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Kopf der Woche

Dr. Bianca Braun, Verwaltungsrätin maxon motor AG, Sachseln

Das Unternehmertum liegt in den Genen von Bianca Braun. Urgrossvater und Vater sind Gründer weltbekannter Unternehmen. Für sie sind Familienunternehmen Hoffnungsträger und ein aussichtsreiches Unternehmensmodell für die Zukunft.

Bianca Braun (37) hat das Unternehmertum im Blut. Ihr Urgrossvater, Max Braun, gründete 1921 die Braun GmbH mit Sitz im deutschen Kronberg im Taunus. Ihr Vater, Karl-Walter Braun, gründete 1961 maxon motor. Inzwischen ist das Unternehmen, das auf Antriebe spezialisiert ist, mit über 1100 Angestellten der wichtigste Arbeitgeber Obwaldens.

Vorgezeichneter Weg

Bianca Brauns Weg an die Spitze von maxon war früh vorgezeichnet. Schon im Gymi wusste sie, dass sie Wirtschaft studieren würde. Die Arbeit in der Produktion während ihrer Schulzeit hat sie mit der Firma verbunden. Später hat sie an verschiedenen maxon Standorten längere Praktika absolviert, um das Unternehmen von Grund auf kennenzulernen. Seit 2008 gehört sie dem Verwaltungsrat des Familienunternehmens an. Als Miteigentümerin nimmt sie damit strategische Verantwortung wahr. Zudem ist sie oft auf Kundenbesuch. In einer weiteren Funktion leitet sie das Internal Audit.

In der technologieorientierten Männerwelt hat sie sich stets zurechtgefunden. An der Hochschule St. Gallen war Braun eine von drei Frauen unter dreissig Männern. Stolz ist sie darauf, dass maxon eine betriebseigene Kinderkrippe hat – sie war eine der ersten in der Schweiz vor über 40 Jahren – und im Verwaltungsrat zwei Frauen sitzen, die die Ausrichtung des Unternehmens mitbestimmen.

Familienunternehmen als Erfolgsmodell

Bianca Braun hat an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaftslehre mit Vertiefung in Technologie-Management studiert und anschliessend im Bereich Familienunternehmen promoviert. 2009 präsentierte sie ihr Buch «Erfolgreich jenseits der Börse». Darin erklärt sie, dass erfolgreiche Firmenpolitik vor allem von Familienunternehmen betrieben wird. Für diese steht nicht Gewinnmaximierung, sondern Überlebensfähigkeit – meist über Generationen hinweg – im Vordergrund. «Familienunternehmen können ihre Geschäfte ohne Druck durch Aktionäre und Analysten nachhaltig ausrichten», erklärt Braun. Das mache sie nicht nur zu den Hoffnungsträgern der Wirtschaft, sondern auch zu einem aussichtsreichen Unternehmensmodell für die Zukunft.

Für 2016 ist Bianca Braun optimistisch: «Wir haben viele spannende Projekte und der Auftragseingang ist gut. Allerdings ist der Margendruck hoch.» Auf den Markt kommen unter anderem eine kleine Aortapumpe sowie ein neuer Motor für Elektrobikes. Privat ist Bianca Braun zweifache Mutter und eine begeisterte Sportlerin. (ph.)

www.maxonmotor.ch

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