AKOMAG ROICOM
DAS WIRTSCHAFTSPORTAL DE ZENTRALSCHWEIZ

Kunst & Kultur

  • Hugo Imfeld. Bruder Klaus nimmt Abschied. Bronze. Foto: Michael Meier

Dorothee Wyss

Das Museum Bruder Klaus widmet Dorothee Wyss, der Frau an der Seite des Heiligen Niklaus von Flüe, eine umfangreiche Ausstellung. Die Ausstellung wird am 28. März 2021 eröffnet und beleuchtet die Ereignisse im spätmittelalterlichen Obwalden aus weiblicher Sicht.

Viele Jahre lang lebte Dorothee Wyss (1430/32-1495/96) das Leben einer gewöhnlichen Bäuerin und Mutter im spätmittelalterlichen Obwalden. Als ihr Ehemann Niklaus von Flüe zum Eremiten Bruder Klaus wurde, stellten sich ihr neue Herausforderungen, die sie meistern musste. Für ihre Bereitschaft, Niklaus’ Weg mitzutragen und ihr selbstbestimmtes Handeln wird sie bis heute als Vorbild verehrt.

Dorothee Wyss (1430/32 – 1495/96)
Ihren Mann Niklaus heiratete Dorothee Wyss wohl auf Anregung der Familie und nicht aus Liebe. Dennoch gelang es ihr, mit ihm eine partnerschaftliche Ehe basierend auf gegenseitiger Wertschätzung zu führen. Als erfolgreiche Bauersleute mehrten sie ihren Grundbesitz und ihr Vermögen. Dorothee war als Mutter der Mittelpunkt der Familie. Sie gebar zehn Kinder und erzog sie so, dass sie zu angesehenen Mitgliedern der Gesellschaft wurden.

Dorothee Wyss war eine fromme und treue Frau, die Herausforderungen annahm und lernte, mit Veränderungen umzugehen. Sie spürte die Seelennot ihres Ehemanns und schenkte ihm ihr Einverständnis, sein Leben als Eremit in unmittelbarer Nähe ihres Hofes weiterzuführen. Weiterhin an Niklaus’ Seite, war Dorothee Wyss seine Beschützerin. Sie tat was sie konnte, um sein Dasein als «lebender Heiliger» leichter zu machen. Sie unterstützte ihn auf der Suche nach dem «einig Wesen» und sorgte gleichzeitig für das Wohlergehen der ganzen Familie.

Annäherung an Dorothee
Die Ausstellung im Museum Bruder Klaus ermöglicht eine Annäherung an Dorothee Wyss. Sie stellt eine mutige und inspirierende Frau vor, die vielen, unabhängig von Herkunft und Religion, als Vorbild dienen kann. Die in der Ausstellung erzählte Geschichte von Dorothee stützt sich auf historische Quellen, die überraschend viele direkte oder indirekte Aussagen über ihr Leben zulassen. Besucherinnen und Besucher erkunden die Facetten dieser Persönlichkeit. Sie tauchen ein in Dorothees Alltag im späten Mittelalter. Sie lassen sich berühren und anregen von Arbeiten zeitgenössischer Kunstschaffender. Sie diskutieren ihre eigenen Überzeugungen zu Themen wie Ehe, Liebe und Loslassen. Und suchen nach Antworten auf die Frage «Wer war Dorothee Wyss?».

Performances und Frauenangebote
Umrahmt wird die Ausstellung von Interventionen und Performances der Obwaldner Künstlerin Nicole Buchmann und einem reichhaltigen Veranstaltungsprogramm. Jeweils mittwochs profitieren Frauen von einem reduzierten Eintrittspreis. Ausserdem bietet das Museum exklusiv für Frauengruppen eine dialogische Führung an: Kurzweilig und unterhaltsam erzählt eine Museumsführerin die Geschichte von Dorothee Wyss. In entspanntem Rahmen tauschen sich die Besucherinnen und die Museumsführerin dabei über Rollenbilder, Beziehungsmodelle, Opferbereitschaft, Liebe und den Wert der Familie aus. (pd.)

Jahresprogramm der Ausstellung

Ausstellung: 28.03. – 01.11.2021
Dienstag – Samstag: 10 – 12 Uhr / 13.30 – 17 Uhr
Sonn- und Feiertage: 11 – 17 Uhr
Karfreitag geschlossen
Abendöffnung 17 – 21 Uhr: (jeweils Mi) 21.4. / 19.5. / 23.6. / 21.7. / 11.8. / 22.9. / 20.10.

Mittwoch ist Frauentag: CHF 4.– statt 10.– Eintritt

Museum Bruder Klaus Sachseln
Dorfstrasse 4
6072 Sachseln
Tel. 041 660 55 83
www.museumbruderklaus.ch

zurück zur Übersicht