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Kopf der Woche

Jérôme Bernhard, CEO CARAG AG, Baar

Als CEO ist Jérôme Bernhard die Schnittstelle zum Verwaltungsrat und zur Investorin. Er bringt langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Medizinprodukten mit und unterstützt sein Team ebenfalls im Tagesgeschäft. Sorge bereitet ihm die zunehmende Regulierung in der Medizintechnik-Branche.

Jérôme Bernhard wuchs in Uster ZH auf und studierte an der ETH Zürich Materialwissenschaften. Nach seinem Abschluss 2002 hat er bei der CARAG AG in Baar gestartet, deren CEO er seit 2006 ist. Die CARAG ist Innovations- und Think-Tank für die Medtech-Industrie und beschäftigt ein interdisziplinäres Team aus Ingenieuren, Ärzten, Medizintechnikern, Elektronikern und Software-Entwicklern. «Als CEO bin ich verantwortlich für den Auftritt der CARAG nach aussen, bin Schnittstelle zum Verwaltungsrat und zur Investorin und führe zusammen mit zwei Teamleitern unsere Mitarbeitenden», so Bernhard. Durch seine 15-jährige Erfahrung in der Entwicklung von Medizinprodukten kann er auch inhaltlich zum Tagesgeschäft beitragen. «Ich berate unsere Kunden und die internen Projektleiter in den Bereichen Medizinproduktezulassung, klinische Prüfungen und Konformitätsbewertungen. Zudem sorge ich für optimalen Schutz des geistigen Eigentums der CARAG, das heisst, ich betreue das Patent-, Design- und Markenportfolio.» Privat konzentriert sich der 39-Jährige auf seine Familie mit seiner neunmonatigen Tochter.

Innovationspreisgewinner 2014

Die CARAG gewann 2014 den Zuger Innovationspreis für den «CARAG Bioresorbable Septal Occluder» (CBSO). Es ist das weltweit erste Implantat mit bioresorbierbarer Stützstruktur zum Verschluss eines angeborenen Herzfehlers. «Der Preis war eine schöne Anerkennung unserer Leistungen im Bereich der interventionellen Kardiologie. CARAG hat die Gelegenheit erhalten, einem lokalen Publikum zu zeigen, dass im Kanton Zug Innovation betrieben wird, über die man an internationalen medizinischen Fachkongressen spricht.» Der Kanton Zug mit seiner geografischen Lage zwischen Luzern und Zürich und der Nähe zu den renommierten Universitäten, Hochschulen und medizinischen Zentren und zum Flughafen Zürich ist für die CARAG ideal. Wichtige Forschungspartner, innovative Lieferanten und potenzielle Nachwuchskräfte sind in Reichweite.

Zunehmende Regulierung gefährdet Spitzenposition

Jérôme Bernhard blickt besorgt auf die zunehmende Regulierung in der Medizinprodukteindustrie und die in der Schweiz und Europa verbreitete Nullrisikotoleranz. Dies verlangsame den medizinischen Fortschritt und gefährde die innovative Spitzenposition der Schweiz. «Wir laufen Gefahr, dass medizinische Innovation zukünftig aus Ländern mit weniger bürokratischen und regulatorischen Hürden kommt und dass neuartige Produkte und Verfahren erst mit Verzögerung für die Patienten bei uns verfügbar sein werden.» Die besten Erfolgschancen in diesem herausfordernden Umfeld hätten Unternehmen, die innovative Lösungen böten und diese auch pragmatisch umsetzen könnten. Agile Dienstleister wie die CARAG helfen sowohl etablierten Medtech-Unternehmen als auch jungen Start-ups, diese Erfolgschancen optimal zu nutzen. (ph.)

CARAG AG

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