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Kopf der Woche

P. Christian Meyer

Das Benediktinerkloster Engelberg hat mit Pater Christian Meyer einen neuen Abt. Der Konvent hat den 43-jährigen am Samstag zum neuen Vorsteher der Klostergemeinschaft gewählt. Mit der Wahl wurde dem neuen Abt gleichzeitig die Leitung der verschiedenen Klosterbetriebe mit gegen 140 Mitarbeitenden übertragen. Der grösste Betrieb ist die Stiftsschule. Hinzu kommen verschiedene Handwerksbetriebe.

Wer Abt des Klosters Engelberg wird, trägt nicht nur die Verantwortung für die Klostergemeinschaft. Seit Jahrhunderten gehören zum Benediktinerkloster Engelberg verschiedene Betriebe wie Schreinerei, Schmiede, Gärtnerei oder Stiftsschule, um nur einige zu nennen. Das Benediktinerkloster Engelberg ist längst ein bedeutender KMU-Betrieb für die Gemeinde Engelberg. Parallel zum Rückgang der Brüder und Patres stieg die Zahl der weltlichen Mitarbeitenden. Heute beschäftigt das Kloster Engelberg gegen 140 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Damit zählt das Benediktinerkloster zu den grössten Arbeitgebern des Dorfes. Nur die Titlis-Bahnen haben mit durchschnittlich 200 Personen während der Sommermonate und 300 im Winterhalbjahr noch mehr Angestellte als das Kloster.

Stiftsschule als wichtiges Standbein

Die Stiftsschule ist mit über 40 Mitarbeitenden ein wichtiges Element im Unternehmen Kloster. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Deshalb hat die Klostergemeinschaft erst kürzlich grünes Licht für die Neuausrichtung der Stiftsschule gegeben. So werden die Schülerinnen und Schüler der Stiftsschule Engelberg in Zukunft ihre Schulzeit mit zweisprachiger Maturität abschliessen. Ziel der umfassenden Erneuerung ist es, die Stiftsschule als Mittelschule akkreditieren zu lassen, die nicht nur auf ein nationales, sondern auch ein internationales Hochschulstudium vorbereitet. Die neue Ausrichtung der Stiftsschule wird vom neuen Abt vollumfänglich unterstützt. Zurzeit besuchen 220 Schülerinnen und Schüler die Stiftsschule in Engelberg.

Vergleichbar mit VR-Präsidium

Die Stellung des Abts des Klosters Engelberg ist in der Privatwirtschaft mit jener des Verwaltungsratspräsidenten eines Unternehmens vergleichbar. Als «CEO der KMU-Unternehmung Kloster» kann Heinz Keller bezeichnet werden, der zusammen mit drei Mitarbeiterinnen im Auftrag des Abtes und der Klostergemeinschaft die Verwaltungsaufgaben wahrnimmt. Zu den allgemeinen Verwaltungsaufgaben des Klosters Engelberg und seiner Betriebe gehören Fakturierung, Rechnungswesen, Buchhaltung, Lohn- und Personalwesen, Betreuung der administrativen Bereiche der Klosterbetriebe, Einkauf, Werbung usw. Dass zum Kloster Engelberg verschiedene Handwerksbetriebe gehören hat seinen Grund darin, dass die benediktinischen Klöster lange Selbstversorger waren. Dazu gehörte nicht nur, dass die Speisen aus eigener Produktion stammten, sondern auch, dass das Holz aus dem Wald in eigenen Werkstätten verarbeitet wurde und viele Bauarbeiten eigenhändig ausgeführt wurden. Zu jeder Zeit waren die Klöster zur Erfüllung all dieser Aufgaben auch auf externe Fach- und Arbeitskräfte angewiesen. Die Engelberger Klosterbetriebe werden heute weitgehend von angestellten Kräften geführt, die in ihrem jeweiligen Beruf bestens ausgebildet sind, über grosse Erfahrung verfügen und sehr kompetent arbeiten.

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