-stiftung.ch

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