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Kopf der Woche

Melk Imboden, Präsident Förderverein Fachklasse Grafik, Luzern

Geht es um die Ausbildung junger Menschen zu Grafikern, kennt der in Nidwalden lebende Melk Imboden keine Kompromisse. Und so kämpft er als Präsident des Fördervereins Fachklasse Grafik an vorderster Front gegen das «Streichkonzert» der Luzerner Regierung, welche die Fachklasse Grafik aus Spargründen schliessen will. Für ihn ist klar: Die Fachklasse ist für den Wirtschaftsstandort wichtig.

Die Grafiken von Melk Imboden bestechen durch eine schlichte, aber klare Linienführung. Und kein Fotograf wendet die Schwarzweiss-Technik so konsequent an wie der Nidwaldner. Mit seinen grafischen Arbeiten und seinen Fotoaufnahmen hat sich Melk Imboden weit über die Landesgrenzen hinaus einen hervorragenden Namen geschaffen. Sein Wissen und seine grosse Erfahrung vermittelt er seit Jahren gerne an junge Menschen, die das Grafiker-Handwerk von der Pike auf erlernen wollen. Sein Betätigungsfeld ist die Hochschule Luzern mit der Abteilung Design & Kunst.

Dunkle Wolken am Grafiker-Himmel

Doch wie aus dem Nichts sind plötzlich dunkle Wolken am Zentralschweizer Grafiker-Himmel aufgezogen. Die Luzerner Regierung hatte nämlich ohne jegliche Absprache mit dem Branchenverband beschlossen, die Fachklasse Grafik zu schliessen. Ein Vorgehen, das jenem bei der angekündigten Streichung der Unterstützung für das Medienausbildungszentrum (MAZ) gleichkommt. Für Melk Imboden als Präsident des Fördervereins der Fachklasse Grafik ist dieses Verhalten der Luzerner Regierung nicht akzeptabel. «Die Politik ist sich der Tatsache nicht bewusst, welchen Schaden sie damit anrichtet», gibt sich Melk Imboden kämpferisch und ergänzt: «Die Fachklasse Grafik ist nicht nur für das Gewerbe existenziell, sondern auch für den Wirtschaftsstandort Zentralschweiz.»

Gefragte Ausbildungsplätze

Wenn sich Melk Imboden heute energisch gegen die Schliessung der Fachklasse Grafik wehrt, dann hat dies mehrere Gründe. Zum einen weiss er wie kaum ein Zweiter um die Bedeutung dieser Fachklasse. Immerhin studierte der Nidwaldner in den 1980er-Jahren selber in der Grafik-Fachklasse an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Und zum anderen geniesst die Luzerner Grafik-Fachklasse einen hervorragenden Ruf in Bezug auf die Ausbildung des Grafiker-Nachwuchses. «Der Regierungsrat straft mit der geplanten Schliessung den eigenen Berufsnachwuchs. Denn immerhin ein Drittel der 104 Schülerinnen und Schüler stammt aus Luzern.» Von den Politikern werde immer wieder ins Feld geführt, wie wichtig das Bildungswesen sei. «Und dann sollen mit einem einzigen Federstrich wichtige Ausbildungsplätze einfach gestrichen werden», gibt Melk Imboden zu bedenken und fragt sich: «Wo sollen die Luzerner Schüler in Zukunft ihre Grafik-Ausbildung machen?» Eine Alternative wären die Schulen in Biel, Basel oder St. Gallen. Doch auch dort sind die Ausbildungsplätze beschränkt und die Nachfrage ist sehr gross, hat die Luzerner Regierung in ihrer Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss immerhin festgestellt. Für Melk Imboden ist dies als Präsident des Fördervereins der Fachklasse Grafik ein schwacher Trost. Und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als weiterhin an vorderster Front für den Erhalt der Fachklasse Grafik in Luzern zu kämpfen. Die am vergangenen Dienstag dem Luzerner Regierungsrat überreichte Petition wurde von 20 452 Personen aus allen Bevölkerungsschichten unterzeichnet. Darunter sind auch die Unterschriften von so bekannten Persönlichkeiten wie Emil Steinberger, Patrick Frey, Filmemacher Fredi M. Murer, Schriftsteller Adolf Muschg, Pedro Lenz oder dem Künstler Ted Scapa. Sie unterstreichen damit die Bedeutung dieser für die Zentralschweizer Wirtschaft sehr wichtigen Ausbildungsinstitution. (bc.)

www.ffgrafik.ch

www.melchiorimboden.ch

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