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Kopf der Woche

Oliver Fuchs, Querdenker, Fuchs Design AG

Es gibt Aussagen, die Oliver Fuchs nicht ausstehen kann. «Es geht nicht», ist eine solche Aussage. «Es geht immer. Man muss nur wollen.» Dass er mit dieser Philosophie auch mal aneckt, damit hat der 53-jährige Inhaber der Fuchs Design AG und Querdenker gelernt zu leben. Sein neustes Projekt ist der mit 13 Metern grösste Schlüssel der Welt, der auf dem Ausstellungsgelände der Nidwaldner Wirtschaftsausstellung «Iheimisch» steht.

Wer das Vergnügen hat, mit Oliver Fuchs an einem Tisch zu sitzen und mit ihm über neue Projekte zu philosophieren, hat schnell einmal Mühe, diesem Wasserfall von Ideen zu folgen. Kaum ist ein Stichwort gefallen, scheint er bereits irgendwo eine Schublade ziehen zu können, und was zuvor noch als abstrakte Idee im Raum stand, nimmt immer klarere Konturen an. Oliver Fuchs ist ein Mann der tausend Ideen. Einmal von einer solchen Idee gepackt, lässt er nicht mehr so schnell locker und überfordert damit oft sein Gegenüber. Werden die Widerstände zu gross, dann greift er selber zu den Werkzeugen und unterschiedlichsten Werkstoffen, um seine Idee zu realisieren. So geschehen im Jahre 2004. Oliver Fuchs hatte die Idee für die Skulptur der muskelbepackten, auf einem Bein stehenden Kuh. «Alle haben mir damals gesagt, dass dies nicht realisierbar sei», erinnert sich der Designer, der unter anderem für vier Olympische Spiele die Kleider der Schweizer Delegation entworfen hat. Also hat er selber ein Holzgerüst zusammengezimmert, Hartschaum daran geklebt und die Kuh nach seinen Vorstellungen modelliert. Das Ergebnis: Die Kuh war das meistfotografierte Sujet vor dem Schweizer Haus in Athen und schaffte es in internationale Fernsehsendungen.

Grösster Schlüssel der Welt

Das jüngste «Kind» von Oliver Fuchst steht seit gut zwei Wochen auf dem Flugplatz in Buochs. Es ist der mit 13 Metern grösste Schlüssel der Welt, gebaut aus Holz von den vier Nidwaldner Holzbauunternehmen Josef Niederberger AG, Kayser Holzbau AG, Amstutz Holzbau AG und Waser Holzbau AG. Der Schlüssel ist das eigentliche Wahrzeichen der am Donnerstag auf dem Flugplatz beginnenden Nidwaldner Wirtschaftsausstellung «Iheimisch», welche bis zum Sonntag dauern wird. «Nidwalden trägt den Schlüssel in seinem Kantonswappen. Was liegt denn näher, als dieses Kantonswappen mit dem in Nidwalden reichlich vorhandenen und immer wieder aufs Neue nachwachsenden Naturprodukt Holz nachzubauen», begründet Oliver Fuchs seine Idee, welche von den Vereinigten Nidwaldner Korporationen sofort begeistert aufgenommen und nun auch in deren Auftrag umgesetzt worden ist.

Unternehmen mit 17 Mitarbeitenden

Zwischen der Olympiakuh von Athen und dem grössten Schlüssel der Welt hat Oliver Fuchs weitere Ideen umsetzen können. Den Madrisa-Park in Klosters zum Beispiel, der sich grosser Beliebtheit erfreut und dem Bahnunternehmen wachsende Besucherzahlen beschert. Dass seine Pläne ab und zu von anderen abgekupfert und als ihre Ideen verkauft werden, hat er schon oft erfahren müssen. Luzerns Olympiapläne lassen grüssen. Für Oliver Fuchs ist das Schnee von gestern. Schliesslich ist er nicht nur Querdenker, sondern in erster Linie Unternehmer. «Nur von den Ideen alleine könnte ich mit meiner Firma nicht leben.» Vor 25 Jahren hat der in Luzern aufgewachsene und heute in Alpnach lebende Oliver Fuchs die Fuchs Design AG gegründet. «Um als Jungunternehmer überleben zu können, brauchte es allerdings meine kreativen Ideen.» Fuchs Design ist heute in der Innerschweiz ein Begriff. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er selber sportlich aktiv ist und deshalb genau weiss, wie eine Sportart funktioniert. Diese Art von Design wurde sein eigentliches Markenzeichen. Heute beschäftigt das Unternehmen mit Sitz im nidwaldnerischen Stansstad 17 Mitarbeitende. Textildesing, Stick und Drucke auf verschiedenste Materialien und Textilien sind ihre Leidenschaft und Fachkompetenz. Im letzten Jahr haben ihn die Aktionäre der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG zudem in den Verwaltungsrat des Unternehmens gewählt in der Hoffnung, dass er mit seinen Ideen neuen Schwung bringt, damit sich das Unternehmen auch in Zukunft im immer härter werdenden Kampf um Gäste behaupten kann. Klar ist, dass sich Oliver Fuchs als Querdenker und Unternehmer auch bei dieser neuen Aufgabe nicht mit Mittelmass zufriedengeben wird.

www.fuchs-design.ch

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