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Kopf der Woche

Harro von Senger

Einsiedeln. Prof. em., Dr. phil., Dr. iur. Rechtsanwalt Harro von Senger, wohnhaft in Willerzell SZ, ist der einzige Zentralschweizer Sinologe mit Professorenstatus. Er veröffentlichte über ein Dutzend Bücher zu juristischen Belangen, insbesondere zum Recht in der Volksrepublik China.

Harro von Senger durchlief die klassische Mittelschule im Benediktiner-Klostergymnasium Einsiedeln und studierte Latein, Altgriechisch, Französisch, Englisch und Deutsch. «Mein Interesse an Sprachen war sehr ausgeprägt. Ich begann sogar, im Selbststudium Russisch zu lernen.» China war während seiner acht Jahre Stiftsschule nie ein Thema. Das änderte sich wenige Wochen nach der Maturaprüfung. «Durch Zufall gelangte ich an das Buch ‹Chinesische Konversations-Grammatik›. Darin sah ich zum ersten Mal in meinem Leben chinesische Schriftzeichen.» Harro von Senger empfand eine intellektuelle Herausforderung darin, diese ausgefallene Sprache zu verstehen. «Mein Antrieb war vergleichbar mit dem eines Sportbegeisterten, der von einem Schweizer Rekord hört und sich fragt, ob er das auch kann.» Sein Interesse an China wurde sprachlich angestossen, «von chinesischer Kultur und Geschichte wusste ich nichts – das interessierte mich dazumal auch nicht.» Prägend waren seine zwei Studienaufenthalte in Taiwan (1971–1973) und in der Volksrepublik China (1975–1977). «Ich hatte durchwegs positive zwischenmenschliche Begegnungen. Land und Leute sind mir sympathisch. Von einer Liebe zu China würde ich aber trotzdem nicht sprechen.»

Vom Rechtsanwalt zum Sinologen

Nach der Matura begann Harro von Senger das Jus-Studium an der Universität Zürich. Während des ganzen Studiums liess ihn China nicht los. Und so promovierte er 1969 mit der ersten von einem Schweizer verfassten sino-juristischen Dissertation (Kaufverträge im traditionellen China). Anschliessend arbeitete er im Bezirksgericht Zürich und im Obergericht des Kantons Zürich. 1971 erwarb er das Rechtsanwaltspatent. 1981 promovierte er zum Dr. phil. an der Universität Freiburg im Breisgau in klassischer Sinologie. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter für chinesisches und japanisches Recht arbeitete er anschliessend am Schweizerischen Institut für Rechtsvergleichung (Lausanne). Seit 1989 ist er an diesem Institut als externer Experte tätig. Im selben Jahr wurde er von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau zum Professor für Sinologie berufen. Als Privatdozent für Sinologie ist Harro von Senger seit 1981 an der Universität Zürich tätig.

Publikationen und Auftritte

Harro von Senger hat über ein Dutzend Bücher veröffentlicht, darunter das erste westliche Buch über die 36 chinesischen Strategeme und über «Moulüe» (Supraplanung). Der Schwerpunkt seiner Veröffentlichungen sind juristische Belange, insbesondere das Recht in der Volksrepublik China. Anfang Jahr kam die 5. Auflage von «Die Kunst der List» im Beck Verlag heraus. Ferner ist derzeit die 5. Auflage von «36 Strategeme für Manager» in Bearbeitung. In Massenmedien wie der «Neuen Zürcher Zeitung» hat er Hunderte von Artikeln über Kultur und Literatur Chinas und Japans publiziert. Siehe auch:

www.36strategeme.ch

www.supraplanung.eu

http://www.news.uzh.ch/de/articles/2016/sinomarxismus.html

http://alumni-blog.uni-freiburg.de/archive/4026

 

Veranstaltungshinweis für Strategieverantwortliche von Unternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich, mit Harro von Senger.

China setzt die digitale Transformation um – wie die VR China systeminnovativ eine Leaderrolle in der Weltwirtschaft übernimmt. Freitag, 24. Juni 2016, ab 13.30 Uhr: «Clouds» im Prime Tower Zürich: http://www.origonet.ch/Homepage_origo_1/de_Veranstaltungen.html

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