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Kunst & Kultur

  • Fotografie: Christian Hartmann

Mundart in der Deutschschweiz

Die Ausstellung «Heepä, Gigele, Gäitsche – Mundart in der Deutschschweiz» im Salzmagazin in Stans ist eröffnet. Die Ausstellung will die Besuchenden dazu anregen, sich über ihr eigenes Verhältnis zur Mundart Gedanken zu machen und fordert zur Interaktion auf.

In der Schweiz regierte nie ein König, der seinen Dialekt (z.B. Berndeutsch) zur Nationalsprache hätte erklären können. Darum gibt es kein Schweizerdeutsch und alle Dialekte überlebten dank dem Föderalismus. Zur schriftlichen Verständigung benutzen wir aber ein neutrales Deutsch: das Schriftdeutsch. Wir schreiben und lesen also nicht in der Sprache, die wir sprechen. Das ist unpraktisch und anstrengend, dafür pflegen wir unsere Dialekte! In kaum einem Land kümmern sich Bevölkerung, Wissenschaft und Politik so stark um die Mundart wie in der Deutschschweiz. Sie ist für uns Heimat. Mit ihr zeigen wir, wo wir dazugehören... und wer nicht dazugehört. Aber wir sorgen uns auch: Stirbt der Dialekt, wenn junge, mobile Menschen ein regionales Gemisch reden? Oder ist der Wandel der Mundart gerade der Beweis, dass sie lebt?

In der Ausstellung «Heepä, Gigele, Gäitsche – Mundart in der Deutschschweiz» tauchen wir in den Vielklang der Dialekte ein: Was erzählen Menschen aus Nidwalden darüber, wie sie reden? Und warum? Was sagt die Dialektforschung (an ihrem Anfang stand ein Nidwaldner, Jakob Joseph Matthys, 1802–1866) über unser Reden? Gibt es richtig und falsch? Oder nur alt und neu? Warum kennen ältere Frauen die meisten Fluchwörter? Woher kommt der Mund-art-Boom? Denn kreativer als je schlägt er sich in WhatsApps und Posts, Radio-und TV-Sendungen, Werbung und Literatur, SlamPoetry, Volksliedern und Rocksongs produktiv nieder.

Die Ausstellung wird bis am 1. November 2020 im Salzmagazin gezeigt.

Nidwaldner Museum Salzmagazin
Stansstaderstr. 23, Stans
www.nidwaldner-museum.ch
Tel. 041 618 73 40

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