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Kopf der Woche

Peter Fries, Leiter Vorsorge, PKG Pensionskasse

Peter Fries, Betriebsökonom HWV/MAS Social Insurance Management FHZ, ist Mitglied der Geschäftsleitung bei der PKG Pensionskasse Luzern, Gemeinschaftsstiftung für die berufliche Vorsorge. Die Ausgestaltung der beruflichen Vorsorge wird im Wesentlichen durch drei Einflussbereiche bestimmt: gesetzliche Vorgaben, versicherungstechnische Voraussetzungen und die Entwicklung an den Finanzmärkten. Derzeit ist die berufliche Vorsorge auf allen drei Ebenen mit grossen Herausforderungen konfrontiert.

Peter Fries ist seit über zehn Jahren bei der PKG Pensionskasse als Mitglied der Geschäftsleitung tätig. Als Leiter Vorsorge befasst er sich intensiv mit allen gesetzlichen Vorgaben und versicherungstechnischen Rahmenbedingungen. Ein Problem, das die Branche seit Jahren beschäftigt, ist der Umwandlungssatz. Er sagt aus, wie hoch eine Rente in Prozenten des angesparten Kapitals ist. Der Umwandlungssatz definiert sich aus der Lebenserwartung und einem technischen Zins, der den langfristig erwarteten Kapitalerträgen entsprechen sollte. Die Lebenserwartung nimmt seit Jahrzehnten zu, und zwar um rund ein Jahr pro Zehnjahresperiode. Die jährliche Rendite eines durchschnittlichen Portefeuilles einer Schweizer Pensionskasse hat seit 2000 noch knapp 2 Prozent betragen. Aufgrund der weiterhin zunehmenden Lebenserwartung und der deutlich unter den Erwartungen liegenden Kapitalerträge müsste der Umwandlungssatz eigentlich reduziert werden.

Umwandlungssatz ist zu hoch

Das Gesetz schreibt einen minimalen Umwandlungssatz vor. Er bezieht sich jedoch nur auf den obligatorischen Bereich. Der Satz beträgt heute 6,9 Prozent für Männer und 6,85 Prozent für Frauen. Er soll bis ins Jahr 2014 von ursprünglich 7,2 Prozent auf 6,8 Prozent reduziert werden. Man kann bereits heute sagen, dass er auch so immer noch zu hoch sein wird. Die Konsequenz ist: Die heutigen Beitragszahler subventionieren die Renten der Pensionierten. Es findet also eine Querfinanzierung der nicht mehr arbeitenden Bevölkerung durch die Berufstätigen statt. Der technisch richtige Umwandlungssatz müsste je nach technischem Zins etwa zwischen 5,5 Prozent und 6,4 Prozent liegen. Er würde damit der steigenden Lebenserwartung und den tieferen technischen Zinsen Rechnung tragen, zumal auch in den kommenden Jahren kaum höhere Kapitalerträge zu erwarten sind und die Lebenserwartung weiterhin zunehmen dürfte.

Die Höhe des Umwandlungssatzes ist natürlich politisch eine höchst brisante Frage. Das weiss auch Peter Fries. Die Diskussionen darüber werden ziemlich heftig geführt. «Wer realistisch denkt, müsste für eine schnellere Senkung eintreten», ist er überzeugt. «Aber man wird wohl einen Kompromiss schliessen müssen zwischen dem technisch Notwendigen und dem politisch Möglichen. Wir alle wissen, dass ‹Rentenkürzung› ein Reizwort ist.»

Volle Verzinsung der Guthaben

Aber es ist nicht nur der Umwandlungssatz, der den Pensionskassen Sorgen bereitet, sondern auch die Entwicklung der Finanzmärkte. Dank der vorsichtigen Anlagestrategie ist es der PKG Pensionskasse mit Sitz in Luzern trotz der widrigen Verhältnisse gelungen, den Deckungsgrad im vergangenen Jahr über 100 Prozent zu halten. Ende Jahr betrug dieser nach Ausschüttung der Verzinsung 100,5 Prozent (Vorjahr: 104,2 Prozent). Die gesamten obligatorischen und überobligatorischen Altersguthaben sind im Jahr 2011 bei der PKG Pensionskasse mit dem BVG-Zinssatz von 2 Prozent ungekürzt verzinst worden.

40-Jahre-Jubiläum

Die PKG Pensionskasse gehört zu den führenden unabhängigen Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz. Gegründet wurde sie vor genau 40 Jahren, 1972, als unabhängige Stiftung für die berufliche Vorsorge. «Langfristiges Denken, Kompetenz und Effizienz sowie Unabhängigkeit und Vertrauen sind in der beruflichen Vorsorge Schlüsselbegriffe», sagt Peter Fries. «Die PKG Pensionskasse vertritt diese Werte seit 40 Jahren.»

www.pkg.ch

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