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Die Stausituation rund um die Verzweigung Lopper auf den Autobahnen A2/A8 in den Kantonen Obwalden und Nidwalden entwickelt sich zunehmend zu einem Standortproblem für die Wirtschaft. Symbolbild: Pexels
Stau bremst Wirtschaft
Die Stausituation rund um die Verzweigung Lopper auf den Autobahnen A2/A8 in den Kantonen Obwalden und Nidwalden entwickelt sich zunehmend zu einem Standortproblem für die Wirtschaft. Verschiedene Wirtschaftsverbände fordern deshalb einen raschen Baustart des bereits bewilligten Projektes Gesamtsystem Bypass Luzern. Sie appellieren zudem an Organisationen und Gemeinden, ihre Beschwerde zurückzuziehen.
Die Sommersaison auf den Zentralschweizer Autobahnen hat begonnen. Die in die Jahre gekommene Autobahninfrastruktur rund um die Verzweigung Lopper stösst bereits im Alltagsverkehr an seine Grenzen. Zusammen mit dem sommerlichen Freizeit- und Transitverkehr liegt das Verkehrsaufkommen beispielsweise im August nochmals rund 30 Prozent höher und bringt den Verkehr auf den Autobahnen A8 und A2 sowie auf dem nachgelagerten Verkehrsnetz regelmässig zum Erliegen.
Ob- und Nidwalden sind auf eine effiziente Verkehrsanbindung angewiesen
Die Wirtschaft mit zahlreichen innovativen Unternehmen in den Kantonen Obwalden und Nidwalden weist fast so viele Beschäftigte wie Einwohner auf. Die prekäre Verkehrssituation schlägt sich dabei auf die Attraktivität von Nidwaldner und Obwaldner Unternehmen nieder. Zusätzlich zum Fachkräftemangel wird es immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter aus den grossen Arbeitsmarktregionen Luzern, Mittelland und Zürich zu rekrutieren. «Die Verkehrssituation wird für uns immer mehr zu einem Standortnachteil. Auch die ÖV-Anbindung an Pilatus in Nidwalden ist für viele unserer auswärtigen Mitarbeitenden – auf welche wir angewiesen sind – suboptimal und hindert uns daran, die besten auswärtigen Talente zu rekrutieren und zu halten», so Unternehmer Markus Bucher, CEO Pilatus Flugzeugwerke AG.
Durch die Stausituation ist die Region regelmässig von der Aussenwelt abgeschnitten. Auch der Ausweichverkehr führt immer wieder zu einem Verkehrschaos auf den Nebenstrassen. Dies führt zu grossem volkswirtschaftlichem Schaden in den beiden Kantonen. «Mit diesem regelmässigen Verkehrschaos setzen wir das Potential unserer innovativen Unternehmen, Arbeitsplätze und nicht zuletzt unseren Wohlstand aufs Spiel», verdeutlicht Peter Barmettler, Präsident des Nidwaldner Gewerbeverbandes.
Appell an Gemeinden und Organisationen, ihre Beschwerde zurückzuziehen
Die Massnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses auf den Autobahnen A2 und A8 sind mit der Installation einer Dosieranlage bei verschiedenen Einfahrten bereits ausgeschöpft. Auch der öffentliche Verkehr stösst an seine Kapazitätsgrenzen, wie die stark steigende Auslastung der PostAuto-Linien in der Region zeigt. Die dringend notwendige Kapazitätserweiterung im Schienenverkehr durch den Durchgangsbahnhof Luzern wird gegenwärtig verzögert.
Die einzige Lösung ist ein rascher Baustart des Gesamtsystems Bypass. «Durch den Bypass wird die Zentralschweizer Verkehrsinfrastruktur modernisiert und den realen Herausforderungen angepasst. Das Projekt wurde langfristig geplant und präzise evaluiert. Mit der Planungsgenehmigung ist alles bereit für einen raschen Baustart», erklärt Adrian Derungs, Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ. Gegen die er- teilte Baubewilligung sind aber verschiedene Beschwerden hängig – unter anderem von der Stadt Luzern, der Stadt Kriens Gemeinde Emmen und dem Verkehrsclub Schweiz VCS sowie dem WWF Luzern.
In einem gemeinsamen Brief haben sich Wirtschaftsverbände aus der Region an die beschwerdeführenden Gemeinden und Organisationen gewandt. Die Wirtschaftsverbände fordern ein verantwortungsvolles Abwägen zwischen berechtigten Anliegen und den gesamt- und überregionalen Interessen. «Es braucht den politischen Willen, über Gemeinde- und Verbandsgrenzen hinauszudenken – im Sinne der Zentralschweiz als wirtschaftlich starken Lebensraum», so Jonas Wieland, Präsident des Gewerbeverbandes Obwalden. Eine reine Verhinderungspolitik verunmöglicht die Modernisierung und eine zukunftsorientierte Entwicklung unserer Region, es braucht Kompromisse und Kooperation. (pd.)