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Yvonne Lussi, Stanser Molekularbiologin in Kopenhagen

Die Stanser Forscherin Yvonne Lussi absolviert ein Postdoktorat am Biotech Research and Innovation Centre (BRIC) in Kopenhagen. Die Molekularbiologin möchte durch ihre Arbeit wichtige Einblicke in die Entwicklung von neurologischen Krankheiten und Krebserkrankungen gewinnen und später eine eigene Forschungsgruppe an einem Schweizer Institut führen.

Die Stanserin Yvonne Lussi war schon während der Gymnasialzeit am Kollegi Stans fasziniert von den naturwissenschaftlichen Fächern Mathematik, Chemie und Biologie – und sie interessierte sich für Medizin. Diese Interessen waren denn auch ausschlaggebend für ihre Studienwahl, wie sie erklärt: «Das Studium der Molekularbiologie an der Universität Basel erschien mir als eine gute Kombination von allem. Die Motivation durch meine Lehrer in diesen Fächern und mein Aufenthalt in Basel für ein einwöchiges ‹Schweizer-Jugend-forscht›-Projekt bei Roche haben sicher zu diesem Entscheid mit beigetragen.»

Während ihres Studiums sammelte Yvonne Lussi als Werkstudentin im Team Nukleinsäure-Analytik in der Solvias AG in Basel erste Erfahrungen im Labor und in der Industrie.

Wie es in naturwissenschaftlichen Ausbildungen üblich ist, hat Yvonne Lussi nach ihrem Studium eine Dissertation verfasst – und hierbei die Funktion von Kernproteinen in menschlichen Zellen untersucht. Die vielfältige Tätigkeit hat ihr gut gefallen. «Zu meinen Tätigkeiten als Doktorandin gehörten neben den Forschungsexperimenten im Labor auch Tätigkeiten, wie Mikroskopierkurse zu leiten und Studierende in Forschungsprojekten zu betreuen.»

Von Basel nach Kopenhagen

Nach der Doktorarbeit hat die Stanserin ein halbes Jahr am Novartis-Institut für Biomedizinische Forschung in Basel als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet. In ihrem Projekt arbeitete sie an Proteinen, die bei Darmerkrankungen eine Rolle spielen. «Mein Projekt lag an der Schnittstelle zwischen Zellbiologie und Bioinformatik. Dies, in Kombination mit der Arbeit im industriellen Umfeld, war sehr spannend», erzählt Yvonne Lussi. Seit März 2011 ist die Nidwaldner Forscherin in der Forschungsgruppe von Prof. Lisa Salcini am Biotech Research and Innovation Centre (BRIC) der Universität Kopenhagen als Postdoktorandin tätig. «Ich hoffe, durch meine Forschung wertvolle Einblicke in die Entwicklung von Krankheiten zu erhalten. Mein Projekt wird mit einem Stipendium vom Schweizer Nationalfonds unterstützt», erklärt sie. Für ihre Forschungsergebnisse wurde Yvonne Lussi mehrfach mit wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet.

Führungsposition an einem schweizerischen Institut als Ziel

Ihre Zukunft sieht Yvonne Lussi in der Schweiz: «Ich schätze die Möglichkeit sehr, die mir mein Beruf bietet, im Ausland zu arbeiten und neue Erfahrungen in einer fremden Umgebung zu sammeln. Ich kann mir gut vorstellen, nach Kopenhagen vielleicht für ein paar Jahre in Amerika zu arbeiten. Mein Plan für meine Zukunft ist aber, nach meinem Auslandaufenthalt in die Schweiz zurückzukommen und eine eigene Forschungsgruppe an einem Schweizer Institut zu führen und weiter an biologischen Prozessen zu forschen, aber auch in der Lehre tätig zu sein und Forschungsprojekte von Studierenden zu führen.»

Yvonne Lussis Arbeit wird von einem grossen Ziel gelenkt: «Ich möchte dazu beitragen, Rätsel der Natur zu lösen. Und Wissen generieren, welches dazu beiträgt, die Entwicklung von menschlichen Krankheiten zu verstehen und dagegen anzugehen. Die Forschung ermöglicht es mir, wichtige Einblicke in die Entwicklung von neurologischen Krankheiten und Krebserkrankungen zu gewinnen.» Einblicke, die vielleicht einmal zur Entwicklung von Therapien beitragen können.

www.bric.ku.dk

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