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Kopf der Woche

Renato Fasciati, CEO Zentralbahn

Seit eineinhalb Monaten ist Renato Fasciati neuer CEO der Zentralbahn. Seither ist er im wahrsten Sinn des Wortes viel auf Achse. Der 36-Jährige will den Puls an der Basis fühlen, und so trifft man den neuen Geschäftsführer schon mal im Führerstand einer Zentralbahn-Lok an. Doch die grösste Herausforderung folgt erst noch: die Einführung des Angebotskonzepts 2014.

«Wir bringen Sie hin und weg.» Das Motto der Zentralbahn nimmt sich der neue CEO der Zentralbahn, Renato Fasciati, jeden Tag zu Herzen: Er fährt mit den Transportmitteln seiner Unternehmung zur täglichen Arbeit und wieder nach Hause. Aber auch sonst ist Renato Fasciati häufig auf dem Streckennetz der Zentralbahn unterwegs. «Die Möglichkeiten, draussen im Betrieb zu sein, nutze ich konsequent.» Und so trifft man den Geschäftsführer schon mal im Führerstand einer Zentralbahn-Lok an. «Den Puls an der Basis spüren», nennt er dies. «Die Gespräche mit unseren Mitarbeitenden sind mir sehr wichtig.» Wie wichtig ihm das Wohl der gesamten Unternehmung ist, bewies der neue Zentralbahn-Chef bereits zwei Tage vor seinem offiziellen Amtsantritt, als zwischen Wolfenschiessen und Grafenort der Eltschenbach nach einem heftigen Gewitter die Gleisanlage der Zentralbahn über mehrere hundert Meter unterspülte. Renato Fasciati verabschiedete sich kurzerhand aus einer Sitzung und war fortan vor Ort. «Die Zusammenarbeit innerhalb der Zentralbahn, aber auch mit anderen Krisenstäben, hat mich enorm beeindruckt.»

Bähnlerblut

Renato Fasciati hatte schon früh ein Faible für Eisenbahnen. Im Engadin aufgewachsen, studierte er an der HSG St. Gallen Volkswirtschaft und absolvierte berufsbegleitend sein Doktorat. Dabei war er unter anderem als Leiter Profitcenter der Schweizerischen Speisewagengesellschaft tätig und führte 60 Mitarbeitende. Nach seiner Zeit als Berater bei McKinsey & Company war Renato Fasciati ab 2007 Leiter der Unternehmensentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung von SBB Cargo AG. Per 1. Juli 2011 hat er als Geschäftsführer der Zentralbahn – wie er selbst sagt – seinen Traumberuf gefunden. Die Zentralbahn hat er in den vergangenen gut eineinhalb Monaten als ein junges, gefestigtes Unternehmen mit einer starken lokalen Verankerung wahrgenommen. «Die Vernetzung mit verschiedensten Partnern ist hervorragend», zieht der neue ZB-Geschäftsführer eine erste Bilanz.

Herausforderungen anpacken

Damit, dass sich die Zugskompositionen fahrplanmässig von A nach B verschieben, gibt sich Renato Fasciati nicht zufrieden. «Die Zentralbahn befindet sich im Aufbruch.» Nebst den zum Teil schon umgesetzten oder noch geplanten Ausbauten steht die Zentralbahn vor grossen Investitionen. Diese seien notwendig, um die anstehenden Ziele zu erreichen. Dabei steht die optimale Einführung des Angebotskonzepts 2014 im Vordergrund. Dazu gehören neben dem optimalen Fahrplan auch die Fertigstellung der Infrastrukturbauten und die komplette Einführung des neuen Rollmaterials. Als weiteres Ziel formuliert Renato Fasciati die Sanierung der Bahnübergänge bis 2014. Ein Geschäft, das dem CEO gerade mit Blick auf die Sicherheit besonders am Herzen liegt.

Anforderungen sind gestiegen

In seiner kurzen Amtszeit hat Renato Fasciati festgestellt, dass die Diskrepanz zwischen Wünschbarem und Umsetzbarem sehr gross ist. «Die enorme Fahrplandichte auf dem immer noch mehrheitlich einspurigen Streckennetz ist eine enorme Herausforderung.» Für ihn ist deshalb der Bau von Doppelspurabschnitten, insbesondere zwischen Luzern und Hergiswil, mehr als nur ein Wunschtraum. «Dies würde uns in der Fahrplanstabilität und damit in der Zuverlässigkeit enorm helfen. Der Doppelspurausbau», so Renato Fasciati weiter, «würde uns zudem den notwendigen Freiraum für künftige Fahrplanausbauten und -optimierungen schaffen.» Die Arbeit, so viel steht fest, wird dem neuen CEO der Zentralbahn so schnell nicht ausgehen.

www.zentralbahn.ch

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