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Kunst & Kultur

Von Uri nach Rojava

Das Haus für Kunst Uri in Altdorf zeigt bis zum 22. November 2026 «The Land Shall Not Be Owned» von Marwa Arsanios. Es ist die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in der Schweiz. Im Zentrum stehen fünf Filme über gemeinschaftlich genutztes Land. Das Begleitprogramm reicht vom Wildkräuter-Workshop bis zum Archivbesuch.

Marwa Arsanios lebt zwischen Beirut und Berlin. Sie ist Künstlerin, Filmemacherin und Forscherin und arbeitet oft kollaborativ. In Altdorf ist eine Auswahl ihrer Arbeiten seit 2017 zu sehen, Filme, Zeichnungen und Textilarbeiten. Kuratiert haben Agustin Pérez Rubio, freier Kurator und Kunsthistoriker in Madrid, und Gioia Dal Molin, Direktorin des Hauses für Kunst Uri.

Der Ausstellungstitel lässt sich mit «Das Land darf nicht besessen werden» übersetzen. Die Verbindung zum Kanton Uri liegt nahe. Die Mehrheit der Weiden, Wälder, Alpen und Wege gehört der Korporation Uri und der Korporation Ursern, die die kollektive Landnutzung regeln und verwalten. Der Zugang zu den Korporationen ist an das Bürgerrecht gekoppelt.

Fünf Filme, vier Länder

Herzstück der Ausstellung ist die fünfteilige Filmreihe «Who Is Afraid of Ideology?». Sie beruht auf Recherchen und Reisen in den kurdischen Gebieten im Irak und in Syrien, im Libanon und in Kolumbien. In den Bergen der autonomen Region Kurdistan filmt Arsanios Aktivistinnen und Kämpferinnen der kurdischen Frauenbewegung. Im Dorf Jinwar in Rojava zeigt sie den Alltag kurdischer Frauen, ihre Arbeit für ökologische Selbstverwaltung und basisdemokratische Entscheidungen. In Kolumbien porträtiert sie indigene Bäuerinnen, die sich gegen Grossgrundbesitzer und Konzerne wehren. Im Libanon verfolgt sie den Versuch einer landwirtschaftlichen Genossenschaft, einen privaten Steinbruch in kollektiv genutztes Land umzuwandeln. Im fünften Teil dehnt sie das Wegerecht auf Tiere aus. Zeichnungen und Textilarbeiten ergänzen die fünf Kapitel.

Danioth im Dachstock

Im Vermittlungsraum im Dachstock hängt das Gemälde «Göscheneralp» von Heinrich Danioth. Es zeigt eine Landschaft, die es so heute nicht mehr gibt. Für die Stromproduktion wurden 1962 die damaligen 60 Bewohner der Göscheneralp mit ihren Tieren zwangsumgesiedelt. Fotografien aus dem Bildarchiv der ETH ergänzen das Ölbild.

Begleitprogramm bis November

Am 25. September führt Cornelia Schuster durch einen Workshop zu essbaren Wildkräutern im Herbst, mit Degustation und Apéro. Die Platzzahl ist begrenzt. Am 20. Oktober gehen Marwa Arsanios und Gioia Dal Molin gemeinsam durch die Ausstellung, auf Deutsch und Englisch. Am 23. Oktober zeigen Chantal Küng und Studierende des Studiengangs Kunst & Vermittlung der Hochschule Luzern «The Seeds Of A Place». Am 5. November führt Dal Molin öffentlich durch die Räume, am 19. November gibt sie mit Sophia Aschwanden Einblick ins Danioth-Archiv der Dätwyler Stiftung.

Rechts neben dem Eingang hängen zwei Poster, die Arsanios mit dem Grafikbüro A Language entwickelt hat. Im Untergeschoss läuft der Dokumentarfilm «Danioth – Der Teufelsmaler» von Felice Zanoni.

Haus für Kunst Uri, Herrengasse 4, 6460 Altdorf

«Marwa Arsanios: The Land Shall Not Be Owned», 13. September bis 22. November 2026

Geöffnet Donnerstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr

Programm: 25. September, 18.30 Uhr, Workshop Wildkräuter (Anmeldung) · 20. Oktober, 18 Uhr, Führung mit der Künstlerin · 23. Oktober, 17.30 Uhr, «The Seeds Of A Place» · 5. November, 18 Uhr, öffentliche Führung · 19. November, 17.30 Uhr, Archiv der Dätwyler Stiftung

Telefon 041 870 29 29, info@kunstverein-uri.ch, hausfuerkunsturi.ch (red.)

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